Zeitlarn hat die Wahl

Drei Kandidaten im aktuellen LOKAL-Kurzinterview

ZEITLARN (sr). In Zeitlarn stellen sich Amtsinhaberin Andrea Dobsch (Freie Wähler), Dr. Erik Schlegel (CSU) und Stefanie Grünauer (SPD) der Wahl um das Bürgermeisteramt. Im LOKAL-Kurzinterview beantworten alle drei identische Fragen und geben Einblick in ihre Ziele und Schwerpunkte für die kommenden Jahre. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie bezahlbarer Wohnraum, die Sanierung und Weiterentwicklung der Infrastruktur, soziale Angebote für alle Generationen sowie die Zukunft von Energie, Ehrenamt und Naherholung in der Gemeinde.

LOKAL: Warum möchten Sie Bürgermeister/in bleiben/werden und was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?
Andrea Dobsch: Bürgermeisterin zu sein ist für mich Verantwortung und Leidenschaft zugleich. Ich bringe Erfahrung, klare Entscheidungen und enge Kontakte zu Bürgern, Vereinen und Betrieben mit.
Dr. Erik Schlegel: Ich möchte Bürgermeister werden, um unsere Gemeinde weiterzuentwickeln und noch lebenswerter zu gestalten – und dies mit einer ehrlichen und verlässlichen Politik, gemeinsam mit allen Zeitlarnerinnen und Zeitlarnern.
Stefanie Grünauer: Ich möchte unsere Gemeinde generationen-, orts- und vor allem fraktionsübergreifend gemeinsam mit den Bürger/innen gestalten. Ich bin in Regendorf aufgewachsen und bin mir mancher „Gräben und Voreingenommenheiten“ bewusst.

LOKAL: Welches ist aktuell die größte Herausforderung in Ihrer Gemeinde und wie wollen Sie diese konkret anpacken?
Dobsch: Wichtige Aufgabe ist die Sanierung vieler Straßen und Gehwege in allen Ortsteilen. Auch die Sanierung der Kindergärten und Spielplätze ist schon angestoßen. Die Neugestaltung der Ortsmitte gehört auch dazu.
Schlegel: Fehlender erschwinglicher Wohnraum für Familien aber auch für ältere Menschen. Über die Gemeindegrundstücke im Baugebiet Mitterfeld III kann die Gemeinde hier anfangen selbst aktiv zu vernünftigen Preisen gegenzusteuern.
Grünauer: Es müssen in den nächsten Jahren drei Kindergärten saniert, zwei Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt und die Mehrzweckhalle modernisiert werden.

LOKAL: Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste soziale Aufgabe der kommenden Jahre?
Dobsch: Zeitlarn braucht mehr seniorengerechten, bezahlbaren Wohnraum. Ergänzend bauen wir flexible Pflege- und Serviceangebote aus und arbeiten an einem Facharztzentrum für alle Altersgruppen.
Schlegel: Den Zusammenhalt und Austausch in der Gesellschaft über die Stärkung des Ehrenamts zu fördern, beispielsweise über die kostenlose Nutzung der MZH für Ortsvereine und eine Vereinsförderung, die alle Ortsvereine umfasst und erreicht.
Grünauer: Ich möchte die Teilhabe aller ausbauen. Jeder sollte sich mitgenommen fühlen. Das funktioniert nicht mit sozialer Kälte und Treten nach unten, sondern durch verwirklichte und gelebte Inklusion und Barrierefreiheit.

LOKAL: Welche Klimaschutz- oder Energieprojekte wollen Sie konkret vorantreiben?
Dobsch: Unsere Gebäude werden aktuell auf erneuerbare Energien umgerüstet. Bürger unterstützen wir mit Beratung, Förderungen, auch mit mehr Ladesäulen. Grünflächen werden ausgebaut – mit Herz für die Insekten und Tiere.
Schlegel: Klimaschutz muss erlebbar werden: Zum Beispiel über das Sichtbarmachen der Energiewende durch einen Energiemonitor, E-Carsharing sowie dem Bau von E-Ladesäulen für Fahrräder an der MZH.
Grünauer: Der Gemeinderat hat Fachbüros mit der Ausarbeitung zur Kommunalen Wärmeplanung und zum Sturzflutrisikomanagement beauftragt. Vorgeschlagene Maßnahmen müssen nach und nach realisiert werden. Die gemeindeeigenen öffentlichen Flächen sollten zudem zur Durchgrünung, Hitze- und Regenpufferung genutzt werden.

LOKAL: Welche Maßnahme würden Sie zuerst umsetzen, um die Gemeinde als Wirtschaftsstandort zu stärken?
Dobsch: Unsere Gewerbegebiete sind entwickelt – jetzt gestalten wir ihre Zukunft. Mit nachhaltigen Betrieben, Innovation und guter Begleitung sichern wir Arbeitsplätze und stabile Einnahmen. Das „Start-UP Zeitlarn“ ist ein gutes Beispiel, wie wir junge Unternehmen gezielt fördern.
Schlegel: Für neue Gewerbeansiedlungen braucht es weitere Gewerbeflächen in der Gemeinde. Daher würde ich die Erschließung des interkommunalen Gewerbegebiets Brennthal zwischen der Staatsstraße und dem VKKK-Nachsorgezentrum vorantreiben.
Grünauer: Zeitlarn ist keine Flächengemeinde, das heißt unser Wachstumsraum ist begrenzt. Ich strebe an, Leerstände zu minimieren, ansässige Unternehmen nachhaltig zu fördern und vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen.