Das Netzwerk „Lengfeld hilft zusammen“ zieht Bilanz

BURGLENGENFELD (sr). Die bayerische Staatsregierung hat den Katastrophenfall aufgehoben. Dies hat das Organisationsteam des Netzwerks „Lengfeld hilft zusammen“ zum Anlass genommen, seine ehrenamtlichen Dienste einzustellen. „Wir bedanken uns bei allen, die in einer imponierenden Welle der Solidarität unsere Idee unterstützt haben“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Am 16. März 2020 hatte die Bayerische Staatsregierung den Katastrophenfall ausgerufen. Nur zwei Tage später gründete Bernhard Krebs nach Gesprächen mit Kerstin von Brincken, Ingrid Nörl, Melanie Röhl und Hans Deml die Facebook-Seite „Lengfeld hilft zusammen“. So wurden innerhalb kürzester Zeit viele Burglengenfelderinnen und Burglengenfelder informiert. Die Zahl der Unterstützer wuchs rasch. Allein die Facebook-Seite hatte zuletzt 935 Abonnenten. Dabei war das Angebot an Hilfsangeboten so groß, dass eine strukturierte Organisation nötig wurde.

Auf der von Claudia Siebauer erstellten Website Lengfeldhilft.de hatten sich in kürzester Zeit über 50 Bürgerinnen und Bürger eingetragen, um bei Besorgungen und Einkäufen zu unterstützen. Weitere 20 Personen haben Hilfe bei der Versorgung von Tieren und beim Gassigehen angeboten und noch vieles mehr. Zudem konnten auf der Website weitere Themen, Informationen aus der Geschäftswelt, Gesuche und Hilfeangebote transparent gemacht werden. „Es waren definitiv mehr Hilfsangebote als Hilfegesuche, was neben großer Solidarität auch zeigt, dass jeder, der Hilfe gebraucht hat, diese auch bekommen hat“, resümiert Bernd Mühldorf, einer der Sprecher des Netzwerks.

Für den geplanten Einkaufsdienst bot REWE-Kaufmann Andreas Schmid als erster unkompliziert seine Unterstützung an. Benedikt Göhr, Vorsitzender des Wirtschaftsforums und Inhaber der R1 Werbestudios, stellte die technische Infrastruktur für eine Telefon-Hotline zur Verfügung. Pfarrer Gottfried Tröbs von der evangelischen Kirchengemeinde bot im Sinne der Transparenz an, die finanziellen Angelegenheiten zu kontrollieren. Am 24. März wurden schließlich die ersten Einkaufslieferungen zugestellt.

Organisation und Telefondienst wurden im Wesentlichen von Claudia Siebauer, Bernd Mühldorf und Gottfried Tröbs gestemmt. Ab dem 4. Mai übernahm Charline Dechant von der Stadt Burglengenfeld im Zuge der Koordinierung mit dem „Hilfetelefon“ der Stadt den Telefondienst. Ein besonderes Lob haben laut Bernhard Krebs die zuverlässigen Ausfahrer*Innen Jelena Igl, Kati Rösch und Uwe Löffler verdient. In 12 Wochen wurden rund 30 Haushalte in Burglengenfeld beliefert, darunter viele „Stammgäste“ in regelmäßigem Turnus. Zudem wurden bei Bedarf an Wochenenden Speisen von lokalen Gastronomen ausgefahren, meist an ältere Menschen.

„Wir sind immer noch berührt von der großen Welle der Hilfsbereitschaft und danken allen, die ihre Hilfe angeboten und gewährt haben“, teilen die Organisatoren mit. Dazu gehörten auch viele Freiwillige, die von der Druckerei Lochner aus Steinsberg kostenlos gedruckte Flyer und Plakate im Stadtgebiet verteilten. Das Hilfetelefon der Stadt ist vorerst weiter unter (09471) 70 18 23 von Montag bis Freitag von 08.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr erreichbar.