Sagen aus der Oberpfalz „Glaubn mechst es ja ned“

Hubertus Hinse/Toni Lauerer:
Sagen aus 
der Oberpfalz „Glaubn mechst es ja ned“. Regenstauf 2017. MZ Buchverlag in der Battenberg & Gietl Verlag GmbH.
ISBN 978-3-
86646-362-2. 150 Seiten. 14,90 Euro

Mit den „Sagen aus der Oberpfalz“ wagt sich
der „Volkskabarettist“ auf neues Terrain. Ein
Dachbodenfund animierte ihn zum Weitergeben
alter Märchen, die sich die Leut‘ in längst vergangenen Tagen – mangels Radio und Fernseher – abends am Kamin erzählt haben und sie so weiter überlieferten. Nicht eigene Prosa ist es also, mit der Lauerer sein neuestes literarisches Werk – wie immer geschickt vor Weihnachten platziert – bestückt, sondern alte Sagen und Legenden aus dem Bayerischen Wald und der „Stoapfalz“. Gleich zu Beginn des Buches liefert der Autor hierzu eine „teuflische“ Begriffserklärung. In Themenblöcke gegliedert, erzählt Lauerer von armen Seelen, Geistern, Zwergen und Riesen, Teufeln, Hexen und Zauberern. Einige der Sagen stammen auch von Franz-Xaver Schönwerth, einem bekannten „Geschichtensammler“ in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die meist kurzen Volksmärchen, von
Hubertus Hinse in eine zeitgemäße Sprache übertragen,
kommen im bewährten Lauerer-Duktus
daher. Leider wird im Buch die Art der Mitwirkung
Hinses, dem Regensburger Theaterpädagogen
und Künstler, mit keinem Wort erläutert.
Lauerer bzw. Hinse garnieren jede Erzählung –
und sei sie auch noch so gruslig – stets mit einer
humoristischen Randbemerkung.
Fazit: Toni Lauerer, der Meister im Skizzieren
von ins Absurde abdriftenden Alltagssituationen,
kann auch anders. So schaut er nicht nur dem gegenwärtigen
Volk „aufs Maul“, sondern gibt den
Volksmund vergangener Zeiten wieder. Alte Sagen
konserviert und aufgepeppt – ein geglücktes Unterfangen.
Sehr empfehlenswert und unerlässlich
für das Genre „Bavarica“.
Sabine Tischhöfer

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