Fünfte Gewalt?

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Selbst in Burglengenfeld! Die örtliche Monopolzeitung (MZ) „deckt Widersprüche auf“. Die von der MZ vorgenommene „Auswertung der Kosten des Kassensturzes“ – gemeint ist das KPMG-Gutachten  – „wirft Fragen auf“. Aber nicht an die KPMG sondern an Bürgermeister Thomas Gesche. Hut ab vor so viel Mut sich mit einem amtierenden Bürgermeister anzulegen. Und der wird in einem akribisch recherchierten Artikel vom residierenden Radakteur geradezu vorgeführt. Nicht nur Falschaussagen zur Kostensteigerungen stehen im Raum. Es kommt noch schlimmer. Das Landratsamt als Rechtsaufsicht soll dem Burglengenfelder Bürgermeister  den argumentativen Teppich unter den Füßen weggezogen haben, was die positive Beurteilung der Ergebnisse des erteilten Prüfauftrags betrifft. Das Urteil im danebengesetzten Kommentar des Kollegen ist vernichtend. Gesche wird mit seiner Weigerung zur Einsichtnahme auf eine Stufe mit seinem Vorgänger gestellt.

Keine Frage bei der Einordnung einer derartigen Kostenmehrung von 70.000 auf 170.000 Euro herrscht Aufklärungsbedarf und Gesche ist schlecht beraten hier dem Beratungsunternehmen eine Pauschalabsolution zu erteilen. Dieser Fehler wäre noch zu verzeihen, aber dass Gesche die MZ-Redaktion zur „Handarbeit“ des Abschreibens angehalten hat, grenzt an Majestätsbeleidigung. Ist es doch politisch äußerst unklug sich mit derartigen Nickeligkeiten die vierte Gewalt zum Feinde zu machen – gerade vor dem Hintergrund eines Redakteurs der seinerseits ein Sendungsbewusstsein hat, das sich nicht mit den Vorstellungen des amtierenden Bürgermeisters deckt.
Da war man beim Amtsvorgänger eine ganz andere, wohlwollende Berichterstattung gewohnt. Da wurde aus der Verdoppelung der Kosten für das ASV-Funktionsgebäude von 450.000 auf über 900.000 Euro kein Gewese macht. Da musste ein kleiner Oppositions-Stadtrat erst vors Verwaltungsgericht ziehen damit seine Fragen (!) zur wundersamen Kostenmehrung nicht per Stadtratsbeschluss (?!) als Lügen gebrandmarkt wurden. Die alte Müllkippe an der Holzheimerstraße oder noch früher die Atrazin-Belastung im Grundwasser tauchten in der MZ nur als störende Randnotizen im Bilderbuch des Karg-Universum auf. Von der Kostenexplosion beim Spaßbad, der Aktenvernichtungsaktion als möglicher Ursache für das KPMG-Gutachten wird in diesem Zusammenhang überhaupt nicht gesprochen.

Die Presse als sogenannte vierte Gewalt hat dann Berechtigung, wenn sie komplexe Sachverhalte für den Bürger erklärt und transparent macht. Auch als Korrektiv für übermächtige Politiker wirken die Medien mit. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Burgelngenfelder Stadtrat besteht für Gesche keine Gefahr die Stufe der Omnipotenz und Omnipräsenz eines Heinz Karg zu erreichen.
Wo immer deshalb Medienmacht den Abstand verliert oder gar selbst versucht Politik zu machen wird sie zur fünften Gewalt. Davor fürchten sich

Hans Glatzl und die BFB-Fraktion

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