Der Irlsteg geht baden

DENKZETTEL …

Die letzte Sitzung des Burglengenfelder Stadtrats vor der Sommerpause war erneut geprägt vom Dauerbrenner Irbrücke. Nachdem man sich bei der ersten Aussschreibung zur Sanierung mit Angeboten von rund 700.000 € eine blutige Nase geholt hatte, wurde ein Planungsbüro damit beauftragt, die Angebote zu durchleuchten und Alternativen zu prüfen.
Die BFB-Fraktion sieht das Vorhaben angesichts einer Schuldenlast von annähernd 60 Mio € und fehlender Hauhaltsmittel für den Straßenunterhalt als derzeit nicht finanzierbar.

Die BWG dagegen – clever in der Absicht, dem Bürgermeister aufzumischen – versteift sich darauf, dass ja nur ein paar Holzbohlen ausgetauscht werden müssten und alles wäre gut. Damit hat die BWG trotz ihres mit allen Naabwassern gewaschenen Exbürgermeisters, die Rechnung aber ohne die Naabmuschel gemacht, die in kostspieligerweise ihr Habitat direkt unter dem Bauwerk verteidigt und deren Umzug in eine vorübergehende Sommerfrische teuer kommt. Allein der dafür notwendige Muschelbetreuer schlägt mit c.a. 4000 € zu Buche. Doch das sind nur Peanuts verglichen mit den Kosten, die für eine Baustraße für die schweren Baumaschinen zur Gründung neuer Pfeiler und insgesamt für die Ertüchtigung des Bauwerkes im Rahmen des 100-jährigen Hochwasserschutzes erforderlich sind.

So verwundert es auch nicht, dass bereits jetzt allein Planungskosten in Höhe von annähernd 100.000 € angefallen sind, bevor sich auch nur eine Arbeiterhand rührt. Dennoch hält offensichtlich auch die ehemalige Arbeiterpartei SPD – Ortsgruppe Burglengenfeld – an diesem Bauvorhaben ohne Maß und Ziel fest. Zusammen mit der CSU will diese Mehrheit im Stadtrat nicht zugeben, dass man sich mit diesem Projekt in eine teure Sackgasse manövriert hat, aus der man aus Angst vor Gesichtsverlust nicht mehr herausfindet. Statt sich den Fehler einzugestehen, wird stur am Prestigeobjekt festgehalten. Die „Flickschusterei“, wie vom SPD-Vorredner Bernhard Bösl beklagt, geht also munter weiter. Der eigentliche Zielkonflikt ist, dass Geld nur einmal ausgegeben werden kann: Entweder für die Irlbrücke oder fürs Bulmare. Die SPD will sich aufgrund ihrer Beteiligung am damaligen Größenwahnprojekt ihres Übervaters Karg diese Konsquenz einfach nicht eingestehen. Für den Mathematiklehrer Josef Gruber scheinen die Kosten mit 43 Cent gerechnet auf 100 Jahre Betriebsdauer pro Jahr für jeden der 13.000 Burglengenfelder/innen ebenfalls überschaubar.

Ehrlicherweise sollte man die Bürger mit einem Schild am gesperrten Irlsteg über den Hintergrund informieren: „Du musst leider eine kleinen Umweg machen, denn dein Geld schwimmt schon im Bulmare!“ Das rufen ins Sommerloch

Hans Glatzl
und die BFB-Fraktion