Energiewende in Bürgerhand: Pläne der SPD für die Zukunft

Thomas Fischer (li.) und Timm Peris stellten die energiepolitischen Ziele der SPD vor. Dazu gehört der Umbau der Stadtwerke zum Energieversorger. Foto: Peter Wein

BURGLENGENFELD (sr). Ein energieautarkes Burglengenfeld ist möglich, wenn man den politischen Willen dazu hat: Dieses Fazit stand am Ende einer spannenden Veranstaltung unter dem Motto „Erneuerbare Energien – lokal erzeugt, lokal verbraucht“. Die örtliche SPD stellte im Gasthof zu den 3 Kronen ihre energiepolitischen Pläne vor und freute sich über großes Interesse: Einige Gäste fanden nur noch direkt unter der Leinwand Platz.

„Wir wollen die Energiewende aktiv gestalten – erneuerbar, dezentral und in Bürgerhand“, sagte Bürgermeisterkandidat Michael Hitzek. Wie das nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten funktionieren soll, erläuterten ihre energiepolitischen Sprecher Timm Peris und Thomas Fischer. Im Mittelpunkt steht der Umbau der Stadtwerke zu einem ganzheitlichen Anbieter für erneuerbare Energien, Mobilität und Netzinfrastruktur. Dabei sollen die Stadtwerke eng mit einer Energiegenossenschaft zusammenarbeiten, die von Bürgern und der Stadt durch ihre Beteiligung unterstützt wird. Peris ging dabei auf die beiden Komponenten Genossenschaft und Stadtwerke als Pfeiler der zukünftigen Energieversorgung ein und erläuterte das durchaus vorhandene Windkraft- und Fernwärmepotenzial im Stadtgebiet. Ferner stellte Peris den genossenschaftlichen Ansatz am Beispiel einer Bürgerphotovoltaikanlage dar. Die Möglichkeit, private Dachflächen anzupachten und diese mit Photovoltaik auszustatten, sei durchaus denkbar.

Dass die Pläne der SPD keine Utopie sind, erläuterte Thomas Fischer am Beispiel der Stadt Pfaffenhofen. Stadtrat Hans Deml hatte ein Informationsgespräch mit dem technischen Leiter der dortigen Stadtwerke, Dr. Sebastian Brandmayr, organisiert. Eine Erkenntnis: Wichtig ist das Zusammenspiel aus einer mutigen Neuaufstellung der Stadtwerke und dem Aufbau einer Energiegenossenschaft. Positiver Nebeneffekt: Die Stadtwerke Pfaffenhofen haben durch die Übernahme der Energieversorgung mehr als 80 Arbeitsplätze geschaffen. Sie schreiben seit geraumer Zeit schwarze Zahlen und haben es geschafft, 73 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien ins eigene Netz zu bringen und 8 Gigawattstunden Strom an umliegende Netze zu exportieren. Dabei spielen drei Windkraftanlagen und zwei Photovoltaik-Parks, die von der Energiegenossenschaft Pfaffenhofen betrieben werden, eine große Rolle. Und bereits jetzt werden Baugebiete ganzheitlich und nachhaltig erschlossen mit Glasfaser, Wärmenetzen, der Verpflichtung, PV-Anlagen zu errichten, und eigenen Flächen für E-Mobilität.

„Wenn Pfaffenhofen das kann, können wir das mit genug politischem Willen auch schaffen“, sagte Thomas Fischer. „Wir müssen das nur nach und nach anpacken.“ Als erste notwendige Schritte nannten Fischer und Peris die Ausarbeitung des von der SPD-Fraktion beantragten und vom Stadtrat verabschiedeten Klimaschutzkonzeptes und vor allem die Einstellung eines Energie- und Klimaschutzmanagers zur Koordinierung der Umsetzung der Zukunftspläne.

Der Nabburger Bürgermeister Armin Schärtl und sein Vorstandskollege Ernst Bräutigam stellten bei der Veranstaltung die Bürgerenergiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz eG (bemo) vor und zeigten sich als glühende Verfechter des genossenschaftlichen Ansatzes in der Energieversorgung. Dadurch sei es möglich, erneuerbare Energien zu fördern. Bürgerinnen und Bürger können Anteile erwerben und kassieren derzeit 3 Prozent Dividende. Die bemo hat derzeit über 340 Mitglieder, betreibt PV-Anlagen und Windkrafträder und vermarktet ihren Ökostrom in Kooperation mit dem Bayernwerk.

„Über eine Unterstützung durch die Stadt Burglengenfeld würden wir uns natürlich sehr freuen.“ Allerdings können sich Schärtl und Bräutigam neben einer Beteiligung Burglengenfelds an der bemo auch eine eigene Energiegenossenschaft im südlichen Landkreis vorstellen und boten hierzu auch ihre Unterstützung beim Aufbau an.