VerbraucherService Bayern informiert

Obst und Gemüse richtig lagern
VerbraucherService Bayern gibt Tipps für Vorratshaltung

BAYERN (sr). Vorratshaltung ist in ländlichen Haushalten mit großem Nutz- und Obstgarten selbstverständlich. Die Coronakrise hat auch in städtischen und jungen Haushalten den Wunsch geweckt, unabhängiger von industriellen Produkten zu sein und einen Vorrat anzulegen. Das Bundes-amt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie das Bundesministerium für Ernährung und Gesundheit empfehlen, Lebensmittel für zwei Wochen vorrätig zu haben. Wie Sie Obst und Gemüse richtig einlagern, erklärt der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB).
Für das Einlagern von Obst und Gemüse eignet sich am besten ein dunkler Kellerraum, der nach Norden oder Osten liegt und durch Fenster, Schlitze, Gitter oder einen Ventilator ausreichend be- und entlüftbar ist. Ein atmungsaktiver Anstrich schützt vor Schimmel und muffigem Geruch. Wichtig: Regelmäßig kontrollieren, dass kein Ungeziefer im Lagerraum ist. Zum Lagern benötigen Sie Regale, Horden und Kartoffelkisten. Für einen Sandeinschlagplatz für Gemüse eignen sich saubere Kisten oder eine Kellerecke, die Sie mit Ziegelsteinen einfassen. Die ideale Temperatur im Winter liegt bei vier bis fünf Grad, im Sommer bei zehn bis zwölf Grad. Die Temperatur sollte möglichst konstant sein. Frost ist zu vermeiden. Eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 85 bis 90 Prozent ist optimal. Frischluftzufuhr ist notwendig, damit sich nicht zu viel Reifungsgas Ethylen anreichert und sich der Verderb dadurch beschleunigt. „Lagern Sie immer nur einwandfreie, ungewaschene, aber saubere Lebensmittel ein. Kontrollieren Sie das Obst und Gemüse regelmäßig und sortieren Sie faulige Früchte aus“, rät Birgit Billy Hauswirtschaftsexpertin beim VSB.
Lagerfähige Apfel- und Birnensorten in flache Horden oder Kisten legen und abdecken. Winterkarotten, Rote Bete, Sellerie und Schwarzwurzeln in mittelfeuchten Sand einschlagen oder in Netzen aufhängen. Bei Kohlarten erst die äußeren Blätter entfernen, dann am Strunk aufhängen oder in flache Kisten legen. Zwiebeln ohne Laub hängend oder liegend trocken lagern. Salate wie Zuckerhut, Radicchio, Endiviensalat in Zeitungspapier einschlagen. Kartoffeln in Lattenkisten oder Drahtsilos lagern.

Strafzinsen belasten immer mehr Sparerinnen
VerbraucherService Bayern rät Betroffenen zu verhandeln

BAYERN (sr). Seit Jahren sind die Zinsen für Spareinlagen im Keller. Galt ein negativer Zinssatz auf Guthaben bei der Bank vor ein paar Monaten noch als exotisch, ist er heute für zahlreiche Verbrau¬cherinnen zur bitteren Realität geworden. Mittlerweile verlangen bundesweit über 400 Ban¬ken und Sparkassen ein sogenanntes Verwahrentgelt, sofern die Einlagen eine gewisse Frei¬grenze überschreiten. Selbst einige Sparkonten bleiben davon nicht verschont. Lag die Freigren¬ze bei der Einführung dieser neuen Bankgebühr in der Regel noch im sechsstelligen Bereich, wur¬de sie im Laufe der vergangenen Monate immer weiter abgesenkt und belastet nun auch Spa¬rerinnen mit einem Guthaben im unteren zweistelligen Bereich. Die Geldhäuser begründen die Einführung dieser Gebühr mit dem negativen Zins in Höhe von -0,5 Prozent, den sie selbst der Europäischen Zentralbank (EZB) auf ihre Pflichteinlagen zahlen müssten. Diese Argumentation ist laut dem VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) allerdings nur ein kleiner Teil Wahrheit. Der Verband rät betroffenen Verbraucherinnen zu individuellen Verhandlungen.
„Kreditinstitute müssen nur ein Prozent ihrer täglich verfügbaren Kundeneinlagen bei der EZB parken und genießen außerdem noch einen großzügigen Freibetrag, auf den sie keine Strafzin¬sen zahlen müssen“, weiß Markus Latta, Fachteamleiter für Finanzdienstleistungen beim VSB. Ein weiterer Vorteil der Banken sei der Refinanzierungszins der Kreditinstitute bei der EZB. Denn geben sie Kredite an ihre Kunden, können sie sich bei der EZB zu -0,25 Prozent bis -1,0 Prozent Kapital ausleihen und zahlen somit weniger zurück, als sie sich geliehen haben. „Leider erkennen wir derzeit nicht, dass sich dieser Sachverhalt bei den Kreditzinsen, insbesondere der Dispozinsen, bei den Verbraucherinnen widerspiegelt. Die aktuellen Konditionen für Konto¬überziehungen liegen bei vielen Kreditinstituten immer noch im oberen einstelligen Bereich, teilweise sogar über 10 Prozent. Diese Zinssätze entsprechen dem von den Geldhäusern vorge¬schobenen allgemeinen Zinsniveau in keiner Weise“, so Latta. Somit kassieren die Banken mehrmals ab: Von ihren Sparkunden ein Verwahrentgelt und von den Kreditkunden die Darle¬henszinsen sowie den negativen Refinanzierungszins der EZB. Der VSB rät vom Verwahrentgelt betroffenen Verbraucherinnen gegenüber Ihrer Bank oder Sparkasse selbstbewusst aufzutre¬ten und die Konditionen nicht einfach zu akzeptieren, sondern diese individuell auszuhandeln.

Wohin mit den Altkleidern?
Ressourcen sparen durch richtige Entsorgung

BAYERN (sr). Die Bekleidungsproduktion hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Niedrigstpreise verleiten zum schnellen Kauf. Gleichzeitig lässt die Qualität nach und viele Kleidungstücke werden früher aussortiert. Ein wichtiges Kriterium für eine gute Ökobilanz von Kleidung ist dagegen deren Langlebigkeit. Wesentliche Merkmale für Nachhaltigkeit sind faire Produktionsbe¬dingungen und umweltverträgliches Material. Wie Verbraucher*innen durch die richtige Entsor¬gung ihrer Alt¬kleider dabei helfen Ressourcen zu sparen, erklärt der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB).
Das Altkleideraufkommen in Deutschland steigt stetig an. Pro Jahr sind das inzwischen rund 15 Kilo¬gramm Sammelware pro Person. Die Wiederverwendungsquote bei Alttextilien im Jahr 2018 von 62 Prozent trügt: Nur etwa zehn Prozent davon wird an Bedürftige weitergegeben oder second¬hand verkauft. „Möchten Sie diesem Trend entgegensteuern, sollten Sie neuwertige oder gut erhal¬tene Kleidung entweder secondhand verkaufen oder in die Kleiderkammern geben“, so Marianne Wolff, Umweltreferentin beim VSB. Das FairWertung-Siegel auf Altkleidercontainern oder in der Stra¬ßensammlung gibt eine gute Orientierung bei der Entsorgung. Die Partner des gemeinnützigen Verbandes haben sich verpflichtet, sozial- und umweltverträgliche Standards ein¬zuhalten sowie wahrheitsgemäße Angaben über Zweck und Verwendung der Kleidersammlungen zu machen.
Bei der Anschaffung wirbt Wolff für gute gebrauchte Kleidung: „Gebrauchte Textilien sind nicht nur bei Kinderkleidung eine preiswerte und ressourcenschonende Alternative. Gut erhaltene Stücke finden Sie in Secondhand-Läden, auf Flohmärkten und Tauschbörsen. Inzwi-schen gibt es auch online etliche Portale“.
Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp: Rohstoffe im Blick: Was tun mit ausrangierter Kleidung?

Elektroauto zuhause laden
Dank Photovoltaik-Anlage und Wallbox möglich

BAYERN (sr). Viele Haushalte zögern mit dem Umstieg auf ein Elektroauto. Häufig ist die nicht ausreichende Anzahl öffentlicher Ladesäulen der Grund. Dabei besteht auch die Möglichkeit, die Fahrzeuge zuhause zu laden. Besonders interessant ist das für Haushalte mit eigener Photovoltaik-Anlage. Worauf Verbraucher*innen hierbei achten sollten, erklärt die Energieberatung des VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB).
Selbst erzeugter Solarstrom ist umso lukrativer, je mehr davon im eigenen Haushalt verbraucht wird. Das regelmäßige Laden eines Fahrzeugs erhöht den Eigenverbrauchsanteil erheblich. Deshalb ist es empfehlenswert, möglichst viel der geeigneten Flächen für die Photovoltaik-Anlage zu nutzen. Die Installationskosten für Photovoltaik-Anlagen betragen rund 1.600 Euro je Kilowatt Peak (kWp). Für laufende Kosten wie Wartung, Stromzähler und Versicherungen sind etwa 150 Euro pro Jahr zu veranschlagen. Wer eine Anlage finanzieren möchte, kann dafür einen KfW-Kredit bekommen.
Es ist nicht zu empfehlen, Elektroautos an Haushaltssteckdosen aufzuladen, da diese nicht für langes Laden unter hoher Last ausgelegt sind. „Für höhere Ladeleistungen empfiehlt sich eine Wandladestation, ‚Wallbox‘ genannt. Diese ermöglicht nicht nur schnelleres Laden, sondern erlaubt auch eine elektronische Kommunikation mit dem Fahrzeug und verringert Ladeverluste. Je nach Modell ist es zudem möglich, gezielt Überschussstrom aus einer Photovoltaik-Anlage zum Laden zu nutzen“, erklärt H. Köppl, Energieberater des VSB. Die Kosten für die Installation liegen zwischen 600 und 2.500 Euro. Die Installation der Kabelverbindung vom Hauptverteiler im Haus, ein zusätzlicher Stromzähler und eine Schnittstelle zur Kommunikation verursachen weitere Kosten. „Privatpersonen können bei der KfW einen Zuschuss von 900 Euro für eine Ladestation bis 11 kW Leistung beantragen“, so Köppl.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale in Kooperation mit dem VSB hilft bei allen Fragen zu Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeichern und Ladestationen. Sie ist je nach Beratungsangebot kostenfrei oder kostenpflichtig (30 Euro). Persönliche Beratungen finden derzeit und im Rahmen geltender Vorschriften nur einge¬schränkt statt. Terminvereinbarung unter Tel. 0800-809 802 400. Die Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp: https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/energie/im-einklang-photovoltaik-und-elektromobilitaet