Weltweite Demos für den Klimaschutz, über 4000 Menschen in Regensburg

Fotos: Fridays for Future Regensburg

REGENSBURG (sr). Der 20.09.19 wird in die Geschichtsbücher eingehen. Weltweit demonstrierten Menschen für die Erhaltung unseres Planeten. Ohne massive, radikale Änderungen steuern wir auf eine Klimaerwärmung zu, die nicht mehr aufzuhalten ist. In Deutschland haben ca. 1.4 Millionen Menschen demonstriert. In vielen Städten waren so viele Menschen auf der Straße, wie noch nie zuvor seit der Wende. In Regensburg beteiligten sich mit ca. 4000 Menschen mehr Menschen am Protest für Klimaschutz, als je zuvor.

Bereits um 15 Uhr hatte das Verkehrswendebündnis Radentscheid zu einer Radldemo aufgerufen. Diesem Aufruf folgten so viele Menschen wie noch nie zuvor, der ca. 2km lange Demonstrationszug umfasste in etwa 2000 Menschen. Die Forderungen nach einem Ausbau der Radwege, schnelleren Radstraßen und sichereren Radwegen finden in der Gesellschaft absolute Zustimmung.

Schon vor 16.30 Uhr fanden sich zahlreiche Menschen zu Fuß am Ernst-Reuter-Platz ein, als dann auch noch die Radldemo dazukam, waren wir laut Polizeiangaben in etwa 4000 Menschen. Aufgrund der überwältigenden Teilnehmerzahlen musste der Ernst-Reuter-Platz zusätzlich gesperrt werden.

Mit etwas Verzögerung startete daraufhin die Menschenkette, sie lief entlang des Grüngürtels um die Altstadt und umfasste ebendiese komplett. Vom Villapark bis zur Prebrunnallee. Nach einer halben Stunde Lückenschluss fiel die Menschenkette zu den drei Ausgangspunkten für den anschließenden Sternmarsch zusammen, dabei gab es noch kurze Kundgebungen in der Maxstraße, an dem Jakobstor und dem Ostentor.

Am Domplatz kamen wieder alle Demonstrierenden zusammen und skandierten gemeinsam “Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle”. Nach einigen Redebeiträgen und Musik u.a. von Klangphonics, viel Spaß, ausgelassener und friedlicher Stimmung wurde gegen 20.15 Uhr die Versammlung beendet.

Während in Deutschland in 620 Städten demonstriert wurde, stellte die Bundesregierung ihr Klimapaket vor. Abgesehen von dem Aufheben des 52 Gigawatt Deckels für Photovoltaik, gehen die Maßnahmen nicht weit genug und sind sozial ungerecht. Ein Festhalten an der 10H-Regelung in Bayern stößt bei Klimaschützern auf komplettes Unverständnis.

Eine CO₂-Bepreisung von 10 Euro pro Tonne (2021) ist nicht nur viel zu gering um eine Lenkung hin zu einem emmisionsarmen Konsumverhalten, es entspricht auch nicht den von der Wissenschaft empfohlenen 50€ für 2020 (siehe Grafik von Prof. Stefan Rahmstorf, PIK).
Michael Sterner von Scientists for Future: “Damit erreicht Deutschland die Klimaziele niemals und riskiert die Zukunft der jungen Menschen. Unser Land wird seiner globalen Verantwortung nicht gerecht. Im Klimakabinett hat sich die Angst der fossilen Wirtschaft gegenüber der Vernunft der Wissenschaft und der Hoffnung der Millionen von Menschen für mehr Klimaschutz durchgesetzt. Das ist katastrophal.”

Marlene Stahl von Fridays for Future: “Das Klimapaket ist kein Erfolg, es ist ein Zeichen gegen die Interessen der Bevölkerung, ein Zeichen dass kurzfristige Wirtschaftsinteressen für die Bundesregierung von größerer Bedeutung sind, als die Zukunft unseres Planeten, als die Zukunft der Menschheit.”

Micha Sörgel von Fridays for Future: “Wir werden weiterstreiken! Wir werden weiterstreiken, bis endlich effektiver Klimaschutz betrieben wird. Wir werden weiterstreiken, bis wir unsere Zukunft als gesichert sehen. 1 400 000 Menschen haben am Freitag gezeigt was ihnen wichtig ist. Und die Politik hat versagt.”

Der nächste Streik wird am Freitag den 27.09.19 stattfinden, dazu treffen wir uns um 8 Uhr am Neupfarrplatz und werden um 9.28 Uhr mit dem Zug nach Nürnberg zu einer Fokusdemo fahren.