Düsterer Advent

DENKZETTEL …

Advent? Advent? Kein Lichtlein brennt!

Wer dieser Tage einen Blick auf den Zustand unserer Demokratie und in die Herzen unserer Politiker wirft, der blickt nur ins Schwarze. Und davon ist nicht nur Bayern und die CSU betroffen. Das Drama einer Kanzlerdämmerung garniert mit Slapstickeinlagen von wechselseitig beleidigten Leberwürsten auf dem Berliner Spielplan ist Wasser auf die Mühlen der politischen Rattenfänger, die schon länger mit plumpen Parolen und simplen Antworten auf komplexe Fragen den Kindern unserer immerhin 70-jährigen Demokratie in Deutschland den Geist verwirren. Dabei machen die maßgeblichen Akteure eine denkbar schlechte Figur. So schwankt die SPD in der Hauptstadt zwischen Totalverweigerung und Machthunger – je nachdem ob Schulz oder Scholz das Szenario beherrscht. Am liebsten hätten sich die Hauptstadtpolitiker dort sowieso ein neues Volk gewählt; und zwar eines, das so wählt, wie es sich die Parteigranden im Raumschiff Berlin wünschen.

Aber auch Bayern steht am Abgrund. Zumindest, was die Befindlichkeit der CSU als alleinig staatstragende Partei im Freistaat angeht. Horst Seehofer scheint den Zenit für einen würdevollen Abgang überschritten zu haben, muss er sich doch der Angriffe seiner Diadochen erwehren, die seine Bärenhaut schon am lebendigen Objekt aufteilen. Was das bayerische Staatsvolk von diesem Intrigantenstadl hält, läßt sich aus den jüngsten Meinungsumfragen herauslesen. Nichts! Doch – und das ist das größere Problem für unsere Demokratie – bei der SPD ist Schadenfreude nicht angesagt, muss die traditionelle Opposition in Bayern bei weiteren „Wahlerfolgen“ befürchten, zum einstelligen Splitter im System zu verkommen – eingeklemmt zwischen resignierten Arbeiterklassen-Kadern und karrieregeilen Jungutopisten, die längst jede Bodenhaftung in der Bevölkerung verloren haben.

Im Burglengenfelder Stadtrat spiegelt sich dieses Oszillieren zwischen Machthunger und Verantwortungsverweigerung in fast jeder Sitzung wider. Einerseits hat die SPD-Fraktion längst erkannt, dass das Schuldenerbe aus der Karg-Ära eine schwere Belastung für die kommende Generation darstellt. Anderseits weigert sich die örtliche Führungselite, die Bürger mit der bitteren Wahrheit zu konfrontieren. Man schlägt den Sack und meint den Esel. Statt den Bürgern beim Irlsteg klarzumachen, dass dafür einfach kein Geld mehr vorhanden ist, versucht man sich mit Planungstricks aus der Affäre zu ziehen. Nur so ist auch der Zickzack-Kurs beim KPMG-Gutachten zu erklären. Erst kommt ein teurer, mehrheitlich abgesegneter Auftrag und dann soll der Bürgermeister möglichst allein die Zeche dafür zahlen. Hier wird mit Thomas Gesche wohl der Falsche an den strafrechtlichen Pranger gestellt.

Es wäre an der Zeit, dass der Advent das Licht der Wahrheit ins dunkle Rathaus trägt. Die Bürger warten darauf in Berlin, Bayern und besonders in Burglengenfeld.
Maranatha

Hans Glatzl
und die BFB-Fraktion

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.