WACKERSDORF/STEINBERG AM SEE (sr). Ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Schwandorf sowie der Gemeinden Wackersdorf und Steinberg am See nimmt den nächsten Schritt: Nach dem Abschluss der äußeren Erschließung des „Interkommunalen Gewerbegebiets an der A 93“ („Interkom“) ist nun die innere Erschließung gestartet. Diese erfolgt über den Erschließungsträger Bayerngrund GmbH, München.

Das Interkom wächst entlang der A 93 im Anschluss an den bestehenden Straßenstich „Am Richtfeld“ sowie im Kreuzungsbereich von A 93 und B 85; es umfasst rund 7,4 Hektar. Davon entfallen etwa 2,4 Hektar auf notwendige Infrastrukturmaßnahmen wie Erschließungsstraße, Regenrückhaltebecken und Ausgleichsflächen. Rund 5 Hektar stehen anschließend als Gewerbeflächen zur Verfügung – aufgeteilt in acht Parzellen zwischen 3.300 und knapp 12.000 Quadratmetern. Die Stadt Schwandorf sowie die Gemeinde Wackersdorf sind mit jeweils 45 %, die Gemeinde Steinberg am See mit 10 % am Projekt beteiligt.
Details der inneren Erschließung
Während es bei der äußeren Erschließung um die Anbindung des gesamten Gewerbegebiets ging, konzentriert sich die innere Erschließung auf die Erschließung der einzelnen Parzellen. Dazu wird eine Stichstraße mit einer Länge von 150 Metern und abschließendem Wendehammer errichtet. Die 6,50 Meter breite Straße erhält einen Gehweg sowie auf der gegenüberliegenden Seite einen Seitenparkstreifen.
Die Parzellen werden über ein sogenanntes Trennsystem erschlossen: Oberflächenwasser wird über ein Regenrückhaltebecken mit einem Speichervolumen von 2.228 m³ unter der B 85 in den Vorfluter Wolferlohgraben abgegeben. Das Schmutzwasser wird unter der B 85 zum Pumpwerk Wackersdorf geleitet und von dort zur Verbandskläranlage in Schwandorf weitergeführt. Die Wasserversorgung wird an das Netz von Wackersdorf angebunden. Zum Schutz vor Oberflächenwasser bei Starkregen wird im Süden und Westen ein Erdwall angelegt.
Gründerzentrum und TTZ
Fest steht bereits: Am Standort werden künftig ein Technologie-Transferzentrum (TTZ) sowie das neue Gründerzentrum des Landkreises Schwandorf („Business Forum“) entstehen – ein klarer Impuls für Innovation, Unternehmensgründungen und regionale Wertschöpfung. Hierfür ist die Parzelle 9, direkt gegenüber der bestehenden Esso-Tankstelle, vorgesehen.
Weitere Unternehmer und Projektentwickler haben bereits ihr Interesse bekundet. Um intensivere Gespräche führen zu können, sind noch Details über die Vermarktung mit den Verbandsräten zu klären. Die Vorbereitung dieser Themen liegt in der Verantwortung des neuen hauptamtlichen Geschäftsführers.
Erste Gewerbeansiedlungen könnten nach Abschluss der Erschließung ab Anfang 2027 erfolgen. Mit dem interkommunalen Gewerbegebiet entsteht ein zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort, der die Stärken der drei Kommunen bündelt und neue Möglichkeiten für Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründer in der Region eröffnet.
Kosten, Beteiligte und zeitlicher Horizont
Die Maßnahmen wurden nach öffentlicher Ausschreibung an die Helmut Seebauer Tiefbau GmbH aus Schwarzhofen vergeben. Die Kosten für die innere Erschließung belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Die Planung der Gesamtmaßnahme verantwortet das Ingenieurbüro Preihsl & Schwan aus Burglengenfeld. Die Fertigstellung ist für Oktober 2026 vorgesehen.
Weiteres Entwicklungspotenzial
Das Gewerbegebiet liegt im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplans „Am Richtfeld“. Gemäß den Flächennutzungsplänen der drei beteiligten Kommunen besteht weiteres Entwicklungspotenzial: Perspektivisch könnten bis zu 77 Hektar Fläche erschlossen werden.
