VerbraucherService Bayern fordert günstiges Girokonto für Flüchtlinge

Banken rechnen mit großer Nachfrage

BAYERN (sr). Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine vor drei Wochen fliehen zahlreiche Menschen in die sicheren Nachbarländer und auch in deutschen Städten kommen immer mehr Flüchtlinge an, die Schutz vor den Angriffen der russischen Truppen suchen.

Wie lange die Menschen in Deutschland bleiben, hängt wohl in erster Linie von der Dauer des Krieges ab. Kreditinstitute rechnen in den kommenden Wochen mit einer hohen Nachfrage nach neu zu eröffnenden Girokonten, damit die Geflüchteten am Zahlungsverkehr teilnehmen und die Hilfsleistungen des Staates auch über einen längeren Zeitraum ausgezahlt werden können. Der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) fordert ein günstiges Girokonto für Kriegsflüchtlinge.

Der Gesetzgeber hat im Jahr 2016 allen Verbraucher*innen das Recht auf ein Girokonto eingeräumt. Auch Menschen ohne festen Wohnsitz oder Geflüchtete haben einen Anspruch auf ein sogenanntes Basiskonto bei einer Bank oder Sparkasse. „Leider orientiert sich die Höhe der Kontogebühren für Basiskonten bei sehr vielen Kreditinstituten immer noch am oberen Bereich der angebotenen Kontomodelle“, berichtet Markus Latta, Fachteamleiter für Finanzdienstleistungen beim VSB. Gerade bei Menschen in prekären Lebensumständen ist die finanzielle Situation in der Regel eher angespannt und daher trägt ein teures Girokonto nicht zur Entspannung der Lage bei.

Der VSB fordert für geflüchtete Menschen, aber auch für andere Verbraucher*innen in finanziellen Notlagen, ein kostengünstiges Basiskonto, das für beispielsweise einen Euro pro Monat angeboten werden sollte. „Somit wäre die finanzielle Teilhabe dieser Personengruppen gesichert und Betroffene sind weiterhin in der Lage, ihren wirtschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen“, so Latta weiter.

Aus Sicht des Verbraucherschutzes wäre es zu begrüßen, wenn sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dieses Umstandes sehr zeitnah annehmen würde, um so die geflüchteten Menschen vor teuren Bankkonten zu bewahren.