Mit Teilzeitausbildung neue Azubis

Der Fachkräftemangel erfordert innovative Lösungen. Eine interessante Möglichkeit für Firmen auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften ist die Teilzeitausbildung.

Schwandorf/Amberg/Cham. Mehr Ausbildungsstellen – weniger Bewerberinnen und Bewerber. Der Trend der letzten Jahre setzt sich auch in diesem Jahr weiter fort, das zeigen die aktuellen Ausbildungsmarktdaten. Die Folge: Manche Unternehmen gehen beim Kampf um die Köpfe in diesem Jahr leer aus.
Dorothea Seitz-Dobler, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der Agentur für Arbeit Schwandorf, ermutigt die Unternehmen, sich auf die neue Situation einzustellen. Statt sich nur auf die klassischen Schulabgänger als künftige Auszubildende zu konzentrieren, muss der Blickwinkel verstärkt auf andere Personengruppen gerichtet werden. Auch junge Erwachsene mit Kindern, denen eine Chance für eine Berufsausbildung gegeben wird, sind motivierte Fachkräfte von morgen.

Die Arbeitsmarktexpertin verweist auch auf das Potential der Jahrgänge zwischen 25 und 35 Jahren, die wegen Kindererziehung keine abgeschlossene Ausbildung haben oder im bisherigen Beruf nicht mehr Fuß fassen können. Sie sind in der Regel motiviert und lebenserfahren und haben noch 30 Berufsjahre als Fachkraft vor sich.

„Damit Familie und neue Berufsausbildung gut vereinbart werden können, sollten mehr Unternehmen von der Möglichkeit der Teilzeitausbildung Gebrauch machen“, wünscht sich Seitz-Dobler. Schon seit 2005 lässt das Berufsbildungsgesetz diese Form der Ausbildung zu. Betrieb und Auszubildender einigen sich auf eine Ausbildungszeit von mindestens 25 Stunden (einschließlich des Berufsschulunterrichts), ohne dass sich die gesamte Ausbildungsdauer dadurch verlängert.

„Betriebe, die in Teilzeit ausbilden haben erkannt, dass Frauen mit Familienpflichten durch Gewissenhaftigkeit und Organisationstalent überzeugen und sehr gut mit Stresssituationen zu Recht kommen“, weiß die Beauftragte für Chancengleichheit. Zudem können sie sich über gute Abschlussergebnisse freuen, die oft über dem Durchschnitt liegen. Unternehmen, die einem Erwachsenen so eine „zweite“ Chance bieten, gewinnen eine engagierte, betriebstreue Fachkraft: „Im Wettbewerb mit anderen Unternehmen punkten sie durch ihr soziales Engagement und Familienfreundlichkeit.“

Um Unternehmen und Ausbildungsinteressenten die notwendigen Informationen zukommen zu lassen, hat Dorothea Seitz-Dobler einen Info-Flyer entwickelt, der die wichtigsten Fragen beantwortet. Angefordert werden kann der kostenlose Flyer unter Telefonnummer 09431/200-250 oder per Mail unter BCA.Schwandorf@arbeitsagentur.de

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