Stefan Christoph will für die Grünen Oberbürgermeister in Regensburg werden

Stefan Christoph, Stadtvorsitzender der Grünen Regensburg. Foto: Thomas Knorr

REGENSBURG (sr). Der Grünen-Stadtvorsitzende Stefan Christoph will sich am 12. Juli bei seiner Partei als Regensburger Oberbürgermeisterkandidat bewerben. Das gab er am Samstag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. Bislang ist er der einzige Kandidat, der sich für die Grünen um den Chefposten im Rathaus bewerben will.

Am Bürgerfestsamstag freute sich Grünen-Stadtvorsitzende Theresa Eberlein die anwesenden Pressevertreter*innen, die erschienen waren, zu begrüßen. Im Moment haben die Grünen in Umfragen Spitzenwerte und auch das Ergebnis der Europawahl in Regensburg sei ein Gratmesser für kommenden März, so Eberlein: „Unser Ziel ist natürlich, vorne mitzuspielen.“ Dabei wolle man aber auch alle mitnehmen: „In den vergangenen Monaten haben wir in einem basisdemokratischen Prozess an einem Programmentwurf gearbeitet, den wir heute ebenfalls vorstellen möchten.” Zentral seien darin die Punkte Mobilität, Wohnen und Klimaschutz; aber auch Sozial- oder Bildungspolitik seien mit einzelnen Kapiteln versehen.

Gespannt waren alle Anwesenden jedoch vor allem auf die Bekanntgabe der angekündigten OB-Kandidatur. Eberlein stellte ihren Co-Stadtvorsitzenden Stefan Christoph als bislang einzigen Bewerber, der sich am 12. Juli bei den Regensburger Grünen als OB-Kandidat bewerben möchte, vor. Der 31-jährige Politikwissenschaftler ist seit 2015 Vorsitzender der Umweltpartei in Regensburg. Seit vergangenem Jahr ist Christoph Bezirksrat und dort Vorsitzender der grünen Fraktion; gerade einmal knapp über fünf Prozent hätten ihm in Regensburg für das Direktmandat gefehlt. Seine Schwerpunkte hat er bisher vor allem in der Kulturpolitik, Wissenschaft und im Bereich Demokratie gesetzt. Für die Kommunalwahl im kommenden Frühjahr will er als grüner OB-Kandidat mit weiteren Themen punkten: „Mobilität und Wohnen betrachte ich als Grundrechte. In der Stadt vorwärts zu kommen und ein Dach über dem Kopf zu finden, muss für alle möglich und vor allem auch bezahlbar sein”, so Christoph. Gemeinsam mit seiner Partei will er aber auch einen Schwerpunkt in Klima- und Umweltschutz setzen: „Diese Themen müssen für uns oberste Priorität haben.“ Alle politischen Ebenen müssten den dringenden Handlungsbedarf bei der Klimakrise erkennen und auch umweltpolitisch zu Potte kommen. „Ich möchte, dass Regensburg bis 2030 klimaneutral wird und dass Biotope genauso wie Hauswände in unserer Stadt ergrünen.“

Der Landtagsabgeordnete und Stadtrat Jürgen Mistol, von vielen lange als aussichtsreichster Kandidat der Grünen für den Oberbürgermeisterposten gehandelt, gibt Rückendeckung für den Kommunalwahlkampf mit. Die vergangenen fünf Jahre mit grüner Regierungsbeteiligung seien erfolgreich gewesen. Nun kämpfe man dafür, mit einer stärkeren grünen Fraktion, noch mehr der eigenen Inhalte umsetzen zu können.

Aus Berlin war auch bundespolitische Prominenz zur Pressekonferenz angereist. Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, Jamila Schäfer, betonte die Bedeutung der bayerischen Kommunalwahl auch für die Bundesebene. Gerade in Großstädten wie Regensburg sehe sie sehr gute Chancen. „Die Verankerung in den Kommunen stärkt unsere Politik. Darum bin ich froh, dass wir mit Stefan Christoph einen tollen Kandidaten haben, der als junger Kandidat frischen Wind und dennoch viel politische Erfahrung in die Regensburger Stadtpolitik bringen kann. Er ist keiner der Politiker, die um sich selber kreisen. Ihm geht es darum, Probleme zu lösen und etwas zu bewegen. Genau solche Leute braucht die Politik, ob auf Bundesebene oder in den Kommunen.“, so Schäfer.

Dem schloss sich Anna Hopfe, politische Geschäftsführerin der Grünen Jugend Regensburg an und hob das langjährige Grüne Jugend-Engagement Christophs hervor, der unter anderem zwei Amtszeiten lang Landessprecher war. „Im Wahlkampf wollen wir eigene Akzente setzen und uns besonders für eine Verjüngung des Regensburger Stadtrates stark machen“, so Hopfe. Am 1. Juli werde man außerdem zwei Spitzenkandidat*innen für die Kommunalwahl aufstellen, die auf der grünen Stadtratsliste auf aussichtsreichen Plätzen kandidieren sollten.

Am 12. Juli werden die Grünen offiziell ihre Aufstellungsversammlung für die OB-Kandidatur abhalten; dort darf dann die Basis abstimmen. Im September will die Öko-Partei ihr Programm verabschieden und im Oktober schließlich die Stadtratsliste.