Agentur für Arbeit: Auf dem Weg zur Chancengleichheit

Markus Nitsch, Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf und Dorothea Seitz-Dobler, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt machen darauf aufmerksam, dass es bei der Chancengleichheit von Frauen und Männern noch viel zu tun gibt.

SAD (sr). Große Beachtung fand in diesem Jahr das Thema „100 Jahre Wahlrecht für Frauen“. Doch auch die Agentur für Arbeit Schwandorf weist auf ein kleines Jubiläum hin. Seit 20 Jahren ist es gesetzlich verankert, dass es dort Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) gibt. Seit 2008 übernimmt diese Aufgabe Dorothea Seitz-Dobler.

Im Jahr 1998 wurden die gesetzlichen Grundlagen im Bereich der Arbeitsförderung neu geregelt. Das Sozialgesetzbuch III wurde zum 01.01.1998 eingeführt und das Thema „Chancengleichheit von Frauen und Männern in das Gesetz aufgenommen, in jeder Agentur für Arbeit gibt es seitdem eine Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA).
„Drei Aspekte haben sie besonders im Blick: Die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt, die Frauenförderung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, hob der Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf Markus Nitsch hervor.
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Die Situation der Frauenerwerbstätigkeit im Agenturbezirk Schwandorf:
Am 30.06.2017 waren im Agenturbezirk Schwandorf, der die Landkreise Schwandorf, Am-berg-Sulzbach und Cham sowie die kreisfreie Stadt Amberg umfasst, 161.888 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, der Frauenanteil lag bei 44,4 Prozent. Damit ist die Beschäftigung von Frauen im Agenturbezirk auf Wachstumskurs und liegt nur noch knapp unter dem Bayernschnitt, der bei 45,7 Prozent liegt.
Allerdings sind Teilzeit und Minijob „weiblich“: 36.657 Frauen arbeiten in Teilzeit im Gegen-satz zu 6.244 Männern, das entspricht einem Anteil von 85 Prozent zu 15 Prozent. 17.213 Frauen sind ausschließlich geringfügig beschäftigt, im Gegensatz zu 7.274 Männern.
Teilzeitbeschäftigung und Minijob stehen in der Regel für niedrigeren Verdienst, geringere Karrierechancen und Altersarmut.
Trotzdem sinkt die Zahl der ausschließlich geringfügig beschäftigten Frauen kontinuierlich, 2009 lag sie noch über acht Prozent höher, was auf die gute Arbeitsmarktlage zurück zu führen ist. Aber auch der Ausbau der Kinderbetreuung bringt mehr Frauen in sozialversiche-rungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das Angebot bleibt aber für Krippen und Kin-dergärten deutlich hinter dem Bedarf zurück. Auch im Bereich der Betreuung von Grund-schulkindern gibt es Nachholbedarf.
Die meisten Frauen arbeiten in den Sparten Gesundheitswesen, Handel und Verwaltung. Entsprechend dominieren bei der Berufswahl nach traditionellem Rollen- und Berufsbild die Büro-, medizinischen, Verkaufs- und sozialen Berufe.

In den letzten 20 Jahren sind Änderungen im Erwerbsverhalten von Frauen erkennbar, die die Arbeit der BCA beeinflussen, so Dorothea Seitz-Dobler. So nehmen die meisten Berufs-rückkehrerinnen nach einer Familienphase deutlich früher wieder die Berufstätigkeit auf.
Durch den Fachkräfte-Engpass steigt auch für Frauen die Chance auf eine neue Beschäfti-gung. Hier werden, unterstützt durch die Wiedereinstiegsberaterinnen der Agentur für Arbeit, Frauen angesprochen, die eine Zeit lang, meist aus familiären Gründen nicht mehr berufstätig waren. Sie sollen in gesuchten Berufsbereichen ihren beruflichen Wiedereinstieg finden. So finden in der Hauptagentur und an den Geschäftsstellen Informationsveranstal-tungen statt und einmal jährlich gibt es ein sogenannter Frauen-Info-Tag.

Die Verbesserung des Übergangs von Schule und Beruf ist ein wichtiges Arbeitsfeld für die BCA. Mit Girls‘ Day und MINT-Schnupper-Veranstaltungen sollen Mädchen motiviert werden, ihre Perspektiven bei der Ausbildungswahl zu verbreitern und auch klassische Berufsfelder verlassen.

Chancengleichheit von Männern und Frauen wird viel beschworen, ist aber noch längst nicht Realität. Doch aktuell sind die Chancen für Frauen am Arbeitsmarktsehr gut und bieten nicht nur Gelegenheit für einen Wiedereinstieg in Berufsleben. Wer sich noch einmal umorientieren möchte oder eine berufliche Qualifizierung plant, sollte die Gunst der Stunde nutzen. „Die Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit sind individuell und vielfältig“, so Dorothea Seitz-Dobler.

Erreichen kann man die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt per Mail unter: Schwandorf.BCA@arbeitsagentur.de oder per Telefon unter der Nummer. 09431/200-