Theresa Eberlein und Stefan Christoph an der Spitze der Regensburger Grünen.

Grüne wollen zweitstärkste Kraft bei den Kommunalwahlen werden.

(v.l.n.r.): Lukas Weis (Schatzmeister), Maria Simon (Beisitzerin), Wiebke Richter (Beisitzerin), Daniel Wedekind (Schriftführer), Theresa Eberlein (Vorsitzende) und Stefan Christoph (Vorsitzender). Foto: Grüne Regensburg

REGENSBURG (sr). Am vergangenen Freitag, 10. Mai, wählten die Regensburger Grünen ihren Stadtvorstand neu. Theresa Eberlein und Stefan Christoph stehen für die nächsten zwei Jahre an der Spitze des grünen Stadtverbandes. Sie wollen die Ökopartei fit für die kommende Kommunalwahl machen, bei der sie den Anspruch erheben, zweitstärkste Kraft zu werden. Neben Umwelt- und Klimaschutz setzen die beiden Stadtvorsitzenden dabei auch auf Themen wie bezahlbaren Wohnraum, umweltfreundliche Mobilität und gleiche Chancen für Frauen*.

„Nur wenn alle Menschen gleich an Meinungsbildungsprozessen beteiligt werden, können sinnvolle politische Entscheidungen getroffen werden“, so die neugewählte Grünen-Stadtvorsitzende Theresa Eberlein. Feminismus sei nicht nur für Frauen* wichtig: „Alle Menschen sollten genau so sein können, wie sie sind anstatt sich an überholte Rollenklischees halten zu müssen.“

Die 26-jährige Theresa Eberlein ist Bauingenieurin und absolviert derzeit ein Studium der Sozialen Arbeit. Vor ihrer Wahl in den Stadtvorstand war sie in der Grünen Jugend aktiv, von 2013 bis 2018 im Vorstand der Grünen Jugend Regensburg, von 2015 bis 2017 unter anderem als Frauen*- und Genderpolitische Sprecherin im Landesvorstand der Grünen Jugend Bayern. Seit vergangenem Jahr ist sie Sprecherin des Arbeitskreises Stadtentwicklung und Verkehr der Regensburger Grünen. Neben Feminismus, Antirassismus, Asyl- und Verkehrspolitik setzt sie sich auch für Umweltthemen ein: „Wir müssen endlich raus aus der Kohle und wirklichen Klimaschutz betreiben. Hier im Kleinen wie auch auf der großen Ebene. Sonst wird es bald keine Zukunft mehr geben, für die wir kämpfen können.“

Diesem Tenor schließt sich der wiedergewählte Stadtvorsitzende der Regensburger Grünen, Stefan Christoph, an: „Wir haben erkannt, dass es bei der Klimapolitik fünf vor zwölf ist. Deswegen sollte auch Regensburg den Klimanotstand ausrufen!“ Dies wäre ein wirkmächtiges Zeichen, so Christoph. Neben den bisherigen Bestrebungen, die die Stadt in dem Bereich mache, würde das heißen „alle politischen Maßnahmen der Stadt unter einen Klimavorbehalt zu stellen.“

Der 31-jährige Politikwissenschaftler Stefan Christoph arbeitet derzeit als Büroleiter und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bayerischen Landtag und schreibt seine Doktorarbeit an der Universität Regensburg. Er steht bereits seit 2015 an der Spitze der Regensburger Grünen. Davor war er unter anderem von 2007 bis 2009 Landessprecher der Grünen Jugend Bayern, von 2013 bis 2015 politischer Geschäftsführer der Grünen Jugend Regensburg. Seit vergangenem Herbst ist er Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bezirkstag der Oberpfalz. Neben Kulturförderung, Wissenschafts- und Innenpolitik, Digitalisierung und Feminismus liegt ihm vor allem Antifaschismus am Herzen: „Regensburg ist und bleibt kein Ort, in dem menschenfeindliche Ideologien wie Rassismus und Antisemitismus etwas zu suchen haben. Dafür werden auch wir Grüne uns weiter einsetzen und auch auf die Straße gehen!“

Neben Theresa Eberlein und Stefan Christoph als Vorsitzenden wurden die weiteren Positionen im Grünen-Stadtvorstand bestimmt. Der 31-jährige Lukas Weis wurde in seinem Amt als Schatzmeister bestätigt, neu ist der 56-jährige Daniel Wedekind als Schriftführer. Als Beisitzerinnen wurden Wiebke Richter (50), bisher bereits Beisitzerin im Vorstand, und die Stadträtin Maria Simon (57), in den vergangenen zwei Jahren Vorsitzende, gewählt.