Gibt es heutzutage auch „Duodez-Fürsten,“ die gerne herrschen?

Nach dem mörderischen Dreißigjährigen Krieg entstanden in Deutschland unter anderem auch viele kleine Fürstentümer (Kleinstaaterei), deren Fürsten gerne König Ludwig XIV., den Sonnenkönig, einen absoluten Herrscher, nachahmten. Dessen Ausspruch: „Der Staat bin ich“ ist heute noch bestens bekannt. Allerdings hatten die Zwergerl-Fürsten nicht die finanziellen und sonstigen Möglichkeiten des Sonnenkönigs, was sie aber nicht daran hinderte, diesen, so weit als möglich, nachzuahmen. So wollte ein jeder der Mini-Staatenlenker gerne ein mehr oder weniger großes Schloss Versailles bauen, oder auch einem sonstigen Herrscherdenken huldigen. Aber, gibt es das auch heute noch in irgendeiner Form? Na ja, in ganz gleicher Form wohl nicht!

Aber, es kann schon mal passieren, dass ein gewählter Politiker, wenn er meint fest im Sattel zu sitzen, mal versucht ganz groß herauszukommen. Wie zum Beispiel in der Großen Kreisstadt in Schwandorf, da ein Landrat gedenkt, seine Residenz, das Landratsamt, mit einem wohl sehr prächtigen neuen Sitzungsaal, sozusagen frisch, aufzumöbeln. Und das, ohne dass die Zahl der Kreisräte mehr geworden wäre oder sich eine Baufälligkeit beim alten Sitzungssaal ergeben hätte. Dieser erfüllt vielmehr wohl immer noch seinen Zweck, bei den nicht mehr als wohl vier Sitzungen im Jahr, so wie auch Jahrzehnte davor. Also, seit ihn der damalige Landrat Hans Schuierer bauen ließ. Und die Kreisräte damals wie auch wohl noch heute können ihre verantwortungsvolle Tätigkeit der Kreisregierung dort ungehindert ausüben. Da braucht man wohl keinen Luxus-Aufwand in Höhe von sage und schreibe 8,2 Millionen Euro, um einen völlig neuen Sitzungssaal, wahrscheinlich gepolstert und auch sonst wertvoll ausgestattet, zu schaffen. Der gewaltige, vielleicht sogar protzige Aufwand von 8,2 Millionen spricht da wohl Bände und vor allem nicht für die wohl immer gebotene Sparsamkeit.

Für seine Sparsamkeit war der Erbauer des Landratsamtes, der Altlandrat Hans Schuierer, bestens bekannt. Hat er es doch geschafft, die vorher eingeplante Baukostensumme für das gesamte Landratsamt sogar eklatant zu unterschreiten. Ein Vorgang der wohl einmalig war in unserer als sparsam bekannten Heimat Oberpfalz. Was würde der Altlandrat wohl sagen, wenn man ihn zu dem geplanten 8,2 Millionen-Ausbau eines neuen Sitzungsaales befragen würde? Das könnte man sich wohl sehr gut vorstellen, bei etwas, was es bereits in ausreichender Form schon gibt und was sich auch bewährt hat. Ja, für wohl unnötige Luxusausgaben war wohl der Altlandrat Hans Schuierer wohl noch nie zu haben. Jetzt soll es sogar noch in der Angelegenheit gerichtlich werden. Man darf gespannt sein, wie das enden wird.

Siegen die neuen Planungen des Landrats oder die wohl immer gebotene Sparsamkeit in der Kommunalpolitik? Dabei gibt es wohl im Landkreis Schwandorf andere wichtige Aufgaben, die es wohl mehr verdienen, zur echten Chefsache zu werden. So z.B. die geplante gewaltige Zementwerk-Erweiterung in Burglengenfeld, die unweigerlich untragbare Mondlandschaften erzeugen wird, und auch der fragwürdige Ausbau von Windrädern in Problemgebieten, sowie dergleichen mehr.

Es grüßet sackrisch
euer Bönedückt Hannückl