Leben im Speckgürtel

DENKZETTEL …

Ein Leben im Speckgürtel von Großstädten, im Umland von Wirtschaftszentren ist nicht nur angenehm. Zumindest nicht für den Speck, sprich für die Kommunen im Weichbild dieser urbanen Hotspots. Beispiel dafür ist das Städtdreieck, konkret Burglengenfeld.

Die Stadt wächst mit einem Tempo, das die Infrastruktur zunehmend überfordert. Binnen weniger Jahre sind rund 2000 Bürger zugezogen. Die Arbeitstelle der meisten Neubürger aber liegt jenseits der Donau.
Die meisten haben Familie mit kleinen Kindern, die sich Regensburg schlicht wohnungstechnisch nicht leisten können.
Der Andrang auf dem Wohnungsmarkt bedeutet eine echte Herausforderung. Baulandausweisungen stoßen an ihre Grenzen. Grundstücke werden Mangelware bzw zum Spekulationsobjekt großer Baulöwen.
Weil die Stadt bzw. die Stadtwerke sowohl finanziell aufgrund der bestehenden Altlasten als auch organisatorisch mit Vertragsverhandlungen und der Erschließung überfordert sind, übernehmen die Investoren die profitable Aufgabe und gehen in Vorleistung.
Der Kommune bleibt die zeitnahe Schaffung von Kindergartenplätzen und die Schulerweiterung überlassen. Aber gerade für die Regensburg-Pendler ist eine Ganztagsbetreuung ihres Nachwuchses dringend notwendig. Die soziale Infrastruktur wird deshalb zurecht verstärkt vorangetrieben. Burglengenfeld investiert hier viel Geld in die Zukunft.

Ein Trauerspiel dagegen ist die Verkehrsinfrastruktur in diesem Zusammenhang, wie der tägliche Stau auf der BAB 93 nach Regensburg zeigt. Nur mit einer besseren Vertaktung des Maxhütter Bahnhofs mit ausreichend Pendlerparkplätzen, einer schnellen Stadtbusanbindung und dem seit Jahren überfälligen Lückenschluss für eine Gesamtumgehung des Städtedreiecks ist das Problem in den Griff zu bekommen.
Der Vorschlag zur Einrichtung einer neu zu trassierenden S-Bahnlinie, die das Städtedreieck mit Regensburg verbinden soll, ist allerdings utopisch.
Wenn schon über einen Zeitraum von 40 Jahren nicht einmal eine leistungsfähige Umgehungsstraße für das Städtedreieck zustandegebracht wird, deren Finanzierung bis auf einen kleinen Eigenanteil seit Jahren gesichert ist, muss die Idee einer Städtedreiecksbahn wohl erst recht als Ablenkungsmanöver für nostalgische Träumer gesehen werden.
Der Plan dient nur dazu, dass sich Politiker medienwirksam in Szene setzen können, ohne in Gefahr zu geraten, ihre blumigen Versprechen jemals einlösen zu müssen. Bleibt die Erkenntnis: Je weiter ein Ziel entfernt ist, desto leichter lässt sich dafür werben. Und so bereiten die Probleme einer Schlafstadt dem Städtedreieck auch weiterhin schlaflose Nächte. Das befürchten

Hans Glatzl
und die BFB-Fraktion