„Denkzettel“: Kriminelle SWAPS

Was ist der Unterschied zwischen Burglengenfeld und Pforzheim? Burglengenfeld nennt sich Perle der Oberpfalz und in Pforzheim werden Perlen zu Schmuck verarbeitet. In Pforzheim werden Kommunalpolitker für ihre SWAPS-Geschäfte zu Haftstrafen verurteilt, während sie sich in Burglengenfeld für ihre Cleverness selbst feiern. Wer‘s nicht glaubt, liest dazu die Reportage „Von Granaten und Ostereiern“ (SZ v.22.11.2017) und umgekehrt das BWG-Eigenloblied im „BWG-Bürgerinfo“29/11:

„Zinsgewinne werden … verschwiegen“. Unglaublich aber wahr!
Die frühere Oberbürgermeisterin von Pforzheim ist dieser Tage aufgrund von Spekulationsgeschäften für ihre SWAPS-Geschäfte wegen schwerer Untreue zu einer 20-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Durch die Währungskurswetten war der Pfälzer Schmuckstadt ein Schaden von 57 Millonen Euro entstanden. Der Strafrichter verglich das riskante Finanzgebaren im Prozess mit dem Kauf von Handgranaten. Kritiker aus der Bankenwelt sprechen in diesem Zusammenhang von Casino-Kapitalismus. In Burglengenfeld hat der verantwortliche Altbürgermeister Heinz Karg, nachdem er der Stadt einen Gesamtschuldenberg von 60 Millionen Euro hinterlassen hat, dafür von seinen Getreuen die goldene Bürgermedaille verliehen bekommen. Er sitzt heute noch meckernd im Stadtrat. Ja, die dümmsten Kälber wählen eben ihre Metzger selber.

In Pforzheim hat sich der Nachfolger zwischenzeitlich von den beteiligten Casinobanken etwa 40 Millionen zurückgeholt und der Schaden konnte dadurch etwas begrenzt werden. In Burglengenfeld dagegen ist die Spekulationsblase noch immer am Blubbern, weil die Geschäfte mit den Swaps ja hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss des Stadtrates im Bereich der Stadttöchter weiterlaufen. Ungeahndet! Das Urteil scheint jedenfalls noch nicht bis in die Oberpfälzer Provinz und bei der dort angesiedelten Staatsanwaltschaft durchgedrungen zu sein.

Die „BWG-Bürgerinfo“ verhöhnt nicht nur die Justiz, sondern zeigt in erschreckender Weise, dass die „Täter“ von damals sich sogar damit brüsten und einfach so weitermachen. Mit aberwitzigen Zukunftsprognosen wird die Zockerei fortgeführt, nur um die eigene Großmannsucht und Fehler nicht eingestehen zu müssen. Lügen und Größenwahn haben in Burglengenfeld offenbar längere Beine als im Rest der Republik.
Doch die Verantwortlichen sollten gewarnt sein. Keiner der Beteiilgten Aufsichtsräte von BWG, FWL und SPD kann nach diesem Urteil noch länger behaupten, er habe nichts von der Strafbarkeit seines Handelns gewusst. Selbst Dummheit schützt nicht immer vor Strafe. Jeder, der die Hand damals gehoben hat und heute noch schützend über diese faulen Papiere im Aufsichtsrat der Bulmare GmbH hält, haftet für seine Entscheidung. Daran erinnern

Hans Glatzl
und die BFB-Fraktion

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