Zauberwort “Fördermittel”

aus LOKAL 24.2.2016 …

 

“da Blitza hat g‘lesn, dass a im ganzen Markt bekannter Leserbriefschreiber gschrie‘m hat, „die Amtskirche will sich zu Lasten der Steuerzahler bereichern“. Wenn das deren Motiv für den Bau der Immobilien neben Spindl- und Friedhof ist, dann hätte sie bereits gut von den Konzernen unserer Arbeitsplätze schaffenden Wirtschaft gelernt, die es mittels Lobbyisten regelmäßig schaffen, unsere politischen Entscheider zu gesetzlich fundierten Subventionen für noch nicht so gut laufende Produkte zu überreden… Verzeihung, überzeugen. Allerdings soll es für den im Überzeugungsprozess laufenden Zuwendungsfluss kaum bis gar keine Zeugen geben. Jedenfalls, bis das Volk was versteht und kauft, braucht es oft Zeit, und die haben gewisse Produzenten einfach nicht und machen deshalb ihren Einfluss geltend, damit ihre Produkte für den einzelnen Bürger billiger und deshalb attraktiver werden, weil ja die Gesamtheit der Steuer zahlenden Bevölkerung die Fördermittel mittels prall gefülltem Steuersäckel zur Verfügung stellt.

„Fördermittel“ ist auch das Zauberwort für die Mitglieder des Marktrats inklusive Bürgermeister sowie für die in der Verwaltung unserer Marktgemeinde Beschäftigten und an entsprechenden Entscheidungsprozessen Beteiligten. Erst in der letzten Sitzung des Marktrats haben es etliche Anwesende mehrmals in den Mund genommen, als es um das Areal neben dem Kultur- und Mehrgenerationenhaus sowie um die Neugestaltung des Areals beim Thomas Wiser Haus ging. Klar, Betroffene, Beteiligte und Interessierte der Bürgerschaft werden schon gefragt, wenn es im Vorfeld von Maßnahmen um die Fragen „was? und „wie?“ geht. Entscheidend ist allermeist jedoch die Frage der Förderfähigkeit. Da kann das Volk wollen, was es will und wie es es will – ohne Fördermoos is nix los.

Es geht jetzt gar nicht um Schönheit oder Hässlichkeit oder Nützlichkeit des neuen Platzes mit Aufgang zur Bergstraße, auch nicht um das imposante Häuserl am Parkplatz beim alten, nein ehemaligen Feuerwehrhaus. Alle, die Steuern zahlen, sollen sich lediglich wieder mal bewusst machen, dass es ihr Geld ist, was in den öffentlichen Projekten steckt, egal, welchen Anteil der Markt oder der Kreis oder der Bezirk oder das Land oder der Bund oder die EU übernehmen.

Um nochmal auf die Unterkunft für Asylbewerber zurückzukommen: soll man sich wirklich dem Diktat des Förderonkels unterwerfen und das Projekt im vorgestellten Ausmaß gegen den Willen von rund 10 Prozent (Unterschriften) der Einwohner durch- und umsetzen, nur um vom Bezirk Betreuungspersonal im weiteren Sinn bezahlt zu bekommen? Sollte man nicht lieber dafür sorgen, dass aus etlichen Gegnern Unterstützer und Helfer werden können, weil sie sich mit einer sozial verträglicheren Lösung identifizieren können? Kann der Markt nicht die eine oder andere Planungsbüro subventionierende Schönheitsoperation am Ortsbild auf die lange Bank schieben, um das dabei momentan eingesparte Geld dort auszugeben, wo es humanitär aktuell gebraucht wird? Und wenn de Kirch am Bau und Betrieb der Immobilien verdient, na werd s‘es hoffentlich auf der andern Seite zum Wohl Bedürftiger wieder ausge‘m, hoffentlich! Und dann hätt ma allesamt was Guads do. Aber was woaß ma scho, und ma red‘t ja net, ma schreibt ja bloß…

… habe d‘Ehre!

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