Rotygen bei Lengenuelt, Lyenperch und Schawenforst

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Dr. Wolfgang Janka

 

MAXHÜTTE-HAIDHOF (sr). Wer hätte erraten, dass sich hinter diesen Namen die Stadtteile Roding (bei Burglengenfeld), Leonberg und der Sauforst verstecken? Einen abwechslungsreichen, interessanten und aufschlussreichen Vortrag die hielt Dr. Wolfgang Janka vor kurzem im MehrGenerationenHaus Maxhütte-Haidhof. Er klärte über die Entstehungsgeschichten von Ortsnamen im Allgemeinen und speziell der zu Maxhütte-Haidhof gehörenden Siedlungen auf.

Die zahlreichen Gäste im MehrGenerationenHaus bekamen, anhand von zahlreichen Beispielen, einen Überblick zu dem aktuellen, wissenschaftlichen Forschungsstand und konnten über manche Kuriosität staunen. So ist der Ortsteil Roding wohl auf „rotec“, „rotic“, also „rostig“ zurückzuführen. Vermutlich war damit die Farbe des Bodens gemeint und hat nichts mit einer Rodung des Waldes zu tun.

„Oftmals ist die Namensforschung sehr schwierig“, erläutert Janker. „Die Quellen wollen erst einmal gefunden werden und die Schreibweisen ändern sich häufig und sind heute oftmals sehr weit von der ursprünglichen Form entfernt. Von Vorteil sind natürlich Verweise, wie z.B. „bei Lengenuelt“, die eine eindeutige Zuordnung erleichtern“, so der Wissenschaftler weiter.

Am Beispiel des Ortsteils Verau lässt sich aber sehr gut zeigen, wie Namen entstehen konnten:
Um 1450 findet sich Quellen mit Erwähnung des Namens „Verherau“ für das Gebiet des heutigen Verau. Das Wort „Au“ ist bis heute bekannt, sein Ursprung liegt im Mittelhochdeutschen „ouwe“, was wasserreiches Wiesenland bedeutet.
Ebensfalls aus dem Mittelhochdeutschen stammt das Bestimmungswort „verher“. Es ist mit Schwein oder Ferkel zu übersetzen.
Verau beschreibt ein feuchtes Wiesenland auf dem die Schweine gehütet wurden.

Apropos Tiere: Auch der Leonberger Ortsname geht wohl auf ein Tier zurück, dem Löwen. „Gerne verwendete Adelige imposante Tiere bei Ortsbezeichnungen“, so Dr. Janka. „Leon“ dürfte sich aus dem mittelhochdeutschen „lewe“ entwickelt haben.

Hingegen hat der „Sauforst“ nichts mit dem Borstentier zu tun.
Um 1285 taucht erstmal der Name „Schawenforst“ auf. Der dortige Forst dürfte die freie Sicht von der Feste in Lengenfeld auf den Osten behindert haben und deswegen musste ein Schauposten aufgestellt werden. Der Name änderte sich über die Jahrhunderte von Schawenforst über Schauforscht bis hin zu heutigen Namen „Sauforst“.

Ortsnamen haben uns schon immer geholfen, uns zu orientieren und das Land in abgesteckte Bereiche einzuteilen. Die Region um Maxhütte-Haidhof ist für Namensforscher schon immer interessant gewesen. Vielleicht ergeben sich ja in einigen Jahren noch weitere Erkenntnisse.

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