Einblick in die Abläufe am Klärwerk erhalten

TEUBLITZ/MAXHÜTTE-HAIDHOF (sr). Zu einer Besichtigung des Klärwerks haben sich Ende April 2022 die Verbandsräte des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung für Teublitz und Maxhütte-Haidhof getroffen. Dabei erhielten sie Einblick in die Abläufe und den Fortschritt bei den jüngsten Baumaßnahmen.

Bei der Besichtigung war der Sandfang einer der Stopps. (Foto: Thomas Stegerer, Stadt Teublitz)

Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Beer und Ludwig Haslbeck, Vorstand der Stadtwerke Maxhütte-Haidhof, erhielt Abwassermeister Christian Reil das Wort. Er ist zugleich Leiter des Klärwerks. „Hier am Klärwerk passiert jeden Tag wahnsinnig viel“, erklärte Reil. Das sei nur nicht für jedermann sichtbar, da die „Belieferung“ des Klärwerks über die unterirdische Kanalisation erfolge und die Prozesse im Klärwerk, das außerorts in Richtung Burglengenfeld liegt, erfolgen. So wird im Klärwerk das Schmutzwasser von rund 14,6 Tausend Bürger*innen aus Teublitz und Maxhütte-Haidhof täglich wieder gereinigt. Wie aufwendig dieser Prozess letztendlich ist, das verdeutlichte sich während der Führung über das Betriebsgelände.

Drei Stufen bis zu sauberem Wasser

Laut Reil gliedert sich die Reinigung des Schmutz- bzw. Abwassers in drei Stufen.
Der erste Abschnitt, die mechanische Reinigung teilt sich nochmals in eine grobe und eine feine Reinigung. Bei der groben Reinigung kann man sich den Trommel-Rechen wie einen „Nudelsieb“ vorstellen. Dabei wird das eintreffende Wasser aus der Kanalisation von größeren Schmutzteilen, wie beispielsweise Putzlappen, getrennt.

Im Anschluss daran erfolgt die feinere mechanische Reinigung im Sandfang. Dabei wird durch eine Pumpe eine sogenannte Wasserwalze erzeugt, durch die Bestandteile wie Sand, Kies und Straßensplitt ausfallen. Gleichzeitig sammelt sich im Abwasser enthaltenes Fett an der Oberfläche und wird abgezogen.

Danach geht es mit der biologischen und chemischen Reinigung des Schmutzwassers weiter. Dieser Schritt wird in den sogenannten Belebungsbecken, an denen jüngst Neuerungen vollzogen wurden, umgesetzt. Aufgabe der Klärwerksmitarbeiter ist es hier, die Bakterienstämme zu kontrollieren, die für die natürliche (biologische) Reinigung des Schmutzwassers sorgen. Eine in Teilen chemische Reinigung ist dennoch nötig, denn nicht alle Bestandteile des Schmutzwassers können auf natürlichem Wege herausgefiltert werden. Damit sich der Phosphor aus dem Wasser löst und an den sogenannten Klärschlamm, von Reil umgangssprachlich „schwarzes Gold“ genannt, bindet, ist eben eine solche chemische Reinigung nötig.

„Schwarzes Gold“ mit einem Haken

Während das im Anschluss an die Reinigung im Nachklärbecken saubere Wasser zurück in die Naab geleitet wird, wird der Klärschlamm in einem hohen Becken gesammelt und an den Zweckverband zur thermischen Klärschlammverwertung nach Schwandorf abgegeben.

Das größte Problem bei der Reinigung des Abwassers stellen laut Reil die Rückstände von Medikamenten dar. „Die Anteile von Mitteln wie Ibuprofen und Co. die wir bei unseren regelmäßigen Beprobungen des Klärschlamms feststellen, sind wirklich eklatant hoch.“ Deshalb solle darauf geachtet werden, nicht alles über das Abwasser zu entsorgen „was eben durch den Gulli passt“.

Wer auch Interesse an einer Führung über das Betriebsgelände des Klärwerks hat, erhält dazu am 28. Juni 2022 um 15:00 Uhr die Gelegenheit. Denn dann bietet der Teublitzer Seniorenbeirat für alle Bürger*innen ab 65+ eine solche Besichtigung an.