DA BLITZA is wieda do …

… und hat g‘lesn, dass vor einigen Wochen manche Immobilien in Regenstauf unverkäuflich geworden sind. So stand es auf einem Blatt Papier, dass etliche Bewohner im Bereich des Grasigen Wegs in ihrem Briefkasten entdeckt haben. Da werd‘s manche gscheid g‘rissn ha‘m. Es war von „Gettobildung“ ohne h in einem Wohngebiet die Rede.
Interessant, dass einige Tage später ein schier allgegenwärtiger und nie zu übersehender Marktrat im Internet beim weißen „f“ auf blauem Grund die anonymen Urheber des besagten Flugblatts als rechte Flügelstürmer lokalisierte … und auch selbst von einem Getto ohne h schrieb: „Das Flugblatt, das verteilt wurde, ist leider nicht gekennzeichnet. Es trägt aber ganz eindeutig die Handschrift von sehr weit rechts außen stehenden Regenstaufern“ – und weiter unten: „Dort ist es ein Getto“. Prinzipiell könnte man ja meinen, wer einen Schreibfehler findet, soll ihn behalten, aber den hier muss man nicht für sich behalten, vor allem, wenn man weiß, dass rechts und rot halt lediglich den Anfangsbuchstaben gemeinsam haben, so wie Ribéry und Robben … übrigens zwei Nicht-Deutsche, die durchaus nicht nur in der „Mia san mia“-Community Entzücken hervorrufen, wenn sie mal wieder mitspielen, zwei Nichtdeutsche aus Ländern, die vor rund 75 Jahren Objekt deutscher Begierde waren, Stichwort Besatzung. Wie die Zeit vergeht …

Wieder zurück zum Thema. Jetzt fand eine als Bürgergespräch deklarierte Informationsveranstaltung in der sanierten Jahnhalle statt (saniert – das wär so mancher gern …). Eine faire Debatte sei es gewesen, die Asyldebatte, steht geschrieben. Kleiner Wermutstropfen: nicht alle, die sich für das Thema und beziehungsweise oder den Verlauf der Veranstaltung interessierten, durften dieser beiwohnen. Kapazitätsgrenze erreicht, Sicherheit und so.

Im Verlauf des Abends war dann sogar davon die Rede, dass es eine zweite Veranstaltung geben soll, damit die Ausgesperrten auch zu Insidern werden können. Wow! Wozu? Egal, soll‘s geschehen. Immer wieder war zu vernehmen, dass man zwar nicht gegen Sozialwohnungen (wär ja noch schöner!) oder gegen Asylbewerber (aber hallo!) sei, aber … – würde es nicht viel sympathischer und glaubwürdiger klingen, wenn es hieße: wir sind dafür, dass sich die Kirche und der Markt Regenstauf für den Bau von Sozialwohnungen engagieren, und wir heißen die in ihrer Heimat um Leib und Leben fürchtenden Menschen herzlich willkommen, zumindest werden wir ihnen keine Steine um die Ohren werfen oder in den Weg legen, und wir befürworten eine möglichst dezentrale Unterbringung auch schon während der Zeit ihres Asylbewerbeverfahrens. Ist Weihnachten schon wieder so lange her? Zugegeben, Josef ist nicht Jussuf, und Maria ist nicht Aida (bezeichnenderweise „die Zurückkehrende“ …), doch stünde es uns nicht gut zu Gesicht, wenn wir bei aller Diskussion um Details den siebeneinhalb Milliarden Menschen da draußen zeigen, was Menschlichkeit ist und was eine Willkommenskultur ist?

Blöd kommt in dem Zusammenhang sicher der unterschwellig mitschwingende oder gar deutliche Verweis auf das Sankt-Florians-Prinzip, was manche auch schon wieder an die Debatte um die Windräder und die 10H-Regelung erinnert – aber das is ja a anderes Thema und ma red‘t ja net, ma schreibt ja bloß …

… habe d‘Ehre!

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