700 Jahre Pirkensee: Geschichte wurde lebendig

PIRKENSEE (sr). 700 Jahre – die sind kein Pappenstiel. Unzählige Generationen prägten den Ort und seine Umgebung, dessen erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1326 zurückgeht. So können die heutigen Bewohner zu Recht stolz auf ihre Geschichte sein. Anfang September 2026 wurde dementsprechend in den Räumen von Schloss Pirkensee ein großes Jubiläum gefeiert.

Schlossherr Robert Gerstl, Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Pirkensee, Inge Gollwitzer, Zweiter Bürgermeister der Stadt Maxhütte-Haidhof, Matthias Meier, stellvertretender Landrat Peter Wein, Mitorganisator und Kurator, Dr. Wolfgang Janka sowie Kapellmeister Andreas Fischer freuen sich über einen gelungenen Festakt. Foto: Anita Alt

Immer wieder füllten sich die historischen Räume des Schlosses mit neugierigen Besuchern, die sich auf eine Zeitreise durch sieben Jahrhunderte begaben. Besonders groß war der Andrang bei den Schlossführungen.

Schlossherr Robert Gerstl hatte ursprünglich eine Führung geplant – am Ende wurden es wegen der großen Nachfrage gleich drei. Auch die historische Bilderausstellung, die mit zahlreichen Dokumenten und Fotografien eine Zeitreise durch die Geschichte des Ortes ermöglichte, stieß auf großes Interesse. Zusammengestellt wurde sie von Andreas Fischer, Stadtarchivar Dr. Thomas Barth und Ortsheimatpfleger Manfred Henn.

Der offizielle Festakt fand im Trauzimmer des Schlosses statt. Zweiter Bürgermeister Matthias Meier, der den verhinderten Ersten Bürgermeister Rudolf Seidl vertrat, erinnerte an sieben Jahrhunderte voller Veränderungen. „Und doch ist eines geblieben: Pirkensee“, betonte Meier. Das Schloss sei selbst ein bedeutender Teil dieser Geschichte. Besonders der Brand von 1999 habe einen tiefen Einschnitt bedeutet. Umso mehr dankte Meier dem Schlossherrn Robert Gerstl für den Erhalt und Wiederaufbau des historischen Anwesens.

700 Jahre seien vor allem auch 700 Jahre Menschen, die den Ort geprägt hätten.

Diese Tradition lebe bis heute in Vereinen, Feuerwehr, kirchlichen Gemeinschaften, Nachbarschaft und Ehrenamt weiter. „Pirkensee ist nicht nur ein Ort auf der Landkarte. Pirkensee ist Heimat“, so Meier. Festredner Dr. Wolfgang Janka von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften widmete sich der Geschichte des Ortsnamens. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1326. Über die Jahrhunderte finden sich verschiedene Schreibweisen wie „Pirchensee“, „Birchense“ oder „Pirkchensee“. Seit 1867 habe sich die heutige Schreibweise durchgesetzt.

Musikalisch umrahmte die Gruppe „aus DER Zeit“ unter Leitung von Andreas Fischer den Festakt mit historischen Werken. Unter den Gästen waren unter anderem Kreisheimatpfleger Jakob Scharf und Freiherr Maximilian von Wiedersperg.

Zum Abschluss ließen die Besucher den Jubiläumstag bei den Klängen der Pirkenseer Blaskapelle gemütlich ausklingen. Für die Bewirtung sorgte die Vereinsgemeinschaft Pirkensee. Schlossherr Robert Gerstl dankte der Dorfgemeinschaft mit der Vorsitzenden Inge Gollwitzer für die große Unterstützung. Die Sanierung des Schlosses sei zwar noch nicht abgeschlossen, doch gemeinsam sei bereits viel erreicht worden.