Auch Kastration ist Tierschutz!

INGRID LIEZ …

Das Thema hatte ich dieses Jahr schon – aber ich muss einfach noch einmal darüber schreiben. Ein im Landkreis Schwandorf und Regensburg dringendes Thema ist das Elend ausgesetzter, hilfloser und nicht mehr gewollter Katzen. Es ist doch wirklich befremdlich, dass so viele Menschen einfach die Augen davor verschließen, auch und gerade diejenigen, die eine Katze oder Kater besitzen und diese – als Freigänger – nicht kastrieren lassen.
Hat man immer noch nicht verstanden, dass eine Katze bis zu drei Würfen pro Jahr haben kann? Das sind im Durchschnitt ca. 15 Katzenkinder, die oftmals von den Besitzern einfach ignoriert werden und dann in der freien Natur ausgemergelt vor sich hin vegetieren. Eitrige Augen, Pilzerkrankungen, Fell- und Darmerkrankungen sind an der Tagesordnung. Wer es schafft, vermehrt sich weiter, und so sind die Streunerkatzen für die völlig überforderten Tierhelfer ein Problem, das außer Kontrolle gerät.

Von der ethischen Dimension ganz zu schweigen: Was die Katzen betrifft, sind wir als fortschrittliches und ökonomisch hervorragend dastehendes Land nicht besser als Rumänien, Bulgarien oder Russland.
Hier ist auch die Politik eindeutig gefragt und aufgefordert, zu handeln: Was in 671 Städten der Republik schon Realität ist (keine einzige davon in Bayern, obwohl eine Zuständigkeitsverordnung durch den Landtag nach §13b TSG für die Gemeinden erlassen wurde!), sollte flächendeckend eingeführt werden: Eine Katrationspflicht und eine Kennzeichnung für alle Katzen – vorzugsweise mit Mikrochip, sowie eine entsprechende Eintragung in einem Tierregister. So könnten alle Fundtiere schnellstmöglich dem Besitzer zugeordnet werden.

Ich persönlich bin sogar für die Einführung von Katzen- oder auch Pferdesteuern, wie bei den Hunden, denn dann könnten die Katzenbesitzer auch bei der Kastration finanziell unterstützt werden. Doch schon jetzt gibt es immer wieder mal Kastrationsaktionen, veranstaltet von den Tierschutzvereinen, bei denen man sich beteiligen und eine Menge Geld sparen könnte. Nach Aussage von örtlichen Experten wäre bei der Kastrationspflicht allerdings die Überprüfbarkeit das Problem.

Mehr Verantwortung für die Tiere, ist mein Appell! Die Katze ist, wie leider auch Häschen, Meerschweinchen oder Hamster, in den Köpfen vieler Menschen zu einem Wegwerfprodukt verkommen. Heute mal Lust auf einen Kuschelpartner, morgen keinen Bock mehr, das Katzenklo und die Näpfe zu reinigen, also Tür auf und raus, schlimmstenfalls die Autotür auf einem Rastplatz. Für sich selbst ist man immer bereit, Geld auszugeben, überall hinzufahren, Zeit zu investieren, aber immer weniger für ein elendes Tier! Wir essen die Tiere, wie beuten sie aus, quälen sie und dann schmeißen wir sie weg, und wir bezeichnen uns als die Krone der Schöpfung …
Die Tierhilfen beklagen ebenfalls, dass immer weniger Menschen bereit sind, Fundkatzen in Pflege zu nehmen, wohin also noch mit den vielen heimatlosen Tieren? Tiere sind anstrengend, Tiere machen Dreck und versauen die schöne Designerwohnung – doch es ist ein vom Menschen gemachtes Problem.

Viele vergessen immer wieder, dass wir in einer Gemeinschaft leben, in der nicht jeder für sich steht, sondern jeder Verantwortung übernehmen muss, auch für das Ganze, denn sonst funktioniert das System bald gar nicht mehr. Vieles, was bei uns schiefläuft, basiert auf dieser Mentalität, dem „Ich-komme-zuerst“- Denken. Daran leidet der gesamte Planet: An der Gleichgültigkeit von uns Westeuropäern und Nordamerikanern mit unserer Geschichte voller Ausbeutung und Überheblichkeit. Irgendwann zahlen wir jedoch den Preis.

Zurück zum Thema: Lassen Sie bitte Ihre Katze kastrieren und unterstützen Sie die Tierschutzvereine bei ihrer Arbeit, wo es möglich ist.
Bleiben Sie aufmerksam und helfen Sie Mensch und Tier in Ihrem persönlichen Umfeld. Bleiben Sie Mensch und übernehmen Sie Verantwortung.