„Flickschusterei bei den Kindergärten!“

BWG kritisiert fehlendes Konzept / Eltern und Kinder sind Leidtragende

BURGLENGENFELD (sr). „Die Stadt wächst und wächst“, so freut sich die Burglengenfelder Wählergemeinschaft BWG. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung sei die seit 1990 ausgebaute Infrastruktur mit modernen Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen, einem Kultur-, Sport- und Freizeitangebot, das sich sehen lassen kann, und nicht zuletzt dem Wohlfühlbad Bulmare. Durch die vielen Zuzüge sei die Steuerkraft der Stadt um mehr als 100 % gestiegen. 75 Mio. Euro seien seit 1990 investiert worden, um aus Burglengenfeld „die kinder- und familienfreundlichste Stadt in der Region“ zu machen.

Die Entscheidungen des Stadtrates in jüngster Zeit werfen allerdings bei den fünf Stadträten der BWG – Albin Schreiner, Theo Lorenz, Heinz Karg, Evi Vohburger und Max Graf – Zweifel auf, ob diese Position gehalten werden können, so heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.
Seit Jahren fordere die BWG die Errichtung eines neuen Kindergartens auf dem Grundstücksareal der Pfarrei St. Josef. „Dieser Vorschlag fand im Stadtrat bisher jedoch keine Mehrheit. Stattdessen wurde beschlossen, den AWO-Kindergarten mit großem Aufwand um eine Gruppe zu erweitern. Diese Maßnahme war jedoch von Anfang an nicht geeignet, dem Bedarf zu genügen“, so erläutert BWG-Fraktionsvorsitzender Albin Schreiner: „Es war für jeden erfahrenen Kommunalpolitiker absehbar, dass diese Konzeption nicht ausreichen würde.“
So sei es keine Überraschung gewesen, dass im Herbst 50 Kindergartenplätze gefehlt haben. Dieser Umstand sei seit Monaten im Rathaus bekannt. Die Mehrheit des Stadtrates sei leider damit zufrieden, dass die größten Probleme mit einem Container-Kindergarten nur provisorisch gelöst werden.

Schreiner: „Wo der neue, endgültige Kindergarten errichtet werden soll, ist nach wie vor nicht geklärt. Erneut wurden falsche Weichenstellungen und keine zukunftsweisenden Entscheidungen getroffen, von Ideen oder Visionen ganz zu schweigen.“
Erstaunlich sei allerdings, dass für den Ankauf eines Grundstücks im Baugebiet Hussitenweg im städtischen Investitionsprogramm ein Betrag von einer Million Euro eingesetzt sei. Für die Errichtung des neuen Kindergartens sei für die Jahre 2018 bis 2020 sogar ein Betrag von 5,9 Mio. Euro im städtischen Haushalt eingeplant.

„Dieser Ansatz ist restlos überzogen“, findet die BWG. „Entsprechende Fragen, wie sich dieser hohe Betrag zusammensetzt, konnte der Bürgermeister in der Stadtratssitzung auch nicht beantworten.“

„Geht es nach den Vorstellungen und Anträgen der BWG, wird auf dem Areal der Pfarrei St. Josef ein neuer, endgültiger Kindergarten mit Erweiterungsmöglichkeit geschaffen. Die Verwaltung sollte noch in diesem Jahr die Planung erstellen und dafür Sorge tragen, dass dieser neue Kindergarten möglichst im Herbst 2018, spätestens im Frühjahr 2019 fertig gestellt ist. Bis heute wurde dieser wichtige Antrag aber vom Bürgermeister noch nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt“, kritisieren die Stadträte der BWG.

BWG-Stadtrat Theo Lorenz: „Die Stadt hat die Chance verpasst, durch mutige und zukunftsweisende Entscheidungen rechtzeitig die notwendigen Kindergarten- und Krippenplätze bereit zu stellen. Stattdessen wird Flickschusterei betrieben.“

Der BWG-Vorschlag habe den Vorteil, dass nicht erst ein Grundstück für eine Mio. Euro erworben werden müsste. Mit der Realisierung könne umgehend begonnen werden. Die Kinder könnten früher den neuen Kindergarten beziehen als bei der von CSU und SPD beschlossenen Lösung, „wo noch keinerlei Zeitplan abzusehen ist.
Die BWG kritisiert abschließend „einen weiteren Missstand“: Nur eine begrenzte Anzahl von Kindern erhalte im städtischen Kindergarten in Wölland ein warmes Mittagessen. Schreiner und seine Fraktionskollegen haben daher beantragt, auch dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu setzen, um eine Versorgung „aller Kinder, die das wünschen“, mit einer warmen Mahlzeit zu gewährleisten.

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