Fachkräfte sichern: Jobs für Eltern schaffen

Die großen Ferien neigen sich dem Ende zu: Für die Kleinsten werden bereits die Schultüten vorbereitet. Im Landkreis Schwandorf fiebern in diesem Jahr auch wieder Kinder, deren Familien derzeit Leistungen aus der Grundsicherung („Hartz IV“) beziehen, ihrem ersten Schultag entgegen.

„Eine gute Schulbildung legt den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Bereits in den ersten Schuljahren brauchen Kinder Vorbilder, die ihnen vermitteln, dass Lernen und Arbeiten zum Leben gehören“, betont Markus Nitsch, Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf. Zum Schulbeginn richtet er deshalb einen Appell gezielt an die Betriebe und Unternehmen der Region: „Ermöglichen Sie den Eltern dieser Kinder jetzt einen Neustart und bieten Sie ihnen berufliche Perspektiven an. Nutzen Sie die Chance, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter für Ihren Betrieb zu gewinnen.“

Im Landkreis Schwandorf leben aktuell rund 680 Familien mit Kindern unter 18 Jahren, die aus verschiedenen Gründen auf Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen sind. Darunter rund 380 Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs alleine großziehen.

Seit Jahren werden diese Frauen und Männer im Jobcenter im Landkreis Schwandorf intensiv betreut.Die Vermittlungsfachkräfte tun alles, um für diesen Personenkreis zielgerichtete Beratungen durch zu führen.
Dies beinhaltet zum Beispiel auch Informationen über vorhandene Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Landkreis Schwandorf. Intensive Unterstützung bei den Bewerbungsaktivitäten und Beratungen zu allen bestehenden Förder- und Qualifizierungsmöglichkeiten gehören ebenfalls zum Dienstleistungsangebot des Jobcenters.

„Eine ganzheitliche und vor allem individuelle Beratung ist wichtig, damit Müttern und Vätern die Rückkehr ins Arbeitsleben gelingt“, erläutert Günter Burgerspfleger, Geschäftsführer des Jobcenters Schwandorf: „Besondere Lebenssituationen erfordern vielfach besondere Lösungsansätze.“ Deshalb bietet das Jobcenter eine Reihe individueller Maßnahmen an.
Erwähnt sei hier nur ein breites Coaching-Angebot, bis hin zum Familien-Coaching, dass
praktisch alle Familienangehörigen umfassen kann.

Für den Herbst ist ein Unterstützungsangebot geplant, dass den besonderen Belangen von Eltern bzw. Alleinerziehenden einschließlich der notwendigen Kinderbetreuung während der Teilnahme Rechnung trägt.

Für geflüchtete Frauen soll ab September 2018 ein Frauenintegrationskurs stattfinden.
Im Rahmen des Projekts „Integration SAD“ wird an den Standorten Nabburg, Pfreimd, Neunburg v. W. und Schwandorf ein Deutschkurs für Mütter angeboten.

Darüber hinaus sind Jobcenter und Arbeitsagentur bei den Bemühungen, Eltern die Rückkehr ins Berufsleben zu ermöglichen auch auf das Engagement der Arbeitgeber der Region angewiesen: „Um den Spagat zwischen Elternsein und Beruf tatsächlich erfolgreich meistern zu können, sind familienfreundliche Rahmenbedingungen in den Betrieben – vor allem flexible Arbeitszeitmodelle – entscheidend“, so Markus Nitsch, Leiter der Arbeitsagentur Schwandorf. Der Bedarf an Teilzeitstellen sei gerade bei Eltern von kleineren Kindern groß. Auch Telearbeit könne sowohl Betrieben als auch Arbeitssuchenden neue Chancen eröffnen.

Arbeitgeber, die Jobs für Eltern anbieten möchten, können sich mit dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Schwandorf in Verbindung setzen. Dieser steht Unternehmen beratend zur Seite und stellt gerne den Kontakt zu geeigneten Bewerbern her.

Der Arbeitgeber-Service ist montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 zu erreichen.