Einweihung und Eröffnung des Wackersdorfer Ärztehauses

Medizinische Versorgung gesichert

WACKERSDORF (sr). Das Ärztehaus in der Ortsmitte wurde am 1. März eröffnet und eingeweiht. Damit erfüllt die Gemeinde einen zentralen Bürgerwunsch: Die medizinische Versorgung in Wackersdorf sollte nachhaltig gesichert werden.

Das neue Ärztehaus in Wackersdorf

Kein Anliegen wurde bei der großen Bürgerbefragung 2016 häufiger genannt. Der Komplex entstand am Standort des alten Schulgebäudes, gegenüber dem Mehrgenerationenhaus. Neben der Gemeinschaftspraxis Roi, Diaconu, Zahnweh, Krüger mit integrierter Kinder- und Familienpraxis zog auch die Wackersdorfer Barbara-Apotheke in das neue, L-förmige Gebäude ein. Eine weitere Praxisfläche im Erdgeschoss steht kurz vor der Vergabe.

V.l.: Dr. Hubert Schmid von der Regierung der Oberpfalz, leitender Arzt Stefan Roi, 2. Bürgermeister Thomas Neidl, Apotheker Joachim Musss, Pfarrer Christoph Melzl, Diakon Jürgen Weich, Bürgermeister Thomas Falter, Architekt Julian Söllner, Bauamtsleiter Uwe Knutzen, 3. Bürgermeister Günther Prontah, Vertreterin des Gemeinderats Sabine Roild und Landrat Thomas Ebeling

Erfolgsmodell mit Vorbildwirkung

Vor dieser Herausforderung stehen ländliche Regionen in ganz Bayern: Arztpraxen werden aufgegeben, Nachfolger finden sich nur schwer oder gar nicht. Vielerorts schießen die Zahlen der nicht mehr besetzten Arztsitze in die Höhe. Dieses Szenario drohte auch in Wackersdorf. Frühzeitig kündigten die Hausärzte Dres. Edith und Albert Strobl an, ihre Praxis altersbedingt aufgeben zu wollen. Im Schulterschluss und ständigen Austausch mit den Dres. Strobl und der zweiten Hausarztpraxis Dr. Kappl ergriff die Gemeinde Wackersdorf die Initiative und startete mit den Planungen eines Ärztehauses. Die Idee: Die Kommune baut ein modernes, barrierefreies, funktionales und geräumiges Gebäude, um es an Ärzte zu vermieten. „Am Ende ist das Gebäude trotzdem nur die halbe Miete. Wir hatten Glück, mit Stefan Roi einen visionären Hausarzt für die Nachfolge der Dres. Strobl zu finden“, räumt Bürgermeister Thomas Falter ein.

Stefan Roi startete die Nachfolge mit einer zweiten Hausärztin an seiner Seite, Dr. Elena Diaconu. Nahtlos bezogen sie zunächst die Räume der Bestandspraxis der Dres. Strobl. Durch Praxisaufgaben in der Region wurden weitere Arztsitze im Umfeld frei, welche die Praxis der Wackersdorfer Hausärzte mit Dr. Zahnweh und Dr. Krüger übernahm. Dadurch ist die Anzahl der Arztsitze in Wackersdorf von anfangs drei auf fünf angestiegen – ein sechster Arztsitz soll in naher Zukunft folgen. „Damit haben wir die medizinische Versorgung auf die doppelte Kapazität vergrößert“, schildert Stefan Roi.

Moderne Apotheke und freie Räume

Das neue Ärztehaus beheimatet nicht nur die Praxis der Wackersdorfer Hausärzte. Auch die Wackersdorfer Barbara-Apotheke ist in das neue Gebäude eingezogen. Apotheker Joachim Muss nutzte die Gelegenheit, für Investitionen in die Zukunft. Der komplette Arzneibestand wurde vollautomatisiert und digitalisiert. Ein Roboter kümmert sich um das Ein- und Ausräumen der Medikamente, ermittelt Veränderungen am Bedarf bestimmter Arzneien und passt den Lagerbestand entsprechend an.

Das Team der Apotheke mit Bürgermeister Thomas Falter (v.l.) und Apotheker Joachim Muss. Fotos: Michael Weiß

Synergien: Energie, Verdichtung, Ortsmitte

Das Ärztehaus für sich ist bereits ein Erfolgsmodell. Es besticht aber auch durch seine Wechselwirkungen innerhalb der neuen Ortsmitte. Das Gas- und Heizkraftwerk versorgt zukünftig die heiz- und energieintensivsten Liegenschaften der Gemeinde – also die Sporthalle, die Schule und das MGH – mit Strom und Wärme. Das Gebäude ist ein Musterbeispiel für gelungene Nachverdichtung in bereits bebauten Räumen. Durch die zentrale Lage im Umfeld von MGH, Bücherei, Rathaus, Kirche, Edeka usw. ergeben sich unzählige Synergien. Auch die Parkplätze sind von Bedeutung für die gesamte neue und funktional ausgerichtete Ortsmitte Wackersdorfs.