„Wir sind die Alternative zur Söder-Regierungsshow!“

LOKAL-Interview mit ÖDP-Spitzenkandidatin Agnes Becker

ÖDP-Spitzenkandidatin Agnes Becker

BURGLENGENFELD (lz). Mit ihrer Spitzenkandidatin Agnes Becker aus Niederbayern möchte die Ökologisch-Demokratische Partei ÖDP die 5%-Hürde knacken. Sie hat sich Natur- und Tierschutz, eine an den Ursachen ansetzende Flüchtlingspolitik und auch die Bildungsverbesserung auf die Fahnen geschrieben. Mit der Schreinergesellin und Tierärztin aus Wegscheid bei Passau schickt die ÖDP eine Nebenerwerbs-Biolandwirtin in die Landtagswahl, die bereits jede Menge politische Erfahrung gesammelt hat: Seit 2009 stellvertretende Landesvorsitzende der ÖDP, führt sie als Kreisrätin eine vierköpfige ÖDP-Fraktion an.
Am 26. September 2018 um 19.30 Uhr kommt Agnes Becker nach Burglengenfeld und stellt sich im Restaurant WIP den Fragen der Bürger/-innen.
LOKAL sprach mit der ÖDP-Spitzenkandidatin Agnes Becker

 

LOKAL: Frau Becker, warum kandidieren Sie für den Landtag?
Agnes Becker: Immer mehr Menschen hinterfragen die CSU wegen ihrer Sprunghaftigkeit kritisch. Die ÖDP ist das werteorientierte Angebot an die bisherigen CSU-Wähler, die die aktuelle Entwicklung dieser Partei nicht mitmachen. Meine Partei hat mir die Aufgabe anvertraut, diese Alternative zur Söder-Regierungsshow zu verkörpern. Das mache ich gern!

LOKAL: Warum ÖDP wählen und nicht die Grünen?
Becker: Die ÖDP ist garantiert konzernspendenfrei, im Gegensatz zu allen im Landtag vertretenen Parteien. Wer zahlt, schafft an. Wer Geldgeschenke an Parteien und Abgeordnete macht, erwartet dafür eine Gegenleistung – in Deutschland ist das nicht einmal verboten.
Wir meinen: Unabhängige Politik zum Wohl aller kann nur machen, wer keinerlei Firmenspenden annimmt. Die ÖDP verzichtet seit ihrer Gründung 1982 freiwillig auf jegliche Spenden aus der Wirtschaft.
Das ist unser politisches Reinheitsgebot.

LOKAL: Welche Schwerpunkte setzt die ÖDP in der Landespolitik?
Becker: Jedes Jahr verschwindet mehr Landschaft unter Asphalt und Beton, müssen mehr bäuerlich arbeitende Familienbetriebe für immer aufgeben. Jedes Jahr sterben viele Pflanzen- und Tierarten unwiederbringlich aus. Soll man dabei zuschauen?
Wir wollen per Volksbegehren das bayerische Naturschutzgesetz verbessern: Mehr Biotopvernetzung, mehr blühende Wiesen, mehr ökologische Landwirtschaft. Machen Sie mit unter www.volksbegehren-artenvielfalt.de, jede Unterschrift ist wichtig!
Die ÖDP steht weiterhin für die Einführung eines Familiengehalts für Pflegende und Erziehende, eine Obergrenze beim Flächenverbrauch, Bildungsverbesserung nicht durch Tablets, sondern durch mehr Lehrer und kleinere Klassen. Auch wollen wir endlich einen Lehrstuhl „Alternativen zum Tierversuch“.

LOKAL: Der ÖDP-Landtagskandidat im Landkreis Schwandorf Alfred Damm kämpft unter anderem gegen die Stromtrasse „Südostbayernlink“. Wie stehen Sie dazu?
Becker: Natürlich unterstütze ich Alfreds Wahlkampf: Die Monstertrassen dürfen weder hier noch woanders gebaut werden: Hochkarätige Professoren halten die Trassen für völlig unnötig: Erneuerbare Energie muss dezentral erzeugt, extreme Flauten oder Überschüsse im Gasnetz ausgeglichen werden, das ist längst erfunden und das Gasnetz vorhanden. Die Stromtrassen bringen immense Leitungsverluste und Flächenverbrauch und sind nur ein vom Steuerzahler finanziertes Wachstumsprogramm für einzelne Firmen. Die Leitungen werden nie mehr ausgebuddelt, Windräder hingegen kann man rückstandsfrei zurückbauen, wenn etwas Effektiveres erfunden ist.

LOKAL: Warum sollte der Wähler das Risiko der 5%-Hürde auf sich nehmen und ÖDP wählen?
Becker: Wenn man immer nur das kleinere Übel wählt, wird sich nie etwas zum Guten wenden. Dann lieber die ÖDP wählen! Und damit endlich eine Politik weg von Wachstumswahnsinn und Profitgier, damit unsere Lebensgrundlagen doch noch gerettet werden können. Damit die wirklichen Fluchtursachen Klimawandel, Waffenexporte und unfairer Freihandel endlich angepackt werden. Unser Landtagswahlprogramm ist enkeltauglich und dem Gemeinwohl verpflichtet. Diesmal ziehen wir mit 6 % in den Landtag ein. Dafür bitte ich Sie um beide Stimmen für die ÖDP.