Schmidmühlen hat die Wahl

Drei Kandidaten im aktuellen LOKAL-Kurzinterview

SCHMIDMÜHLEN (sr). Auch in Schmidmühlen entscheiden die Bürgerinnen und Bürger bei der Kommunalwahl 2026 über die künftige Ausrichtung ihrer Gemeinde. LOKAL hat den beiden Bürgermeisterkandidaten dieselben acht Fragen gestellt – kurz, direkt und vergleichbar. In Schmidmühlen stehen aktuell vor allem die Belebung des Ortskerns, die Nutzung des Hammer-Areals, eine solide Finanzpolitik sowie Themen wie medizinische Versorgung, Wohnen und Energie im Mittelpunkt. Die Antworten zeigen kompakt, welche Ideen und Schwerpunkte Mathias Huger (CSU), Daniel Sandner (Freie Wähler) und Christian Renghart (SPD) für die kommenden Jahre setzen wollen.

v.l.: Mathias Huger (CSU), Foto: Daniel Kellner; Daniel Sandner (FW), Foto: Atelier Frimberge; Christian Renghart (SPD), Foto: Josef Popp

LOKAL: Warum möchten Sie Bürgermeister werden und was unterscheidet Sie von Ihrem Mitbewerber?
Mathias Huger: Die Erfahrungen der vergangenen zwölf Jahre haben meinen Wunsch gestärkt, Schmidmühlen weiter erfolgreich voranzubringen. Als Zweiter Bürgermeister bin ich bereits bestens eingearbeitet, kenne die Abläufe in der Verwaltung, bin in Verhandlungen mit Investoren und Behörden eingebunden und kann somit vom ersten Tag an die Geschicke unseres Marktes leiten.
Daniel Sandner: Frische Impulse setzen, mit meinem Blick aus der Wirtschaft Themen pragmatisch, lösungsorientiert angehen.
Mit Transparenz festgefahrene Sachverhalte lösen.
Christian Renghart: Ich habe mich schon immer für die Entwicklung meiner Heimatgemeinde interessiert. Ich gehe ganz unvoreingenommen an die Sache heran.

LOKAL: Welches ist aktuell die größte Herausforderung in Ihrer Gemeinde und wie wollen Sie diese konkret anpacken?
Huger: Die größte Herausforderung liegt in der Belebung unseres Ortskerns und der Revitalisierung des Hammer-Areals, das enormes Potenzial für neue Nutzungen, sei es für Wohnen, Gastronomie, Gewerbe oder soziale Angebote bietet.
Sandner: Pflichtaufgaben erfüllen ohne finanzielle Überforderung. Schulden abbauen, trotzdem Investitionen tätigen, Ausgaben priorisieren und Alternativen
prüfen.
Renghart: Die Projekte vorantreiben, welche unseren Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind und die zum Wohle aller beitragen. Dazu müssen die Prioritäten neu bewertet werden.

LOKAL: Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste soziale Aufgabe der kommenden Jahre?
Huger: Der Erhalt der medizinischen Versorgung und des Hausarztangebots vor Ort, sowie die Schaffung von seniorengerechtem Wohnraum und die Sicherung der Kinderbetreuung.
Sandner: Altersgerechte Wohnungen für Senioren und medizinische Versorgung vor Ort, Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche. Ich will die Infrastruktur schaffen.
Renghart: Der aktuell schwindenden Infrastruktur, wie zum Beispiel die ärztliche Versorgung am Ort, Einhalt gebieten und diese wieder ankurbeln und nach Möglichkeit auch ausbauen.

LOKAL: Welche Klimaschutz- oder Energieprojekte wollen Sie konkret vorantreiben?
Huger: Die kommunale Wärmeplanung. Mit diesem zentralen Projekt legen wir langfristig fest, wie wir unsere Wärmeversorgung klimafreundlich, effizient und bezahlbar gestalten können. Ziel ist es, lokale Potenziale zu nutzen und fossile Heizsysteme schrittweise zu ersetzen.
Sandner: Wir müssen weg vom Öl, und zwar mit Augenmaß: Ich möchte Nahwärmeprojekte prüfen, Bürgerenergie fördern, und damit Wertschöpfung im Ort halten.
Renghart: Die Potentiale für erneuerbare Energien und Wärmenetze ausloten, um somit als Gemeinde einen Beitrag zur Klimaneutralität leisten zu können.

LOKAL: Welche Maßnahme würden Sie zuerst umsetzen, um die Gemeinde als Wirtschaftsstandort zu stärken?
Huger: Ganz klar: die Ansiedlung eines Vollsortimenters. Ein solcher Markt würde Arbeitsplätze schaffen, sowie Nahversorgung, Wirtschaftskraft und Lebensqualität deutlich verbessern.
Sandner: Einen Unternehmen-Dialog etablieren, um Bedarfe früh zu erkennen. Ziel: Betriebe stärken und Ideen für Expansionen oder Neuansiedlungen entwickeln.
Renghart: Die Nahversorgung der Gemeinde voranbringen, damit die Attraktivität für weitere Projekte gestärkt werden kann.

LOKAL: Welche Rolle soll der Tourismus künftig für die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde spielen?
Huger:: Grundsätzlich will ich den Tourismus wieder stärker ankurbeln. Hierzu ist eine Grundversorgung mit Gastronomie inklusive Übernachtungsmöglichkeiten erforderlich. Im Zuge der Sanierung des Goldenen Ankers und des Hammer-Areals sind entsprechende Angebote geplant.
Sandner: Einen „Sanften Tourismus“ am 5-Flüsse-Radweg entwickeln: E-Bike-Ladestationen, Gastro, Einkaufen und Übernachtungsmöglichkeiten fördern Aufenthalte.
Renghart: Der Tourismus spielt aufgrund der vielen Rad- und Wanderwege, sowie durch die großen Waldgebiete eine große Rolle. Deshalb werde ich mich auch hier für den nötigen Unterbau einsetzen und versuchen, diesen zu forcieren.

LOKAL: Welchen Platz oder Ort in Ihrer Gemeinde mögen Sie besonders und warum?
Huger: Huger: Wenn‘s ruhig sein soll, finde ich den Kreuzberg eine der schönsten Stellen. Aufregender ist es am Fußballplatz, wenn der SV Eintracht Schmidmühlen spielt.
Sandner: Ob an einem unserer Flüsse, am Marktplatz zum Beispiel beim Marktfest oder mit Panoramablick vom Berg: Unser Schmidmühlen bietet überall besondere Orte.
Renghart: Als Hundebesitzer gehe ich gerne meine Runde entlang der Hochwasserfreilegung. Diese befindet sich mitten im Ort und bietet trotzdem ein Stück weit Entspannung und Ruhe.

LOKAL: Ihr Leitspruch zur Kommunalwahl 2026?
Huger: Wer nichts anpackt, der wird nichts bewegen.
Sandner: Echt. Ehrlich. Engagiert. Das heißt mit Echtheit, Ehrlichkeit, Engagement und einer transparenten Politik gemeinsam mit unseren Bürgern wachsen!
Renghart: Aus Schmidmühlen – für Schmidmühlen.