Bürgergespräch zur Zukunft des Raiffeisengeländes in Kallmünz

spd kallmuenzSPD und engagierte Bürger Kallmünz

KALLMÜNZ (sr). Einige Kritik am Verhalten der Raiffeisengenossenschaft Hemau-Kallmünz gab es beim Bürgergespräch von SPD und engagierte Bürger im Gasthaus Graf in Eich bei Kallmünz. Die Verlagerung des Lagerhauses nach Oberpfraundorf und der stetige Abbau von Arbeitsplätzen in der örtlichen Raiffeisenbank sind die so nicht erwarteten negativen Folgen der Fusion mit der Genossenschaft Hemau, so das Urteil der zahlreich anwesenden BürgerInnen aus der Marktgemeinde.
Marktrat Josef Wein konnte zu diesem Bürgergespräch eine große Anzahl von Interessierten begrüßen. Kein Wunder, die Themen „Verlagerung von Lagerhaus und Nettomarkt“ bewegen die Kallmünzer. Das Lagerhaus wird nach Oberpfraundorf verlegt, Die Firma Netto plant, vom jetzigen Standort in das Baugebiet „Amberger Straße“ überzusiedeln. Was soll mit den frei werdenden Flächen geschehen, war deshalb das Thema des Bürgergespräches.
Um Informationen aus „erster Hand“ zu erhalten, wurde auch die Raiffeisenbank Hemau-Kallmünz eingeladen. Die Geschäftsleitung  äußerte sich in Schriftform. Der Brief der Raiffeisenbank wurde verlesen.
Demnach ist die Inbetriebnahme des neuen  Lagerhauses in Oberpfraundorf zur Ernte 2017 geplant. „Mit Eröffnung des neuen Lagerhauses wird das Kallmünzer Lagerhaus nach den derzeitigen Überlegungen“, so die Geschäftsleitung, „noch nicht sofort geschlossen.“
Sehr verärgert über den neuen Lagerhausstandort zeigten sich die anwesenden Landwirte. Für sie steht fest: den Standort Oberpfraundorf werden sie nicht mehr anfahren. Zu weit weg und umständlich zu erreichen, Raiffeisen wird deshalb die Kunden aus dem Naabtal verlieren, so ihr eindeutiges Fazit.
Das jetzige Gelände des Nettomarktes Kallmünz befindet sich ebenfalls im Eigentum der Raiffeisenbank. Im Auftrag von Netto plant die Firma Küblböck die Errichtung eines neuen Einkaufsmarktes im Baugebiet „Amberger Straße“. Dieser soll Ende 2016 bezugsfertig sein.
Derzeit wird für eine Teilfläche des Bebauungsplanes Amberger Straße das  Änderungsverfahren durchgeführt. Der Kallmünzer Nettomarkt, einer der wirtschaftlich stärksten Einkaufsmärkte im süddeutschen Raum, so Markträtin Angela Weigert, möchte die Verkaufsfläche deutlich vergrößern und sich an der Amberger Straße ansiedeln. Auch ein Drogeriemarkt hat Interesse an diesem Standort bekundet.
Die Diskussion mit den Bürgern brachte viele interessante Ideen, wie diese Flächen später genutzt werden sollen. Favorisiert wird ein überschaubares Gewerbegebiet für die Ansiedlung kleinerer Betriebe. „Es ist für die Marktgemeinde Kallmünz sehr wichtig, an diesem Standort eine sinnvolle Verwertung der Flächen zu schaffen und darauf zu achten, dass die Ortsansicht von Kallmünz nicht beeinträchtig wird“, so Marktrat Josef Wein. „Die Marktgemeinde muss deshalb ihre Planungshoheit nutzen, und entsprechende planerische Voraussetzungen und Regelungen treffen“, so Wein weiter. Marktrat Rainer Hummel wies noch darauf hin, dass eine neue Nutzung der Flächen auch die Möglichkeit bietet, die Verkehrssituation zu optimieren.
Einig waren sich die Bürger, dass die Raiffeisengenossenschaft Hemau –Kallmünz eine Verpflichtung gegenüber der Marktgemeinde hat. Es gehe nicht an, dass der Standort Kallmünz zum Verlierer der Fusion wird. „Raiffeisen hat viele Mitglieder in Kallmünz. Sie trägt deshalb auch  Verantwortung für unsere Marktgemeinde“, so Markträtin Angela Weigert.

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