Sonderausstellung “Technik der Vorzeit – Archäologie im Experiment”

Eröffnung: 16. März, 19.30 Uhr

Das Stadtmuseum Schwandorf präsentiert vom 17. März bis 5. Juni 2017 eine spannende Sonderausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Grabungstechniker Lothar Breinl und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege entstand. Sie macht für große und kleine Ausstellungsbesucher Geschichte anschaulich und erlebbar, wobei sie zu den Anfängen der Technik der Vorzeit zurückführt.

Grau ist alle Theorie – und manchmal auch irrig. Wer weiß, ob die erforschte Theorie auch in Wirklichkeit funktioniert? Man unternimmt daher einen Versuch, überprüft Theoretisches in seiner praktischen Handhabung. Und genau dies kann der Besucher der Sonderausstellung „Technik der Vorzeit – Archäologie im Experiment“ erfahren und bei entsprechenden Aktionstagen auch live miterleben. Die Ausstellung lässt die interessierte Öffentlichkeit, vor allem auch Kinder und Jugendliche, in die Welt der Steinzeit bzw. Vor- und Frühgeschichte eintauchen, indem sie hierzu viel Spannendes vermittelt und auf interessante Fragestellungen Antworten sucht: Wie lange dauert es wirklich, um mit Hilfe einer Steinaxt aus einem Baumstamm einen Einbaum herzustellen? Wie lange brauchen wir mit einem jungsteinzeitlichen Bohrer, um eine Muschelperle zu durchbohren? Gelingt es tatsächlich, mit Steinen und Zunderschwamm einen Funken überspringen zu lassen und ein Feuer zu entfachen? Welche Bestandteile sind für ein „Feuerzeug der Vorzeit“ denn überhaupt nötig? Dies sind nur ein paar Fragen, auf die in der Ausstellung Antworten gegeben werden. Anschauliche Bildtafeln, erklärende Texte und der historischen Realität entsprechende Exponate zeigen dabei die Herstellungsvorgänge verschiedenster vorgeschichtlicher Gegenstände wie beispielsweise Pfeilspitzen aus Feuerstein vom Rohmaterial bis zum Endprodukt.
Schwerpunkte der Sonderschau sind dabei steinzeitliche Handwerkstechniken wie die Steinschlag- und Steinschlifftechnik zur Erzeugung von Jagdwaffen oder Werkzeugen, der Bootsbau zur Fertigung von Einbäumen oder das vorgeschichtliche Formen und Brennen von Keramik. Gezeigt wird die Herstellung von Schmuckgegenständen aus Muscheln oder Schnecken und Haarkämmen aus Hirschhorn. Ebenso wird auf die jungsteinzeitliche Textilanfertigung mit Hilfe von Spinnwirteln und Webrahmen eingegangen und anschaulich erklärt, dass es schon in der Steinzeit einen „Alleskleber“ gab, nämlich das Birkenpech.

Die Ausstellung möchte dazu beitragen, die außergewöhnlichen handwerklichen Leistungen und Möglichkeiten einer Zeit herauszustellen, in der Metall als Werkstoff noch unentdeckt und unbekannt war. Viele der Erkenntnisse, die in archäologischen Experimenten gewonnen wurden, werden in dieser Sonderausstellung thematisiert. Dabei wird nicht nur auf die korrekte Vermittlung von kulturgeschichtlichem Wissen Wert gelegt, sondern es soll ebenso ein lebendiges und authentisches Bild des Lebens unserer Vorfahren gezeichnet werden.

Zahlreiche Spuren des frühen menschlichen Lebens gibt es auch in und um Schwandorf, wie beispielsweise im Naabtal bzw. in benachbarten Flusstälern und auf Hochflächen. Davon zeugen viele Entdeckungen, aber auch zahlreiche Lesefunde der Vor- und Frühgeschichte und des Mittelalters, die in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden. Einige davon werden daher parallel zur Sonderausstellung „Technik der Vorzeit – Archäologie im Experiment“ gezeigt. Die hiesigen Kreisheimatpfleger für Archäologie haben dazu ganz aktuelle Beispiele zusammengestellt und präsentieren damit dieses wichtige ehrenamtliche Aufgabengebiet im Landkreis Schwandorf.

Eva Maria Keil, MA, Wiss. Leiterin Stadtmuseum Schwandorf

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