Gefährlicher Schutzstreifen

DENKZETTEL …

Das Wort Fahrradschutzstreifen signalisiert Sicherheit, wo es keine gibt. Gut gemeint ist in der Realität leider noch lange nicht gut. Das gilt auch dann, wenn der Segen dazu von ganz oben kommt. So entbindet auch die Genehmigung der obersten Straßenbaubehörde den Burglengenfelder Stadtrat nicht von seiner Verantwortung darüber nachzudenken, welche Folgen die Einrichtung dieses sogenannten Fahrradschutzstreifens auf die konkrete Verkehrssituation entlang der Holzheimer Straße hat.

Die Referenzstrecke in der Schmidmühlener Straße zeigt die Mängel deutlich auf. Gerade wenn im Begegnungsverkehr von zwei Zementlastern entlang der verengten Fahrbahn ein Radfahrer der Meinung ist, er fahre auf einem „echten“ Fahrradweg. Aber das weiß ja nur aus eigener Erfahrung, wer selbst mit dem Rad unterwegs ist. Im Stadtrat hat sich bislang nur ein BFB-Mitglied als Radler geoutet.

Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass die Mehrheit aus SPD, CSU und FWL der von der Regierung für die Holzheinmer Straße empfohlenen „Aufmarkierung von Fahrradschutzstreifen“ erfreut zustimmte. Kostet ja nichts, außer ein bisschen Farbe. Ein echter Fahrradweg wurde dagegen als nicht förderwürdig ablehnt. Vor dem Hintergrund, dass es sich hier um einen Schulweg für unsere jüngsten Mitbürger handelt, die jeden Morgen in Scharen auf diesem Weg dem Schulzentrum im Naabtalpark zustreben, ist eine derartige Entscheidung nicht nur schäbig, sondern auch gefährlich.

So befinden sich im Ausbaubereich von der Kallmünzer Straße bis zum Ortsschild sechs teilweise unübersichtliche Straßeneinmündungen rechts und sogar acht linksseitig. Zum Vergleich: An der Schmidmühlener Straße sind es gerade mal jeweils zwei. Hinzu gibt es in der Holzheimer Straße zahlreiche Grundstücksausfahrten, die im Kurvenbereich auch aufgrund von Hecken kaum einsehbar sind. Durch das Gefälle stadtauswärts ist der Fahrradfahrer schneller unterwegs. Gerade zum Schulbeginn kommt es zu erhöhtem Verkehrsaufkommen für alle Beteiligten. Darüber hinaus verstellen parkende Fahrzeuge den Blick und Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen.

Kurz gesagt: Das tägliche Verkehrschaos auf dem Zubringer zum größten Grundschulzentrum der Oberpfalz wird durch das Aufmalen von Fahhradschutzstreifen noch komplexer, bringt aber keinerlei Sicherheit. Im Gegenteil! Es ist absehbar, wann hier das erste Opfer zu beklagen sein wird. Die Sicherheit der Kinder darf nicht am Geld scheitern. Solange wir uns ein Spaßbad zur Bespaßung der halben Oberpfalz leisten und die Kosten bei der Irlbrücke offenbar keine Rolle spielen, ist diese gefährliche Billiglösung eines aufgemalten Schutzstreifens für die jüngsten Verkehrsteilnehmer beschämend, meinen

Hans Glatzl
und die BFB-Fraktion