Baumsterben

DENKZETTEL …

Ein „Naturwunder“ der besonderen Art können Besucher am Burglengenfelder Marktplatz derzeit erleben: Die Kastanien blühen. Die Blüte zur Unzeit ist ein letzter Hilfeschrei der gequälten Natur. Anders ausgedrückt, versuchen die Pflanzen kurz vor dem Absterben nochmals alle Überlebenskräfte zu mobilisieren.Vergeblich! Standort und Bepflanzung passen einfach nicht zusammen.

Statt sich allerdings diese Tatsache einzugestehen, wird unter großem finanziellen und personellem Aufwand der Bauhofmitarbeiter ständig „umdekoriert“, sprich nachgepflanzt.
Alle Jahre wieder das gleiche Trauerspiel (siehe DZ 239 „vergessliche Baumschützer“). Der kommunale Sisyphos treibt sein Unwesen; nicht nur am Marktplatz, sondern auch entlang der Kallmünzerstraße.

Diese teure Art der Baumquälerei ist bekanntlich ein Erbe aus den Zeiten von Ex-Bürgermeister Heinz Karg, der noch im vergangenen Jahr mit seiner BWG-Truppe werbewirksam die Baumleichen entlang der Kallmünzerstraße einmalig befeuchtete. Das Ergebnis läßt sich sehen: Nichts bleibt übrig. Dass dort kein Baum wachsen kann, sollte sich nach jahrelangen „Probe“-Pflanzungen zwischenzeitlich auch bei Friedrich Gluth als dem Verantwortlichen herumgesprochen haben. Das unter Krokodilstränen von SPD-Chef Bernhard Bösl zur Begründung der hartnäckigen Aufforstungsversuche gelieferte Argument, diese Art der Begrünung würde das Stadtklima wesentlich verbessern, trifft auf diese armseligen Baumruinen mit Sicherheit nicht zu. Dafür kostet die alljährliche Nachpflanzung die Stadt Zigtausende von Euro. Im übrigen ist das Verhalten der weinenden Politiker widersprüchlich.

Wer sein Gedächtnis noch nicht gänzlich – wie von der BWG erhofft – verloren hat, der erinnert sich an den Umweltskandal 2003, als der damalige GröBaZ in einer Nacht- und Nebelaktion die rund 200 Jahre alte Blutbuche – ein eingetragenes Naturdenkmal und ein echtes Biokraftwerk für saubere Luft – mitten in der Stadt am Kreuzbergweg hinter dem alten Kindergarten einfach umschneiden ließ, vermutlich, um das Chefbüro der Stadtwerke im neuerrichteten Stadthaus ins rechte Licht zu rücken und Parkraum zu schaffen. Wohlgemerkt, dieser Baum war kerngesund und hatte sogar die üble Bauphase überstanden. Ein geschütztes Naturdenkmal wurde damit einfach so im Vorbeigehen zersägt.

Protest wegen dieser Zerstörungswut kam damals allein und leider vergeblich vom BFB.

Wenn der Stadtrat in seiner Mehrheit aus SPD und BWG es wirklich ernst meint mit Naturschutz und Stadtklima, sollte er besser geschlossen gegen die fortschreitende Zersiedelung unserer Heimatstadt vorgehen, dem Landfraß in Burglengenfeld entgegentreten und sinnlose Bodenversiegelung durch wildwuchernde Baugebiete ohne Infrastrukutur stoppen. Doch da braucht man sich nur die Abstimmungsergebnisse im Stadtrat anzuschauen, um zu erkennen: Zwischen den wohlfeilen Sonntagsreden und dem politischen Handeln liegen Welten.

Das beklagen

Hans Glatzl
und die BFB-Fraktion