„Frauen im Alten Testament“

HOLZHEIM AM FORST (sr). Am 22. März 2024 veranstalteten der Pfarrgemeinderat, der Katholische Frauenbund und die Kolpingsfamilie Kallmünz einen gemeinsamen besinnlichen Abend in der Filialkirche in Holzheim am Forst unter dem Titel „Frauen im Alten Testament. schön – schlau – gefährlich“.

Die vier Akteure begeisterten und verzauberten die Besucher an diesem Abend. Von links nach rechts: Agnes O. Eisenreich (Erzählerin), Stefan Huber (Musiker), Lucia Wagner (professionelle Musikerin) und Katja Qraini (Tanzpädagogin). Foto: Hübl

Schon beim Betreten der Kirche wurden die zahlreichen Besucher durch eine in ein farbiges Licht getauchte Kirche für eine musikalische und sinnliche Lesung eingestimmt. Und so war es nicht verwunderlich, dass nach der Begrüßung durch Pfarrer Andreas Giehrl die Journalistin und Moderatorin Agnes O. Eisenreich bereits mit ihren ersten Worten der Schöpfungsgeschichte alle Anwesenden in ihren Bann zog: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Am Anfang war die Erde wüst und wirr. Finsternis lag über der Urflut. Und Gott sprach: ‚“Es werde Licht“. Das nunmehr in leuchtenden gelb-roten Farben ausgestrahlte Gotteshaus untermalte das Gehörte. Akustisch und sehr gekonnt wurde die Erschaffung der Erde musikalisch und klanglich von zwei Profimusikern, Lucia Wagner und Stefan Huber, durch passende Instrumente und klangerzeugenden Gegenständen auch hörbar gemacht.

Anschließend wurden Geschichten von starken Frauen vorgetragen, die man alle in der Bibel nachlesen kann. Oftmals war die Heldin eine Frau. Das Alte Testament erweist sich ebenso als Fundgrube von Geschichten, in denen heftigste Emotionen, erschreckende Taten aber auch Weisheit und Lebenserfahrung zeigen, dass Menschen auch über Jahrtausende hinweg von immer dem Gleichen bewegt werden: Der Beziehung zwischen den Geschlechtern, dem Wunsch nach Frieden und Selbstbestimmung und dem Mut, sich dafür stark zu machen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Geschichten von Adam und Eva und dem Apfel vom Baum der Erkenntnis, Samson und Delila und von Judit und Holofernes.

Überwältigt waren die Besucher, als die Tänzerin Katja Qreini es der biblischen Judit nachmacht und mit einem Bauchtanz den Holofernes gleichsam um Kopf und Verstand bringt. Die Profimusikerin Lucia Wagner und der Instrumentenbauer und Musiklehrer Stefan Huber verzauberten das Publikum und untermalten die von Agnes O. Eisenreich vorgetragenen Geschichten immer wieder mit ihrer phantastischen Klangbegleitung. Die vorgetragenen Geschichten von starken Frauen gingen den Zuschauern unter die Haut, so dass man beinahe das Klatschen für die ausgezeichneten Darbietungen vergaß.

Beim Genuss der in der Pause angebotenen Cocktails gab es viel unter den Anwesenden zu bereden und sich darin zu bestärken, auch einmal intensiver im Alten Testament zu lesen. Eines wurde auch ganz deutlich: Man musste weder gläubig noch weiblich sein um diesen phantastisch gestalteten Abend zu genießen.