Gläubige Gläubiger?

DENKZETTEL

Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. In Burglengenfeld sogar Schuldenberge. Wer die Berichterstattung über den Wirtschaftsplan der Stadtwerke verfolgt hat,  kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Stadtkasse vom cleveren SWB-Vorstand Fritz Gluth an der Nase herumgeführt wird. So darf der Leser der örtlichen MZ verwundert am Katzentisch daran teilnehmen, wie Gluth die offenbar ebenso überraschten Verwaltungsräte mit der dringenden Bitte um frisches Geld konfrontiert. Schließlich steigen die Verbindlichkeiten erneut um „bescheidene“ zwei Millionen Euro. Eine echte Erfolgsstory! Zur Begründung dieses tüchtigen Schlucks aus der Pulle muss ebenfalls dringender Investitionsbedarf herhalten. Zum Beispiel braucht Gluth schleunigst 325.000 Euro für die Straßensanierung. Wie das? Wer vor wenigen Wochen den Haushalt der Stadt zu diesem Punkt gelesen hat, konnte dem Zahlenwerk dort entnehmen, dass für die Straßensanierung bereits dem Bürger direkt – sprich als Anlieger in die Tasche gegriffen wird. Wer das große Los gezogen hat, in der völlig heruntergekommenen Pfälzerstraße zu wohnen, kann sich freuen. Über die Mikrodauerbaustellen dank ständiger Wasserrohrbrüche in der Lasslebenstraße werden sich wohl  nur noch die dadurch regelmäßig trockengelegten Bewohner in der Siedlung am Augustenhof wundern. Es ist offenbar kein Geld da, den kompletten Strang auszuwechseln.

Völlig unerklärlich erscheint, wie der Bauhof als Dienstleistungs-Tochter zu einem Ausgabenüberhang von fast 1,8 Millionen Euro bei nur 124.500 Euro Einnahmen kommt. Hat da jemand nicht bezahlt? Aus unserer leidvollen Erfahrung im Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt wurden die Rechnungen  dort in der Vergangenheit nur mit mehrjähriger Verzögerung beglichen. Warum das? Na klar! Alles, um den städtischen Haushalt über die Runden zu retten – damals noch von HK und seinen Spezialdemokraten durchgewunken. Mit derartigen Hütchenspielertricks lässt es sich eine Zeit lang gut leben. Aber jetzt präsentiert Gluth seinen neuen Chefs die Rechnung. Eine Kreditaufnahme sei so der Wirtschaftsexperte und Zahlenzampano „unumgänglich“.  In welcher Höhe?

Darüber bleibt der Leser in Unklarem und offenbar genauso der SWB-Verwaltungsrat. Denn die Kreditbürgschaft für die Bulmare GmbH findet hier noch nicht mal Erwähnung im Wirtschaftsplan. Dass der Verwaltungsrat dem unvollständigen Zahlenwerk trotzdem Zustimmung erteilt, grenzt schon an grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit Steuergeldern. Auch wenn Gluth seinen Chefs treuherzig versichert, dass die Kreditbürgschaft in jedem Falle bedient werden kann. Fragt sich nur von wem? Von ihm sicher nicht, aber er hat ja den Segen des Verwaltungsrates. Wer sonst wird die Zeche zahlen?

Auf die Auflösung dieses Rätsels dürfen die Räte für die nächste Sitzung hoffen. Rührend, dass  SPD-Ex-Bgm. Kandidat Bernhard Krebs wohl in einem Anfall von politischen Masochismus Gluth für die „schlüssige Kreditaufnahme“ und „für die gute Arbeit“ dankte. Wer über ein solch kompetentes Kontrollorgan verfügt, braucht vor haftungsrechtlichen Konsequenzen keine Angst zu haben. So schüttelt sich

Hans Glatzl
und die BFB-Fraktion

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