50 Jahre Burglengenfeld und Pithiviers

Delegation reiste zum 50-jährigen Partnerschaftsfest

BURGLENGENFELD (sr). Unter den Fahnen Deutschlands und Frankreichs sowie der bayerischen Rauten und heraldischen französischen Lilien kamen in Pithiviers Gäste aus beiden Ländern zusammen, um 50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Burglengenfeld und der französischen Partnerstadt zu feiern. Rund um Christi Himmelfahrt 2026 war die Delegation aus der Oberpfalz nach Frankreich gereist, angeführt vom neuen Bürgermeister Martin Antretter und dem Zweiten Bürgermeister Sebastian Bösl.

Erstes Treffen der beiden neuen Bürgermeister Martin Antretter und Maxime Buizard. Fotos: Ulrike Pelikan
50 Jahre Städtepartnerschaft Burglengenfeld und Pithiviers – Serge Decobert vom Conseil Collegial de Jumelage, Burglengenfelds Bürgermeister Martin Antretter, Pithiviers‘ Bürgermeister Maxime Buizard, zweiter Bürgermeister Sebastian Bösl und Ernst Singer, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins.

Lebendige deutsch-französische Freundschaft
Vor allem wurde an diesen Tagen deutlich, wie eng die Verbindung zwischen beiden Städten über Jahrzehnte gewachsen ist und wie lebendig die deutsch-französische Freundschaft bis heute geblieben ist.„Selten wird Geschichte so greifbar wie an diesem Tag“, sagte Antretter in seiner Ansprache. Gerade in einer Zeit voller Krisen und Unsicherheiten seien solche Begegnungen von unschätzbarem Wert: „Es sind diese Verbindungen, die ein gelebtes Bekenntnis zu Europa und zur Freundschaft unserer Völker darstellen.“ Zugleich gratulierte der Burglengenfelder Rathauschef seinem französischen Amtskollegen Maxime Buizard zur jüngsten Wahl ins Bürgermeisteramt.

Buizard wiederum unterstrich die Bedeutung kommunaler Partnerschaften für das europäische Miteinander. „Europa entsteht nicht in den Büros der Hauptstädte, sondern vor Ort durch die Hände, die wir uns reichen“, sagte der neue Bürgermeister von Pithiviers. Als sichtbares Zeichen seines Willens, die Verbindung weiterzuführen, überreichte er Martin Antretter die Medaille der Stadt Pithiviers.

Ausdruck eines friedlichen Europas
Der rund dreistündige Festakt stand ganz im Zeichen der gewachsenen deutsch-französischen Freundschaft. Immer wieder die Redner erinnerten daran, dass die Partnerschaft aus einer Zeit heraus entstanden war, in der die Wunden der europäischen Geschichte noch deutlich spürbar waren. Ernst Singer, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft mit Pithiviers, erinnerte in bewegenden Worten an die deutsch-französischen Kriege der Neuzeit und daran, welch großer Schritt die Versöhnung zwischen beiden Nationen gewesen sei. Städtepartnerschaften wie jene zwischen Burglengenfeld und Pithiviers seien deshalb niemals selbstverständlich, sondern Ausdruck eines friedlichen Europas, das von den Menschen getragen werde.

Auch Serge Decobert, der auf französischer Seite die Partnerschaft organisiert, blickte auf die Geschichte der Verbindung zurück. In einem kurzen Abriss erinnerte er an die vielen Menschen, die die Freundschaft über Jahrzehnte begleitet und geprägt hatten – von den Unterzeichnern der ersten Partnerschaftsurkunde bis zu den Familien, Vereinen und Ehrenamtlichen, die den Austausch lebendig hielten.

Nach langer Zeit wieder Schülergruppe dabei
Ein wichtiges Zeichen für die Zukunft setzte auch die junge Generation. Erstmals seit vielen Jahren war wieder eine Schülergruppe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Teil der offiziellen Delegation und für die Zeit ihres Aufenthaltes in Gastfamilien untergebracht worden.

Zwölf Schülerinnen reisten gemeinsam mit ihren Lehrkräften, Kristina Weitzer und Stefanie Paul, nach Frankreich. Beim Festakt präsentierten sie den Gästen auf Französisch kurzweilige Referate über Frankreich sowie insbesondere über Burglengenfeld und Pithiviers – und ernteten dafür viel Applaus. Für viele Teilnehmer war gerade dies ein besonders hoffnungsvolles Signal: Dass die Städtepartnerschaft auch von jungen Menschen wieder aktiv gelebt werden wird und kann.

Denn dass die Verbindung zwischen Burglengenfeld und Pithiviers auch nach einem halben Jahrhundert lebendig ist, liegt vor allem am Engagement vieler Ehrenamtlicher auf beiden Seiten. Organisiert wird die Partnerschaft auf deutscher Seite vom Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft mit Pithiviers unter Vorsitz von Ernst Singer, auf französischer Seite von Serge Decobert und seinem Team.

Beide Vorsitzende machten keinen Hehl daraus, dass die Zukunft der Städtepartnerschaft zunehmend in den Händen der jüngeren Generation liegt.
Nach Jahrzehnten intensiver Arbeit hoffen sie darauf, dass junge Menschen die Idee der deutsch-französischen Freundschaft weitertragen und mit neuem Leben erfüllen.