Kapellen, Marterl und Denkmäler in der Gemeinde Teublitz

(v.l.n.r.) Leiter der Geschäftsstelle Städtedreieck Gregor Glötzl, Bürgermeisterin Maria Steger, Werner Binder und Stadtarchivar Dr. Thomas Barth bei der Übergabe des Fotobuchs. Foto: Stadt Teublitz

TEUBLITZ (sr). Jeder kennt sie und trotzdem geht man normalerweise achtlos an ihnen vorbei: Kapellen, Flur- und Wegkreuze bzw. Marterl säumen die Wege unserer Stadt, ohne besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auch von der Denkmalpflege wurden diese Kleindenkmäler in der Vergangenheit häufig übersehen. Kreuze aus Metall verrosteten, Kapellendächer wurden undicht und oft standen diese Denkmäler dem modernen Straßenausbau im Weg.

Seit 1978 macht der „Arbeitskreis für Flur- und Kleindenkmalforschung in der Oberpfalz e. V. (AFO)“ auf diese Defizite aufmerksam. Jährlich erscheint ein Sammelband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die oft unscheinbaren Kreuze, Steine, Marterl und Kapellen zu dokumentieren.

Im Auftrag des AFO erfasste Werner Binder, pensionierter Gymnasiallehrer am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld, alle infrage kommenden Objekte im Altlandkreis Burglengenfeld. Nur durch intensive Feldforschung und in ausführlichen Gesprächen mit den Besitzern gelang es ihm, diese Kleindenkmäler ausfindig zu machen, zu fotografieren und ihre Entstehungsgeschichte zu beschreiben. Innerhalb der nächsten Jahre sollen die Ergebnisse seiner Forschung in den Beiträgen zur Flur- und Kleindenkmalforschung in der Oberpfalz erscheinen. Den Anfang machte für das Städtedreieck 2018 Dietldorf (für die Stadt Burglengenfeld) und 2019 Leonberg (für Maxhütte-Haidhof). Da die Zeitschrift allerdings die gesamte Oberpfalz abdeckt, dürften noch einige Jahre vergehen, bis alle Ortsteile im Städtedreieck erfasst sind.

Um dem abzuhelfen, erstellte Herr Binder jetzt für das Stadtgebiet von Teublitz ein Fotobuch, das er der Bürgermeisterin überreichte. Insgesamt werden hier 42 Denkmäler beschrieben. Am Anfang steht die Haberbrünnl-Kapelle, am Ende das Flurkreuz an der Jurastraße von Münchshofen nach Bubach a.d. Naab. Neben neueren Objekten, z.B. das Priestergrab in Saltendorf, finden sich hier auch viele religiöse Zeugnisse aus der Vergangenheit. Am ältesten ist wohl die Gruftkapelle in Saltendorf.

Mit dem Fotobuch verbindet sich bei Herrn Binder natürlich der Wunsch, dass die oft unscheinbaren Denkmäler wieder vermehrt Beachtung finden. Während sich die Besitzer oft vorbildlich um den Erhalt oder die Sanierung bemühen, werden sie in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Werner Binder wäre auch dankbar, wenn ihm zu bestimmten Objekten, z.B. dem Kreuz auf dem Münchshofener Berg, weitere Informationen geliefert werden.

Der Kontakt mit Herrn Binder kann gerne über die Stadtverwaltung Teublitz hergestellt werden. Der AFO ist über die Homepage http://www.afo-regensburg.de zu erreichen.