REGENSTAUF (sr). Im Februar 2026 erhielt das Marktarchiv eine Chronik aus der Restaurierung zurück: Das historische Buch wurde von einem Fachrestaurator gereinigt, stabilisiert und neu gebunden, so informiert eine Pressemitteilung. Damit ist es nun wieder für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich.

Bei dem Werk handelt es sich um die teils handschriftlich geführte Chronik von Heinrich Spandl. Er dokumentierte über viele Jahre hinweg das Leben in Steinsberg mit großer Sorgfalt und Genauigkeit.
Heinrich Spandl wurde 1870 in Regensburg geboren und war von 1900 bis 1935 als Lehrer in Steinsberg tätig. Neben seiner Arbeit in der Schule engagierte er sich stark für die Gemeinde. Im Jahr 1907 begann er, die Geschichte des Ortes systematisch niederzuschreiben. Seine Chronik enthält nicht nur Daten und Ereignisse. Sie beschreibt auch das Alltagsleben im Dorf, gesellschaftliche Entwicklungen, Veränderungen in der Infrastruktur sowie die Auswirkungen weltpolitischer Ereignisse auf die Gemeinde.
Besonders ausführlich sind seine Aufzeichnungen über die Zeit des Ersten Weltkriegs. Spandl hielt Einberufungen, Verwundungen und Todesfälle fest und dokumentierte damit die Kriegsfolgen für viele Steinsberger Familien. Seine Einträge sind sachlich und genau und zeigen zugleich seine enge Verbundenheit mit der Gemeinde.
Der Heimatforscher Edmund Engl hat der Lebensgeschichte Heinrich Spandls einen ausführlichen Aufsatz gewidmet (Engl, Edmund: „Heinrich Spandl – Lehrer, Chronist und Ehrenbürger von Steinsberg. Eine Lebensgeschichte“, https://www.heimatforschung-regensburg.de/3319/, S. 1,3-5). Darin werden Spandls Werdegang, sein Wirken als Lehrer und Gemeindeschreiber sowie seine Bedeutung als Chronist von Steinsberg näher dargestellt.
Der vollständige Beitrag kann auf dieser Internetseite eingesehen werden.
„Dass die Chronik nun nach fachgerechter Restaurierung wieder im Archiv vorliegt, stellt einen wichtigen Gewinn für die lokale Geschichtsforschung dar“, freut sich die Regenstaufer Archivarin Nadine Birk. „Das Werk ermöglicht einen authentischen Einblick in mehrere Jahrzehnte Gemeindeleben und erinnert zugleich an das besondere Engagement eines Lehrers, der die Geschichte Steinsbergs für kommende Generationen festhalten wollte.“
