Bund Naturschutz erkundet Schwarzer Berg und Lehmholz

Exkursion zu geplanten Windradstandorten und Industriegebiet

TEUBLITZ (sr). Eine Wanderung durch den bedrohten Wald: Auf Initiative des Bund Naturschutz Regensburg und Greenpeace trafen sich am 22. Mai 2026 ca. 20 Teilnehmende auf dem Pendlerparkplatz an der Anschlussstelle Teublitz. Ziel der Exkursion war zunächst der Standort eines der geplanten, umstrittenen Nittenauer Windräder auf dem Schwarzer Berg und anschließend das Lehmholz an der Autobahnausfahrt, in dem die Stadt Teublitz ein Industriegebiet plant.

Die Teilnehmer der Exkursion informierten sich vor Ort über die geplanten Windradstandorte auf dem Schwarzer Berg sowie die Industriegebietsplanungen im Lehmholz. Dabei standen die Auswirkungen auf Natur, Wald und Wasser im Mittelpunkt der Diskussionen. Foto: Isabella Weingärtner

Unter der Führung von Isabella Weingärtner aus Teublitz, Sprecherin der Bürgerinitiativen „Schützt Wald und Wasser“ und „Klimaschutzwald Städtedreieck“, ging es bergauf durch lichten Mischwald mit schönen Ausblicken in Richtung Naabtal. Die erste Station war die Steinklamm, wo das Wasser des Bürgerweihergrabens beeindruckende Felsformationen durchläuft.

Nach einem weiteren Anstieg auf dem Sagensteig erreichte die Gruppe zunächst das weiße Kreuz, auf dem weiteren Weg die Quelle des Bürgerweihergrabens und schließlich inmitten eines idyllischen Mischwalds den geplanten Windradstandort. Dieses Windrad soll mit einer Höhe von 265 Metern in unmittelbarer Nähe des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets, das beim Dreikreuz beginnt, gebaut werden. „Und das, obwohl dort viele Fledermausarten, der Uhu, der Seeadler und der Luchs nachgewiesen wurden“, erklärte Weingärtner.

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) wolle gegen diese Planungen klagen, zumal die Standorte nicht in den Windvorranggebieten des Regionalen Planungsverbands liegen.
Dem Sagensteig folgend erreichte die Gruppe anschließend das Lehmholz, wo die Stadt Teublitz ein Industriegebiet plant. Dort, bei der Namenlosen Quelle, wachsen riesige Buchen. Den Wald ringsum, den die Gruppe nun durchwanderte, bezeichnete Weingärtner als Zukunftswald. „Viele seltene Tier- und Pflanzenarten leben dort. Neben der Waldschnepfe, vielen Fledermausarten, Orchideen, seltenen Moosen und Farnen findet man dort auch den Blauen Laufkäfer, der auf der internationalen Roten Liste steht, Waldeidechsen, etliche Waldameisenbauten und den Bergmolch.“

Zum Abschluss ging es durch das Biotop des Bürgerweihergrabens, das erhalten bleiben soll und in dem auch einen Erlenbruchwald steht. Sowohl die Namenlose Quelle als auch der Bürgerweihergraben speisen derzeit noch die Eselweiher und auch den Höllohe-Weiher mit Wasser, das fast Trinkwasserqualität habe.

Weingärtner führte aus, dass die Erschließung des Lehmholzes wohl „ein Abenteuer werden wird, auch aus finanzieller Sicht. Während anderswo Moore wiedervernässt werden, müssen für die Planung dieses Industriegebietes Vermoorungen abgetragen, das Bürgerweiher-Biotop abgegrenzt, die Namenlose Quelle gefasst werden.

Das Gelände muss wegen des Höhenunterschieds von 25 Metern terrassiert werden. Aufgrund möglicher Starkregen müssen große Regenrückhaltebecken angelegt werden, die im Fall von Dürren auch Wasser Richtung Eselweiher abgeben sollen.“ Die Anbindung der Versorgungsleitungen aus Teublitz unter Bahn- und Autobahntrassen entlang der SAD 1 werde weitere wertvolle Flächen zerstören.

Am Ende waren sich alle einig, dass sowohl die Windradplanungen der Stadt Nittenau als auch die Planungen zum Industriegebiet an der Autobahn durch die Stadt Teublitz ein „Frevel an der Natur“ seien.