Vortrag: „Strategische Entscheidungen? Heiratspolitik des Hauses Pfalz-Neuburg“

Hochzeitsfeierlichkeiten von Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm mit Magdalena von Bayern 1613 in München

BURGLENGENFELD (sr). „Strategische Entscheidungen? Heiratspolitik des Hauses Pfalz-Neuburg“: Das ist das Thema eines Vortrags von Dr. Barbara Zeitelhack, Leiterin des Stadtarchivs in Neuburg an der Donau, am Freitag, 25. August, um 19 Uhr im historischen Rathaussaal.

Damit wird die Reihe der Vorträge zur Stadt- und Regionalgeschichte aus Anlass des 475. Jubiläums der Stadtrechtsverleihung an den Markt Lengenfeld durch die neuburgischen Pfalzgrafen Ottheinrich und Philipp fortgesetzt.

Dr. Barbara Zeitelhack widmet sich der spannenden Heiratspolitik der neuburgischen Fürsten, wobei es weniger um romantische Liebe als vielmehr um politisch-strategische Absichten ging. Im Gegensatz zu unserer modernen Auffassung von Familie stellten Fürstenhäuser bis ins 20. Jahrhundert hinein öffentliche Institutionen dar. Entsprechend waren auch Heiraten keine private Entscheidung, die Familienmitglieder dienten vielmehr als „Verfügungsmasse“ dynastischer Politik. Ehen wurden geschlossen zur Begründung von Bündnissen oder zur Sicherung von Friedensschlüssen und/oder hatten territoriale Erweiterung oder Standeserhöhung zum Ziel. Auch die Pfalz-Neuburger Herzöge wussten eine strategische Heiratspolitik einzusetzen. Allerdings war hochadelige Herkunft kein Garant für deren Erfolg.

Heimreise nach Neuburg am 15. November 1613

Die Realisierung ambitionierter Heiratsprojekte war für die ersten Landesherren der „Jungen Pfalz“ mit großen Schwierigkeiten verbunden, wie vor allem die gescheiterten Unternehmungen Pfalzgraf Philipps in den 1530er Jahren zeigen. Aber auch prestige- und gewinnträchtige Unternehmungen wie der durch die Heirat Philipp Ludwigs erworbene Erbanspruch auf die niederrheinischen Gebiete ließ sich letztlich erst durch eine weitere strategische Eheschließung seines Sohnes Wolfgang Wilhelm – mitsamt Konversion und Wechsel ins katholische Lager – durchsetzen. Philipp-Wilhelm schließlich sollten sowohl Heiratspolitik als auch Platzierung der männlichen Nachkommen in wichtigen kirchlichen und militärischen Positionen „in einer Virtuosität gelingen, welche die Familienpolitik anderer Häuser in den Schatten stellte“, wie Josef Johannes Schmid konstatierte.

Von Dauer war dies aber nicht. Der letzte Versuch, die Sicherung der Dynastie Pfalz-Neuburg durch eine innerfamiliäre (ober-)pfälzische Verbindung zu erreichen, blieb ohne Erfolg. Im Vortrag wird anhand einzelner Heiratsprojekte skizziert, wie eng diese „strategischen Entscheidungen“ mit der Reichspolitik (nicht nur) der Pfalzgrafen verbunden waren und welche externen Faktoren die Realisierung beeinflussten.

Dr. Barbara Zeitelhack ist promovierte Historikern und seit 1994 Leiterin des Stadtarchivs Neuburg an der Donau. Sie hat an zahlreichen Buch-, Forschungs- und Ausstellungsprojekten in Neuburg und den ehemaligen neuburgischen Landesteilen mitgewirkt und war mehrfach schon zu Vorträgen auch in der Oberpfalz und in Burglengenfeld zu Gast.

Der Vortrag dauert etwa eine Stunde, der Eintritt ist frei! Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!

Quelle/Bildnachweise beider Abbildungen: Historischer Verein Neuburg an der Donau

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