LANDKREIS SCHWANDORF (sr). Im Rahmen der jüngsten Bürgermeisterversammlung begrüßte Landrat Thomas Ebeling im Konrad-Max-Kunz-Saal der Schwandorfer Oberpfalzhalle die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aller 33 Kommunen im Landkreis Schwandorf, sowie die Geschäftsleiter der kommunalen Verwaltungen und Mitarbeiter des Landratsamtes, insbesondere aus dem Bereich der Rechtsaufsicht. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen der gemeinsame Austausch, aktuelle Themen der kommunalen Arbeit und Daseinsvorsorge, aber auch die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinden weiter gestärkt und gemeinsame Herausforderungen effizient bewältigt werden können.

Die Versammlung bot Gelegenheit, wichtige Themen aus unterschiedlichen Fachbereichen aufzugreifen, neue Projekte vorzustellen und Anregungen für die praktische Arbeit in den Städten, Märkten und Gemeinden mitzunehmen. Die Gespräche zwischen den Beteiligten verliefen überaus konstruktiv und zielorientiert. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig eine enge Abstimmung zwischen den Kommunen und dem Landratsamt ist, um tragfähige Lösungen zu entwickeln, vorhandene Ressourcen sinnvoll einzusetzen und die Zukunft des Landkreises gemeinsam zu gestalten.
Neben dem fachlichen Austausch bildeten mehrere interessante Vorträge einen Schwerpunkt der Veranstaltung. Die Referentinnen und Referenten informierten über aktuelle Initiativen, Unterstützungsangebote und Entwicklungsmöglichkeiten, die für Kommunen unterschiedlicher Größe von Bedeutung sind. Ein wichtiger Themenbereich war die Unterstützung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Die GutePflegeLotsin Theresa Krämer stellte sich und ihr Projekt vor und gab den anwesenden kommunalen Vertretern einen Einblick in die Zielsetzung und die damit verbundenen Unterstützungsangebote.
Gerade im Bereich der Pflege ist es wichtig, Betroffene und ihre Angehörigen bei Fragen und Herausforderungen nicht allein zu lassen und ihnen Orientierung zu geben. Die Vorstellung des Projekts bot den Bürgermeistern die Möglichkeit, sich über das Angebot zu informieren und dessen Bedeutung für die Menschen vor Ort kennenzulernen. Die Kommunen können durch die Weitergabe entsprechender Informationen dazu beitragen, dass Unterstützungsangebote bekannter werden und möglichst viele Menschen davon profitieren.
Auch die Förderung des ehrenamtlichen Engagements stand auf der Tagesordnung. Florian Schmid, Geschäftsführer der Lernenden Region, stellte die Ehrenamtskarte und die damit verbundenen Möglichkeiten zur Anerkennung und Wertschätzung freiwilliger Tätigkeit vor. Die Ehrenamtskarte ist ein wichtiger Baustein, um Menschen zu würdigen, die sich in besonderer Weise für die Gemeinschaft einsetzen. Gleichzeitig lebt ihre Attraktivität von einem möglichst vielfältigen Angebot an Vergünstigungen und Vorteilen, die den Karteninhaberinnen und Karteninhabern bei teilnehmenden Einrichtungen und Unternehmen zur Verfügung stehen.
Der Geschäftsführer der Lernenden Region bat deshalb die Bürgermeister ausdrücklich um Unterstützung bei der Gewinnung weiterer Akzeptanzstellen. Gesucht werden insbesondere Betriebe aus dem Einzelhandel und dem Gewerbe sowie Kultureinrichtungen, die sich an der Aktion beteiligen möchten. Die Kommunen können dabei eine wichtige Vermittlerrolle übernehmen, indem sie örtliche Unternehmen und Einrichtungen auf die Möglichkeit einer Teilnahme aufmerksam machen und für eine Beteiligung werben. Ein breites Netz an Akzeptanzstellen stärkt die Sichtbarkeit der Ehrenamtskarte, erhöht ihren praktischen Nutzen und setzt zugleich ein Zeichen für die Wertschätzung des freiwilligen Engagements in den Gemeinden.
Mit Carina Hoffmann stellte sich zudem eine neue Kreisfachberaterin vor. Sie nutzte die Gelegenheit, sich den Bürgermeistern persönlich bekannt zu machen und ihre Aufgaben sowie die Themen ihres Tätigkeitsbereichs näher zu erläutern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Wettbewerb „Unser Dorf – unsere Zukunft“. Der Wettbewerb bietet den teilnehmenden Gemeinden die Möglichkeit, ihre Stärken, ihre Entwicklungsperspektiven und das Engagement der Menschen vor Ort sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Frage, wie sich Dörfer zukunftsfähig gestalten lassen, und die Anerkennung des Einsatzes der Bürgerinnen und Bürger für ihre Heimat. Carina Hoffmann erläuterte die Bedeutung des Wettbewerbs und ermutigte die Kommunen, sich zu bewerben. Anmeldungen zur Wettbewerbsteilnahme sind bereits möglich. Die Bürgermeister sind nun gefragt, das Angebot in ihren Gemeinden bekannt zu machen und interessierte Akteure zur Beteiligung zu motivieren. Eine Teilnahme kann dazu beitragen, vorhandene Potenziale zu erkennen, neue Ideen anzustoßen und das Gemeinschaftsgefühl vor Ort weiter zu stärken.
Welche Chancen das Standortmarketing für Städte, Märkte und Gemeinden bietet, erläuterte Sibylle Aumer, Bereichsleiterin bei der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim. Sie stellte das Standortportal Bayern vor und ging auf die Vorteile ein, die sich daraus für Kommunen unterschiedlicher Größenordnungen ergeben. Ein attraktiver Wirtschaftsstandort benötigt Sichtbarkeit, verlässliche Informationen und eine gute Präsentation seiner Standortqualitäten. Digitale Standortportale können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie relevante Informationen bündeln und die Stärken eines Standorts für Interessierte zugänglich machen.
Sibylle Aumer zeigte auf, welche Möglichkeiten das Standortportal Bayern den Kommunen bietet und weshalb sich eine Beschäftigung mit diesem Instrument auch für kleinere Städte und Gemeinden lohnen kann. Dabei wurde deutlich, dass Standortmarketing keine Aufgabe ist, die ausschließlich größere Städte betrifft. Vielmehr können Kommunen jeder Größenordnung davon profitieren, ihre wirtschaftlichen Potenziale, ihre Standortvorteile und ihre Entwicklungsmöglichkeiten gezielt darzustellen. Die Vorstellung gab den kommunalen Vertretern wertvolle Impulse, um die eigenen Standortqualitäten stärker in den Blick zu nehmen und Möglichkeiten zur Verbesserung der regionalen Sichtbarkeit zu prüfen.
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Arbeit der Kreisbrandinspektion. Kreisbrandrat Christian Demleitner informierte über deren Aufgaben und erläuterte die Bedeutung einer frühzeitigen Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und der Kreisbrandinspektion, insbesondere bei der Erstellung von Feuerwehrbedarfsplänen. Die Sicherstellung einer leistungsfähigen Feuerwehr ist eine zentrale Aufgabe der kommunalen Gefahrenabwehr. Feuerwehrbedarfspläne bilden dabei eine wichtige Grundlage, um den örtlichen Bedarf zu ermitteln, notwendige Maßnahmen zu planen und die erforderlichen personellen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen zu berücksichtigen.
Kreisbrandrat Demleitner appellierte deshalb an die Bürgermeister, die Kreisbrandinspektion bereits frühzeitig in die Erstellung solcher Pläne einzubinden. Eine rechtzeitige Abstimmung ermögliche es, fachliche Erfahrungen einzubringen, Anforderungen realistisch einzuschätzen und mögliche Lösungswege gemeinsam zu entwickeln.
Ziel muss es sein, bedarfsgerechte und zugleich wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu finden. Durch die frühzeitige Einbindung der Kreisbrandinspektion können unnötige Kosten vermieden, vorhandene Ressourcen besser genutzt und Synergien zwischen den Beteiligten erschlossen werden. Nur durch eine enge fachliche Abstimmung lassen sich ziel- und lösungsorientierte Feuerwehrbedarfspläne erstellen, die den örtlichen Gegebenheiten gerecht werden und eine verlässliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen bilden.
Die Bürgermeisterversammlung verdeutlichte die Vielfalt der Themen, mit denen sich die Kommunen im Landkreis auseinandersetzen. Von der Unterstützung pflegebedürftiger Menschen über die Anerkennung des Ehrenamts und die Entwicklung der Dörfer bis hin zur Stärkung der Wirtschaftsstandorte und zur Sicherstellung des Brandschutzes reichten die Inhalte der Veranstaltung.
Der direkte Austausch zwischen den Bürgermeistern, deren Verwaltungsleitung und den Fachbereichen des Landratsamtes erwies sich dabei als wertvolle Grundlage für eine abgestimmte und praxisorientierte Zusammenarbeit. Die vorgestellten Projekte und fachlichen Informationen zeigten zugleich, welche Möglichkeiten sich durch gemeinsame Initiativen, frühzeitige Abstimmung und die Nutzung vorhandener Kompetenzen eröffnen.
Die konstruktiven und zielorientierten Gespräche unterstrichen den gemeinsamen Anspruch, die anstehenden Aufgaben verantwortungsvoll anzugehen und tragfähige Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Die Bürgermeisterversammlung bot damit nicht nur eine Plattform für Information und Diskussion, sondern setzte auch wichtige Impulse für die weitere Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinden.
