Gelebte Integration: Syrerinnen und Pfadfinderinnen kochen gemeinsam

syrerinnen bbMAXHÜTTE-HAIDHOF (sr). Die Pfadfinderinnen St Georg (PSG) in Maxhütte-Haidhof erlebten einen Kochkurs besonderer Art. Die aus Syrien stammende Majdoulin (Magdalena) Hamza mit ihren Töchtern Mona und Nada, kamen in dem Gruppenraum der Pfarrei St. Barbara, um 17 Pfadfinderinnen Spezialitäten der Syrischen Küche näherzubringen. Unter Anleitung der Syrerinnen durften die Mädchen Tabouleh, ein Salat aus Petersilie und Bulgur zubereiten, Muhammara – eine Vorspeise aus Walnüssen sowie Schawarma – syrischen Döner.

Mit Begeisterung wurde geschnippelt, gerührt und schließlich gekostet, v.a. Schawarma  in dünnes Brot gewickeltes, geschnetzeltes Fleisch und Gemüse wurde mit großer Begeisterung verzehrt.
Ganz nebenbei ergaben sich Fragen an die drei Frauen. Sie stammen aus einem völlig zerstörten Vorort von Damaskus und waren Ende letzten Jahres zu dritt über die Balkanroute nach Deutschland geflüchtet. Magdalena war einst Lehrerin für Arabisch gewesen, spricht aber außerdem englisch, schon ein bisschen deutsch und fließend russisch. So konnte  Pfadfinderin Jennifer Kreets, die ebenfalls russisch spricht, den andren Mädchen auch die Kochanweisungen übersetzen.

Tochter Mona, die in Damaskus Wirtschaft studierte, spricht englisch und hat schon viele deutsche Worte gelernt, welche sie mit Freude anwendet. Sie zeigte den interessierten Mädchen auch, wie Muslima adrett ihr Kopftuch binden.
Die zwölfjährige Nada, besucht inzwischen in Neutraubling bei Regensburg eine Schule und lernt dort in Windeseile deutsch. Auf Nachfragen der Pfadfinderinnen, was sie denn vor dem Krieg in ihrer Freizeit am Nachmittag gemacht hat, wurde deutlich, dass in Syrien organisierte Freizeitaktivitäten nicht üblich waren, sondern die Freizeit zu Hause im Kreise der Familie verbracht wurde.
Sprachbarrieren gab es an diesem Nachmittag keine: neben deutsch waren englisch, russisch und arabisch zu hören und natürlich wurde auch gestikuliert.

syrerinnenDiese Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes „die Welt fair-ändern“ statt, welches die  Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) über zwei Jahre hinweg mit vielen verschiedenen Aktionen zum Thema Globalisierung durchführt. Quartalsthema ist momentan „Flucht, Migration und Multikulti“. Vor zwei Wochen hatten sich die Pfadfinderinnen bereits mit dem Thema Flucht auseinander gesetzt. Dabei beleuchtete Projektreferentin Gaby Vetter-Löffert spielerisch Fluchtursachen und in einem Rollenspiel beschäftigten sich die Mädchen mit dem Thema Flucht.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Jugendringes gefördert. Die Zutaten für die Lebensmittel spendierte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend im (BDKJ) Diözesanverband Regensburg.
Wer Interesse an den wöchentlichen Gruppenstunden bei den Pfadfinderinnen in Maxhütte hat, die sich normalerweise immer am Freitag Nachmittag je nach Altersstufe treffen, kann sich bei  Gruppenleiterin Ilona Sommer unter der Telefonnummer 09621-917887 melden. „Als große Bereicherung sehen wir  Pfadfinderinnen es auch Mädchen mit anderer Herkunft in unsere Stämme  aufzunehmen“, so Ilona Sommer.

 

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