UW Land schlägt Alarm: 36.000 zusätzliche Güterzüge pro Jahr!

SAD Bahn
Die Elektrifizierung bringt keine Verbesserung im Personenverkehr, nur Belastung durch Güterzüge.

LANDKREIS (sr). Die Unabhängigen Wähler im Altlandkreis Burglengenfeld und Schwandorf (UW Land) sehen in der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg nur Nachteile für die Oberpfalz, den Landkreis Schwandorf und das Städtedreieck. Matthias Süß, Vorsitzender der UW Land, rechnet mit 100 Güterzügen pro Tag oder umgerechnet 36.000 Züge pro Jahr. In der Studie „Schienennetz 2025/2030 – Ausbaukonzeption für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr in Deutschland“ des Umweltbundesamtes werden als zusätzlich mögliche Kapazitäten für die Strecke Weiden-Regensburg gar 320 Güterzüge täglich genannt. Die stärkeren Zugmaschinen erlauben auch eine deutliche Verlängerung der Züge von heute durchschnittlich 740 auf 1.500 Meter.

„Der ganze Güterverkehr rauscht dann oftmals nur wenige Meter an der Wohnbebauung vorbei“, so Süß. Tagsüber sei wegen der engen Taktung des Schienennahverkehrs kein Platz für Güterzüge. Keiner der Befürworter oder Politiker, die aktuell die Elektrifizierung als Wohltat für die Region verkaufen wollen, kann sagen, wer für den Schaden aufkommen solle. Da es sich nicht um eine Neubaustrecke handelt, sind Bund und Bahn nicht für den Schallschutz verantwortlich. Es müsse vorher ausgehandelt werden, fordert Süß, wer für Schallschutz und Schäden an den Gebäuden aufkomme. Den Wertverlust der Immobilien könne sowieso niemand ausgleichen.

Die UW Land fordert einen „Bahngipfel“ im Landkreis. Dabei soll über einen Ausgleich für die Belastungen über den Schallschutz hinaus diskutiert werden. Für das Städtedreieck könnte es bedeuten, dass in Ponholz wieder ein Bahnhaltepunkt eingerichtet wird. Auch einen Probebetrieb für den Personenverkehr auf der Bahnstrecke Maxhütte – Burglengenfeld ist im Bereich des Möglichen. Die Befürworter in Berlin und München müssten sich etwas einfallen lassen. Anderenfalls erwartet die UW Land die Gründung einer Reihe von Bürgerinitiativen. Die erste BI hat bereits vor einigen Monaten im Landkreis Neustadt die Arbeit aufgenommen.

 

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