„Es braucht demokratische Alternativen im Landkreis Schwandorf!“

Landratskandidatin Marianne Schieder (SPD) im aktuellen LOKAL-Interview

LANDKREIS SCHWANDORF (sr). Das „Urgestein“ der SPD tritt noch einmal an: Über 30 Jahre lang war Marianne Schieder als Abgeordnete tätig, 11 Jahre im Bayerischen Landtag und 20 Jahre im Deutschen Bundestag. Bei der Kommunalwahl 2026 geht sie noch einmal für die SPD ins Rennen. Im LOKAL-Interview spricht sie über Motivation, Erfahrung und ihre Ideen für die Zukunft der Region.

Marianne Schieder

LOKAL: Nach 30 Jahren als Abgeordnete treten Sie erneut als Landratskandidatin der SPD an. Warum?
Marianne Schieder: Der Landkreis Schwandorf ist meine Heimat. Hier lebe ich und hier fühle ich mich wohl. Es fasziniert mich noch immer, dafür arbeiten zu können und ich möchte weiterhin meine Heimat mitgestalten.
Ebenso bin ich überzeugte Demokratin. Die Demokratie ist die beste Form, die ich kenne, um unser Miteinander zu gestalten. Demokratie lebt vom Mitmachen und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Und ich bin dafür bereit.

LOKAL: „Bereit“ ist ein gutes Stichwort. Vermutlich bräuchten Sie keine lange Einarbeitungszeit im Landratsamt?
Schieder: Stimmt. Ich könnte am 1. Mai sofort loslegen. Schauen Sie: Seit 1996 gehöre ich dem Marktrat meiner Heimatgemeinde Wernberg-Köblitz an, das sind jetzt 30 Jahre. Ebenso bin ich seit 1996 Mitglied im Kreistag des Landkreises Schwandorf.
18 Jahre davon war ich eine Stellvertreterin des Landrats. Ich konnte in all diesen Jahren umfassende Erfahrungen sammeln und kann für mich in Anspruch nehmen, bestens mit den Themen und Herausforderungen unseres Landkreises vertraut zu sein. Im Übrigen habe ich aus meiner langjährigen Tätigkeit ein breites Netzwerk, das ich gewinnbringend für den Landkreis Schwandorf einsetzen möchte.

LOKAL: Der Landkreis Schwandorf steht gut da.
Schieder:: Ja, und das ist das große Verdienst unserer Landräte Hans Schuierer und Volker Liedtke. Es war Hans Schuierer, der gemeinsam mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor 40 Jahren verhindert hat, dass der Landkreis Schwandorf zu einem Atom-Landkreis mit einer Wiederaufarbeitungsanlage für radioaktive Abfälle wird. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn damals nicht die SPD, sondern die CSU den Landrat gestellt hätte. Und es war Volker Liedtke, der diesen Landkreis modernisiert hat und auch bereit war, schwierige Entscheidungen zu treffen.

LOKAL: Wo sehen Sie heute die Herausforderungen?
Schieder: Beispielsweise im Umgang mit einer älter werdenden Gesellschaft: Wir brauchen dringend einen Pflegestützpunkt, der eine kostenlose Beratung zu allen Themen rund um die Pflege bietet. Ebenso müssen wir Tagespflegeeinrichtungen massiv ausbauen, um Angehörige in der Pflege zu entlasten.
Nach wie vor gibt es Nachholbedarf im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hier wollen wir gemeinsam mit dem Bezirk Oberpfalz vorankommen.
Auch bei der Sicherung von Arbeitsplätzen muss der Landkreis seinen Beitrag leisten: Wichtig ist, dass alle Teile des Landkreises im Blick behalten werden. Die Schließung des Mittelstandszentrums Maxhütte-Haidhof (MZM) war ein Fehler. Wir wollen (digitale) Gründerzentren ähnlich dem Landkreis Cham.
Darüber hinaus geht es mir darum, die Investitionen in unsere Bildungseinrichtungen fortzusetzen. Hier darf auf keinen Fall der „Rotstift“ angesetzt werden.
Das Landratsamt möchte ich schließlich als moderne Behörde erhalten und verbessern. Bei Baugenehmigungen muss es schneller gehen.

LOKAL: Hoch umstritten ist auch der Sitzungssaal, den der Landrat plant.
Schieder: Vorweg: Dass man grundsätzlich darüber nachdenkt, für Gremiensitzungen und Veranstaltungen, die derzeit in der Kantine des Landratsamtes stattfinden, neue Räumlichkeiten zu schaffen, ist in Ordnung. Einen Prestigebau für schon jetzt über 8 Mio. Euro kann‘s aber nicht sein! Einer derartigen Planung werden wir nicht zustimmen. Die Planungen müssen geändert werden.
LOKAL: Ein politischer „Dauerbrenner“ ist auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).
Schieder: Es gibt viele Ansätze, um die Lage zu verbessern. Mir ist wichtig, dass wir die bestehenden Angebote zusammenführen und sie für die Menschen vereinfachen. Die SPD hatte vorgeschlagen, dafür eine Mobilitätszentrale ähnlich dem Landkreis Cham zu schaffen. Wir fordern ein kostenloses Jugend- und Seniorenticket, die bessere Taktung und Anbindung an Regensburg, Nürnberg und Weiden. Nicht zuletzt müssen die Investitionen in unser Straßennetz konsequent fortgeführt werden.

LOKAL: Gestatten Sie zum Ende den Blick in die Glaskugel: Was macht Marianne Schieder am 1. Mai 2026?
Schieder: Schieder: Das entscheiden die Wählerinnen und Wähler! Ich spiele nicht auf Platz, sondern auf Sieg, das ist klar. Und ich werbe sehr für das Angebot der SPD. Gleichzeitig bitte ich alle Wählerinnen und Wähler: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Wählen Sie demokratisch, am besten sozial-demokratisch!