Lasst eure Katzen kastrieren!

INGRID LIEZ …

Wir haben Frühling und jetzt kommen wieder überall vermehrt Katzenkinder zur Welt. Sind die süß! So süß und so lästig, dass sie vielerorts entsorgt werden wie Müll, im Fluss ertränkt oder – bestenfalls – im Tierheim abgegeben. Also mal ehrlich: Deutschland hat zwar kein Streunerhunde-Problem wie zum Beispiel Rumänien, aber Deutschland hat eindeutig ein Katzenproblem, und der Gesetzgeber tut nichts dagegen!

Tausende von Katzen leben frei auf den Straßen, sie wurden verstoßen oder sind gleich draußen geboren. Das Leben einer Streunerkatze ist knallhart, sie sind scheu und leiden stumm, viele sind krank und unterernährt. Ihre Körper sind von Parasiten und Infektionen geschwächt und viele quälen sich mit den Folgen von Unfällen. Eine Katze bekommt mehrmals im Jahr Nachwuchs. Rechnet man das hoch (zum Beispiel zweimal Nachwuchs und jeweils drei Kätzchen überleben), sind das nach fünf Jahren bereits über 12.000 Katzen (www.tierschutzbund.de, Fortpflanzungspyramide).

Viele Tierschutzorganisationen auch in der Region Städtedreieck versuchen, das Elend der Katzen zu mindern, indem sie sie einfangen, kastrieren, gesund pflegen und versuchen, die Katze in gute Hände zu vermitteln. Zum Beispiel der Tierschutzverein Städtedreieck e. V. oder die Private Katzenhilfe mit Sitz in Regenstauf arbeiten da Hand in Hand. Stichwort Kastration: Viele Katzenbesitzer verzichten darauf – aus den verschiedensten Gründen. Manchmal einfach aus Bequemlichkeit, aus Geldmangel, weil die Katze dick werden könnte und nicht mehr wächst, die Katze fängt keine Mäuse mehr, die Kinder sollen einmal junge Kätzchen erleben dürfen (vgl. www.tierwiki.com/katzen/kastration). Dabei sind das größtenteils Vorurteile! Eine kastrierte Katze hat vielmehr die fast doppelte Lebenserwartung. Sie wird nicht mehr rollig und ist viel entspannter, das heißt, sie versucht nicht mehr während des Rolligseins ständig aus der Wohnung zu entkommen, um einen Paarungspartner zu finden. Jede Rolligkeit ist mit großem Stress verbunden und das Risiko einer Gebärmutterentzündung steigt. Mit einer Kastration helfen die Katzenbesitzer, das Katzenelend zu verhindern. In den Tierheimen werden immer helfende Hände gesucht, die die Tiere versorgen – dort gibt es genug junge Kätzchen, für die auch Pflegestellen gesucht werden.

Eine Katzenkastration kostet – je nach Tierarzt, der sich aber nach einer Gebührenordnung zu richten hat – für einen Kater 60€ und für eine Kätzin 90€, wobei der Routineeingriff bei letzterer auch mal in den dreistelligen Bereich rutschen kann. Hinzukommt noch die Nachsorge (www.einfachtierisch.de). Wenn man die Kosten einfach nicht stemmen kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man kann mit dem Tierarzt sprechen, denn es ist ihm erlaubt, im begründeten Einzelfall von der Gebührenordnung abzuweichen, so schreibt die Sächsische Landestierärztekammer. Man kann aber auch bei einer Tierschutzorganisation um Hilfe bitten. Oft werden spezielle Kastrationsaktionen veranstaltet, und man kann bei einer Teilnahme viele Kosten sparen.

Die Private Katzenhilfe in Regenstauf (Tel.09402/7272, Mail info@private-katzenhilfe.de) arbeitet mit Spenden, Patenschaften und Verkäufen von gesponserten Waren. Beim Maimarkt mit verkaufsoffenen Sonntag am 6. Mai 2018 findet man ebenfalls ihren Stand. Auch bei Facebook (bei Edeltraud Diederichsen, Burglengenfeld) findet man diese engagierte Gruppe mit vielen Fotos, Vermittlungsgesuchen, Fundkatzen, aber auch zum Beispiel den Tierschutzverein Städterdreieck e. V. mit zahlreichen Berichten aus dem Tierschutz.

Schauen Sie beim Katzenelend nicht weg – auch eine Katze ist ein Lebewesen!

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