„Gleichwertige Lebensverhältnisse dürfen kein Papiertiger bleiben!“

LOKAL-Interview mit FW-Landtagskandidat Joachim Hanisch

FW-Landtagskandidat Joachim Hanisch

LANDKREIS SCHWANDORF (lz). In Liste drei auf Platz eins kandidiert für die Freien Wähler (FW) der stellvertretende Landrat des Landkreises Schwandorf, Joachim Hanisch. Ehemals 1. Bürgermeister des Markts Bruck ist er seit 2008 im Bayerischen Landtag, seit 1990 stellvertretender Landrat, seit 1984 sogar sitzt er im Kreisrat des Landkreises Schwandorf. Ein politisches Urgestein also, der sich mit seiner immensen Erfahrung als besonders bürgernah versteht. Als Sprecher für Kommunales, Regional- und Landesentwicklung (Fraktionssprecher der Freien Wähler) engagiert sich der Diplom Verwaltungsfachwirt (FH) für eine Politik der Sicherheit und sozialen Gerechtigkeit.
Im LOKAL-Interview äußert er sich näher zu seinen Zielen, die er mit den Freien Wählern für die Menschen durchsetzen will.

 

LOKAL: Herr Hanisch, warum kandidieren Sie wieder für den Landtag?
Joachim Hanisch: Ich möchte Menschen helfen und deren Situationen verbessern. Das sehe ich als Vertreter des ländlichen Raumes als besonders wichtig.
Mit der Abschaffung der Studiengebühren, dem G9 oder dem Wegfall der Straßenausbaubeiträge ist uns Freien Wählern mit Hilfe von Bürgerentscheiden Wichtiges gelungen. Da möchte ich auch weiterhin gerne mithelfen.

LOKAL: Sie wollen unter anderem für eine Stärkung des ländlichen Raums kämpfen, zum Beispiel durch den Internet-Ausbau. In welchen Bereichen noch ist Ihnen diese Stärkung besonders wichtig?
Hanisch: Gleichwertige Lebensverhältnisse stehen zwar seit Kurzem in unserer Verfassung, aber sie dürfen nicht nur ein Papiertiger bleiben, sondern müssen mit Leben erfüllt werden. Wir brauchen im ländlichen Raum neben schnellem Internet eine flächendeckende ärztliche Versorgung, Arbeitsplätze, wohnortnahe Schulen und eine vernünftige Anbindung mit Bus und Bahn.

LOKAL: Sie stehen ein für die zukünftige Entlastung von Familien und auch für Umstrukturierungen im schulischen Bereich (kleinere Klassen etc.). Welche Finanzierungsmodelle sehen Sie hier als Grundlage?
Hanisch: In einigen Bundesländern, denen Bayern im Länderfinanzausgleich Geld zahlt, sind Kitas und Kindergärten für die Eltern kostenlos. Wenn auch wir in Bayern diese Kosten der Eltern vom Staat übernehmen, zahlen wir weniger über diesen Finanzausgleich an andere. Im Übrigen standen im Juli im Rahmen eines Nachtragshaushalts plötzlich für „Wahlgeschenke“ knapp 1 Mrd. Euro mehr Geld zur Verfügung. Das wäre bei der Kindererziehung besser angelegt. Außerdem fordern wir FREIEN WÄHLER seit Jahren kleinere Klassen und vor allem mehr Lehrer.

LOKAL: Ihre Partei versteht sich als besonders bürgernah. Wie sieht diese Bürgernähe für Sie persönlich aus?
Hanisch: Direkter Kontakt zu den Bürgern, um zu erfahren, wo der „Schuh drückt“. Außerdem muss der wachsende Bürokratismus abgebaut werden, damit der Einzelne, aber auch die Vereine, deutlich entlastet wird.

LOKAL: Sie fordern eine starke Polizeipräsenz an den Grenzen. Wie sieht für Sie eine vernünftige Flüchtlingspolitik aus?
Hanisch: Ich fordern eine bessere Kontrolle an den europäischen Außengrenzen, endlich ein Einwanderungsgesetz, schnellere Behandlung der Asylanträge und rasche Integration derer, die bleiben können.

LOKAL: Womit, glauben Sie, können Sie die „noch Unentschlossenen“ bei der Wahl gewinnen?
Hanisch: Ich hoffe und wünsche mir, dass möglichst viele zur Wahl gehen und damit ein gutes Zeichen für die Demokratie setzen.
Zu erreichen ist das von uns Politikern nicht kurz vor der Wahl, sondern durch eine glaubwürdige und Vertrauen bildende langjährige Politik.

LOKAL: Welche Aspekte Ihrer Politik liegen Ihnen sonst noch am Herzen?
Hanisch: Stärkung der Vereine und der im Ehrenamt Tätigen, bessere Bezahlung der Pflege- und Kinderbetreuungskräfte, Vermeidung von Altersarmut und ein sicheres Bayern durch mehr Polizei in der Fläche (statt Reiterstaffeln oder bayerisches Weltraumprogramm).