Bayern: 30 Kinder hoffen auf lebensrettendes Spenderorgan

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Bayern: 30 Kinder hoffen auf lebensrettendes Spenderorgan – höchste Zahl seit 2010

MÜNCHEN (sr). 30 junge Patienten unter 18 Jahren warteten in Bayern am 1. Juli dieses Jahres auf ein Spenderorgan. Das sind zwanzig Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Techniker Krankenkasse (TK) ist das die höchste Zahl seit 2010. Damals, kurz vor Bekanntwerden des Organspendeskandals, waren 45 Kinder im Freistaat auf der Warteliste. Mehr als die Hälfte der kleinen bayerischen Patienten benötigt eine Niere (16), acht ein Herz und sechs eine Leber. Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern, bedauert die Zunahme: „Ich hoffe mit den jungen Patienten und deren Familien, dass sie möglichst bald das lebensrettende Organ erhalten. Immerhin12 Kinder im Freistaat bekamen im ersten Halbjahr 2016 ein Spenderorgan.“
Bundesweit zeigt sich die gleiche Tendenz. 192 Kinder, rund ein Viertel mehr als im Vorjahr, standen am 1. Juli auf der Warteliste. Das ist ebenfalls die höchste Zahl seit 2010 (267).
TK engagiert sich beim Bündnis für Organspende
Um den betroffenen Familien Hoffnung zu geben, engagiert sich die TK im Bündnis für Organspende des bayerischen Gesundheitsministeriums. Das Bündnis will mit verschiedenen Aktionen über Organspende und Transplantationsmedizin informieren, damit jeder Bürger ab 14 Jahren für sich bei diesem komplexen Thema eine Entscheidung treffen kann. Beispielsweise gibt es Aktionen wie „Organspende macht Schule“ oder „Schulklassen in Transplantationszentren“ um gezielt junge Menschen aufzuklären.
Potenziale der Digitalisierung auch für Organspende nutzen
Zusätzlich fordert Bredl, dass die Potenziale der Digitalisierung endlich für die Organspende genutzt werden. Seit Jahresanfang gibt es das E-Health-Gesetz. Es sieht auch weitere Anwendungen für die elektronische Gesundheitskarte, kurz eGK, vor. Der TK-Leiter: „So ist beispielsweise die Aufnahme des Organspendeausweises in der eGK vorgesehen. Das könnte die Politik sofort umsetzen.“ Außerdem schlägt er vor, dass alle Krankenkassen gesetzlich verpflichtet werden, ihren Kunden eine elektronische Gesundheitsakte anzubieten, in der die Versicherten beispielsweise ihre Spendebereitschaft oder ihre Notfalldaten selbst aktualisieren können. „Die TK arbeitet gegenwärtig daran. Die erste Stufe zur Umsetzung haben wir bereits öffentlich ausgeschrieben“, sagt Bredl.

Die TK bezieht sich auf aktuelle Zahlen von Eurotransplant. (www.eurotransplant.nl). Der Verbund mit Sitz im niederländischen Leiden vermittelt und koordiniert den internationalen Austausch von Spenderorganen in einem Einzugsgebiet, in dem rund 135 Millionen Menschen leben. Das Gebiet umfasst Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowenien und Kroatien.

Mehr zur Organspende unter www.tk.de
Fotos: Techniker Krankenkasse

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