Im Sommerloch

Ri, Ra, Rutsch wir fahren mit der Kutsch! Mit einem Knaller hat sich der Burglengenfelder Stadtrat ins diesjährige Sommerloch katapultiert. In seltener Einigkeit spricht sich das Gremium parteiübergreifend übrigens im Einklang mit den Teublitzer Kollegen nach fünfzigjähriger Unterbrechung für die Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von Burglengenfeld nach Maxhütte-Haidhof aus. Eine auf den ersten Blick äußerst attraktive Idee mit der man beim Bürger punkten kann. Ist es doch sowohl ökologisch als auch nostalgisch ein Sympathietreffer oder um mit der SPD-Burglengenfeld zu sprechen „ein Bad im Herzen von Burglengenfelds“. Auch die CSU ist dabei. Zumindest bei der  Prognoseberechnung, weil die kostet die Kommune ja nichts, sondern das Geld dafür kommt direkt aus den Taschen der Bahnkunden.

Aber zurück zu den Fakten:

1. Damit dieser Wunsch  in Erfüllung geht, müssen werktäglich mindestens 1000 Reisende auf der Strecke fahren. Das wären im Jahr 250.000 Personen. Wer sich hier kurz an die Diskussion um den Haltepunkt in Maxhütte-Haidhof erinnert, weiß wie hart dort der Kampf war um dessen Schließung zu verhindern

2. Der Bahnhof in Burglengenfeld ist leider derart abgelegen und ohne Unterstell- und Parkmöglichkeiten, weil vor Jahren verkauft, dass kaum ein Berufspendler wohnhaft in den neuen Baugebieten am Augustenhof oder an der Umgehungsstraße auf die absurde Idee kommen wird, sich im Berufsverkehr erst in die Vorstadt vorzukämpfen um anschließend von dort mit dem Pendlerzug wieder in die Gegenrichtung zum Maxhütter Bahnhof zu fahren. Der SPD-Vorschlag am Eislaufplatz eine zusätzliche Haltestelle einzurichten spricht für sich.

3. Natürlich wissen auch die Burglengenfelder Stadträte, dass es sich um einen reinen Schufensterantrag handelt. Keiner rechnet ernsthaft damit, dass die erforderliche Anzahl an Fans der Lokalbahn tatsächlich auch nur annähernd erreicht wird.
Sollte es aber tatsächlich zum Schwur kommen, wird´s richtig teuer. Und sage keiner er habe es nicht gewusst. Die DB hat schon mal vorab potentiellen Interessenten zur Abschreckung mitgeteilt: 1,25 Millionen kostet die anstehende Renovierung der sechs Kilometer langen Schienenstrecke. Da ist der Kaufpreis von 141.000 Euro und die Jahrespacht von 11.000 Euro schon fast als Schnäppchen zu sehen. Derzeit fahren im Jahr(!) gerade mal zehn Güterzüge und dafür betragen die Einnahmen exakt 555 Euro.

Wer angesichts derartiger Fakten noch immer für das Projekt eintritt, ist entweder ein völliger Traumtänzer ohne Bezug zur finanziellen Realität in Burglengenfeld, oder er will die Bürger mit derartigen  Schnapsideen schlicht für dumm verkaufen. Ernsthafte Politik sieht anders aus.
Ein typischer (R)einfall ins Sommerloch. Aber nicht mit uns! Appellieren deshalb

Hans Glatzl und die BFB-Fraktion

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