Das Burglengenfelder Parkhaus wird billiger. Eine freudige Nachricht für alle Nachtschwärmer, die unter den Parkgebühren aufgrund der Preisstaffelung von immerhin 4.00 Euro für drei Stunden sicher schwer gelitten haben. Nur zur Erinnerung: Ein Drink in den einschlägigen Innenstadtlokalen ist teurer und schneller ausgetrunken. Aber keine Frage, der Ruf Burglengenfelds als„Stadt zum Feiern“ leidet unter diesen Parkhauskosten. Deshalb will das umtriebige WiFo, unterstützt von seinem kreativen Citymanager Wolfgang Dantl und gestärkt vom frisch gewählten Stadtrat Imad Cheiko, die Schranke jetzt hochziehen. Für den Verwaltungsrat der SWB hat Josef Gruber bereits Einsicht gelobt. SWB-Chef Johannes Ortner ist bei einem „Finanzierungsschluck“ von 42.000 € aus der Stadtkasse dazu bereit.
Laut Bürgermeister Thomas Gesche wird das Thema im Verwaltungsrat „weiter vorangetrieben“. Da sage noch jemand, der kommunalpolitische Einsatz lohne sich nicht für die WiFo-Lenker.
Bei einem Schuldenberg von 44,5 Mio € sind derartige „Kleinbeträge“ doch Peanuts und die möglichst kostenfreie Befüllung der 282 Parkplätze als eine wichtige städtebauliche Funktion also quasi eine Pflichtaufgabe. Oder? Schließlich geht es hier laut WiFo-Botschaft um nichts weniger als die Belebung der Innenstadt als Einkaufsziel. Ob dieser durchaus berechtigte Wunsch tatsächlich nur von den Parkgebühren abhängt?
Zum Einkaufsbummel rund um den Marktplatz könnte durchaus eine kostenfreie Parkzeitverlängerung auf eine Stunde ausreichen. Die Kurzzeitpark-Kapazitäten entlang der Regensburger Straße und am Marktplatz sind dem Andrang gewachsen, während Dauerparker noch genügend Platz im Parkhaus finden können. Voll belegt ist dieser Bau sowieso nicht, außer bei den großen Stadtfeiern. Für die Nachtschwärmer ist ein Preis von 4 Euro für drei Stunden erschwinglich.
Die Wahrheit liegt woanders: Das Parkhaus ist seit seiner Errichtung vor 20 Jahren ein überdimensioniertes Bauwerk, so wie andere Prestigeobjekte aus der GröBaZ-Ära. Auch ein erhöhter Parkkostenzuschuss macht es nicht voll. Der sichtbare Rostfraß am Stahlskelett lässt sich eben nicht mit einem simplen Marketing-Deal aufhalten.
Das eigentliche Problem für die Einkaufsgeschäfte rund um den Marktplatz ist dessen Gestaltung und nicht die Parkgebühren. Für viele Leute, die, gerade wenn sie Lebensmittel einkaufen wollen, mit Kinderwägen unterwegs sind oder für ältere Menschen mit Rollator sind die Hindernisse das Kopfsteinpflaster und die zahlreichenTrittstufen. Auf diese Einsicht im Stadtrat hofft
Hans E. Glatzl
