BURGLENGENFELD (sr/lz). Er war Stadtrat, Bürgermeisterkandidat und Vorsitzender des ASV. Seine vielfache Vereins- und politische Arbeit ehrte die Stadt Burglengenfeld mit der Silbernen Bürgermedaille, die SPD verlieh ihm die Willy-Brandt-Medaille. Jetzt ist „Onkel Hans“ Hans-Jürgen Mielke am 7. Juni 2026 100 Jahre alt geworden.

Im Kreise zahlreicher SPD-Kolleginnen und -Kollegen sowie vielen Freunden feierte er diesen denkwürdigen Tag im Restaurant Tapas. Bürgermeister Martin Antretter bezeichnete Mielke als „Burglengenfelder Legende“ und würdigte das noch rüstige SPD-Urgestein mit herzlichen Worten. Für den SPD-Ortsverein gratulieren die Vorsitzenden Kerstin von Brincken und Peter Wein, den ASV vertraten unter anderem Vorsitzender Roland Konopisky und Abteilungsleiter Alexander Stauffer mit seinem Team. Ehemalige Arbeitskollegen machten Hans-Jürgen Miele ebenso die Aufwartung, wie Altbürgermeister Heinz Karg, politische Weggefährten wie Georg Plecher (CSU) und natürlich jede Menge ASV-Veteranen wie Willi Schomburg. Im Mittelpunkt stand freilich Mielkes Familie mit Ehefrau Helga.
Mit Leidenschaft für die Politik und den Fußball
Im Mittelpunkt seines Lebens standen ehrenamtliche Tätigkeiten. „Onkel Hans“ vertrat die Bürgerinnen und Bürger von 1972 bis 1984 sowie von 1987 bis 1996 im Stadtrat, er war 1978 Bürgermeisterkandidat. 1974 übernahm er das Amt des Ersten Vorsitzenden des ASV Burglengenfeld, das er bis 1992 innehatte. Heute ist er dessen Ehrenvorsitzender. Darüber hinaus war er engagiertes Mitglied unter anderem der Arbeiterwohlfahrt, der Feuerwehr Burglengenfeld und der Gewerkschaft ver.di.
Die Stadt Burglengenfeld hat Hans-Jürgen Mielke in Anerkennung seiner Verdienste im Jahr 1991 die Silberne Bürgermedaille verliehen, die SPD ehrte ihn 2007 mit der Willy-Brandt-Medaille, das ist die höchste Auszeichnung, die die Partei zu vergeben hat.
Ebenso fehlte Mielke nicht bei kulturellen Highlights in der Stadt: Er war der erste Burglengenfelder Faschingsprinz nach dem 2. Weltkrieg, er spielte in der Operette „Wenn der Schlehdorn blüht“ den „Wirt zur Grünen Linde in Unteraich“, gab den Sportarzt „Dr. Mielke“ in Gaudi-Fußballspielen der 1970er Jahre – nur einige wenige Beispiele für sein Wirken.
Bis heute gilt seine Leidenschaft der ASV Burglengenfeld-Fußballabteilung. Er verpasst kaum ein Heimspiel der 1. Mannschaft – und wollte folglich zum 100. Geburtstag keine Geschenke, sondern Spenden für den Förderkreis Fußball ASV Burglengenfeld.
Auch im hohen Alter verfolgt Mielke aufmerksam die Kommunalpolitik („ich bin so froh, dass wir einen neuen Bürgermeister haben“) und nimmt an den SPD-Versammlungen teil. Wenn er spricht, hören alle aufmerksam zu. Auch, weil ihm der sprichwörtliche Schalk im Nacken sitzt, und sein Humor und seine Schlitzohrigkeit sicher auch dazu beigetragen haben, dass Hans-Jürgen Mielke nun 100 Jahre alt wurde.
Lebenslauf mit schicksalhaften Umbrüchen
Geboren 1926 in Grimmen/Vorpommern, wuchs Mielke mit einer drei Jahre jüngeren Schwester in Stettin auf. Der Vater starb bereits vor der Geburt der Schwester. Sein Studium des Maschinenbaus konnte er durch den beginnenden 2. Weltkrieg nicht abschließen. Ab Juni 1945 war er in Bayern in Saal an der Donau und in Regensburg, ab 1946 in Burglengenfeld. In Regensburg besuchte er eine Dolmetscherschule und war dann bis 1951 bei einer Dienststelle des US-Militärs in Burglengenfeld tätig. Berufliche Stationen als Brandschutzleiter auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels und bei der Bundeswehr in seiner neuen Heimatstadt schlossen sich an. Seit 1957 ist Mielke mit seiner Frau Helga verheiratet. 1986 ging er in den Ruhestand.
Der Erfolg auch im ehrenamtlichen Bereich war ihm wohl insbesondere auch durch seine soziale Einstellung und ein stets offenes Ohr für seine Mitmenschen sicher. Besonders am Herzen liegt ihm immer noch der ASV Burglengenfeld.
1957 trat er in die SPD ein. Den Anstoß dazu gab Bürgermeister Muggenthaler, wobei politische Vorbilder für den damals 31-Jährigen Leute wie Kurt Schumacher, Georg Leber und Willy Brandt waren. 1978 trat er als Bürgermeisterkandidat gegen Stefan Bawidamann an – und verlor.
Seine politische Arbeit war gekennzeichnet durch die stete Bereitschaft für den konstruktiven Dialog. Noch heute ist er der Ansicht, dass politisch Verantwortliche nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander das Wohl der Kommune beziehungsweise des Landes im aufmerksamen Blick behalten sollten.
